Samstag, 20. September 2014

19. September San Francisco


Heute standen Golden Gate Park und Golden Gate Bridge auf dem Programm. Es war wunderbarer Sonnenschein angekündigt. Beste Voraussetzungen für diese beiden Vorhaben. Doch irgendwie ist mir in den Städten bisher das Wetter nicht sehr positiv gewogen. Seenebel ! In Frisco ein bekanntes Phänomen, was sich meist auf die Küste bis zur Line der Golden Gate Bridge begrenzt, wenn es denn auftritt. Wenn ich da bin, zieht dieser Seenebel natürlich fast bis nach Oakland ! Damit war das Thema Golden Gate Bridge gestorben. Eine Brücke im Nebel anschauen, bringt nicht wirklich viel. Bleibt mnir nur noch die Hoffnung, dass morgen früh kein Nebel ist, denn morgen früh ist Abfahrt zur nächsten Etappe.

Aber den Golden Gate Park konnte man auch im Grau des Nebels besuchen. Als ich dort ankam, war die Nebeldecke immerhin kurz über den Baumwipfeln. Der Golden Gate Park ist einer der größten innerstädtischen Parks der Welt, sogar noch größer als der Central Park in New York. Er ist landschaftlich schön angelegt und für einen öffentlichen Park dieser Größe sehr gut gepflegt und sauber. Im Park sind auch weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt gelegen, so. z.B. die California Academy of Sciences, das De Young Memorial Museum, das Conservatory of Flowers (ein im viktorianischen Stil erbautes Gewächshaus mit vorwiegend tropischen Blumen) und den Botanischen Garten. Ich habe mich für die letzten beiden Sehenswürdigkeiten entschieden. Zuerst besuchte ich den botanischen Garten, der auch erstaunlich groß ist. Er ist in mehrere Thmenbereiche aufgegliedert und sehr schön angelegt. Ich mag es wenn Gärten, zwar sauber aber nicht klinisch rein gepflegt werden. Der ein oder andere Unkrauthalm darf gerne überleben. Und es gibt auch Bereiche, die man nicht überall zu sehen bekommt, so z.B. einen Garten wo alle Pflanzen aus der Urzeit zusammengetragen wurden. Vorwiegend Farne natürlich, aber man lernt auch, dass eine chilenische Rhabarberart auch dazugehört.

Im Anschluss besuchte ich das Conservatory of Flowers. Ein altes viktorianisches Gewächshaus, welches mit jeder Menge tropischer Pflanzen und vielen Orchideen gefüllt ist. Dazu gibt es gerade eine Sonderausstellung über fleischfressende Pflanzen. Als Tourguide fungierte eine Dame, die von Alter und Habitus ebenfalls dem viktorianischen Zeitalter entsprungen sein könnte.

Im Anschluss ging es wieder zurück zum Flughafen. Eine Webcam hatte mir verraten, dass in der Bay wieder sie Sonne schien und ein paar Fotos wollte ich dann doch noch machen. Die Fotoposition am Flughafen ist auch sehr schön für Nichtspotter, eine Promenade dirket an der Bay mit Überblick über diese.

Nach Sonnenuntergang, gönnte ich mir mal wieder ein Steak. Yelp hatte mich diesmal in ein Steakhouse der edleren (und teureren) Sorte geführt. Hier werden die noch rohen Steaks am Stück in Reifeschränken am Eingang dem Gast vorgeführt. Als ich mein Porterhouse (ich werde noch ein Fan davon, nie unter 600 Gramm !! Ein Steak für Männer und nicht für Jungs !) bekam, konnte man dden Unterschied in der Fleischqualität deutlich merken. Leider hat der Koch aber den Garpunkt knapp verpasst. Das Steak war eher Medium well als Medium. Ginggerade noch so, sonst wärs retour gegenagen. Gibt aber Abzüge in der B-Note. Wer so ein auf edel und dicke Hose macht, muss das Handwerk können !

Nun heisst es schon wieder Abschied nehmen von Frisco (welches x-mal mehr Flair hat, als alles in L.A. Zusammen). Und noch viel mehr: Es bricht schon die letzte Woche an. Die Zeit fliegt hier nur so weg . Aber ein wenig bleibt mir ja noch......

Freitag, 19. September 2014

18. September San Francisco


Das Wetter präsentierte sich zum Aufstehen leider grau in grau. Es fielen auch ein paar Tröpfchen, aber nur kurz und sehr wenige. Damit war die Entscheidung gefallen, Planespotting fiel aus, Sightseeing war angesagt. Da ich aus dem Reiseführer bereits wusste, dass man nach Downtown besser nicht mit dem Auto fährt, fuhr ich lieber zur Park+Ride Station South San Francisco und von dort mit dem BART (Bay Area Rapid Train, eine Art Express U-Bahn) in die Innenstadt zur Market Street/Ecke Powell Street.Der Plan war jetzt eigentlich, weil man ja wusste, das Frisco hügelig ist, das man von der Market Street zu den Piers runterläuft und später von den Piers zu Market Street mit den Cable Cars wieder hochfährt. Ein Blick aus der U-Bahn Station verriet mir, dass der Plan beschissen war und nicht funktionierte. Denn ich schaute rauf..........

Naja, man war ja in den vergangenen drei Tagen quasi im Höhentrainingslager gewesen. Also können die paar Hügel in Frisco doch auch zu erklimmen sein, oder ? (wer den Sarkasmus findet, bitte laut „Hallo“ schreien !) Nach wenigen Blocks erreichte man den ersten Zwischenstop am Union Square. Ein recht schmuckloser Platz. Den Touristen dient er als Treff- und Startpunkt für die Hop-On/Hop-Off Bustouren durch die Stadt. Nur 30 m entfernt auf der nächsten Seite dient der Platz als Treffpunkt für die Verlierer des Systems, die den amerikanischen Traum nicht mehr weiterträumen dürfen (und die gefühlt bei jedem USA-Besuch immer zahlreicher und auch immer verelendeter werden. Hier läuft was ganz gewaltig schief in diesem Land). Es ist schon ein krasses Bild wenn auf zwei nebeneinander liegenden Treppen auf dem selben Platz, sich so unterschiedliche Gesellschaftszustände wiederfinden. Und beide Gruppen nehmen noch nicht einmal Notiz voneinander.

Nach kurzer Pause ging es weiter nach Chinatown. Da hatte ich mich als Asienfan schon sehr drauf gefreut. Und wie das so ist, wenn man sich auf etwas besonders freut, wird man eher enttäuscht. So war es auch hier. Von einer richtigen Chinatown kann nur bedingt die Rede sein. Auf der Haupstrasse, der Grant Street, reiht sich ein Kitschsouvenierladen an den nächsten und das eine Meile lang. Nur in einigen wenigen Seitenstrassen, findet man die für Asiatische Handels- und Marktstrassen typischen Medizin-, Lebensmittel- und Kräuter/Gewürzläden. Eine der kleinen Abwechslungen war eine asiatische Bäckerei, die ich auch gleich mal antesten wollte, denn zu einem richtigen Frühstück war ich nocht nicht gekommen. Ich orderte 3 verschiedene Leckereien, 1 Sesamkugel, 1 Kokoskuchen und einen asiatischen Cup Cake. Alle hatten eins gemeinsam, sie waren ordentlich fettig, dafür aber weniger süss als hiesiges Gebäck.
An der nächsten Kreuzung kam ich zu einer römisch-katholischen Kirche, was ich recht merkwürdig fand.Ich hatte jetzt eher einen buddhistischen Schrein erwartet (den es in ganz Chinatown nicht gibt, zumindest weiss ich nichts davon). In dieser Kirche war es schwer, Ruhe zu finden. Chinesische Fiedler nervten mit Ihrer handwerklich desolaten Instrumentalkunst. Ich setzte mich und schaute dem Gebetstreiben zu. Und ich war, wie in Asien, von dem religiösen Pragmatismus (andere würden das Rosinenpicken nennen) der Asiaten fasziniert. Da nimmt man für die spirituelle Mitte Elemente des Buddhismus (beim Anzünden einer Kerze wurde ganz verschämt auch immer ein kleines Räucherstäbchen angezündet), für den Prunk und Symbolik das Christentum (Verzierte Kicrchen, Kerzenschein und heiraten in weiss, da fahren die siaten voll drauf ab). Und wenn man noch Elemente aus anderen Religionen braucht, dann nimmt man die halt dazu. Für mich (ich bin aber auch Atheist) steckt da natürlich ein wenig Vorteilsnahme drin (die ich aber gar nicht sooo schlimm finde), aber vor allem auch ein gutes Stück gelebte religiöse Toleranz. Denn dadurch, dass sich jeder quasi seine eingene Religion bastelt, kann niemand dem anderen seine Religionsausübung zum Vorwurf machen.Und wenn wir uns in der Welt umschauen, dann stoßen wir doch auf immer mehr in allen Teilen und Religionen dieser Welt auf religiöse Eiferer, die anderen ihren Lebensweg aufzwingen wollen und dafür auch töten. Da ist mir der asiatische Weg lieber und ich denke, wenn mehr so handeln würden, wäre die Welt ein gutes Stück friedlicher.

Nach genug Ruhe und Besinnung ging es weiter (nach oben.....) und als ich die Filbert Street erreichte, traf ich doch tatsächlich den Entschluss auf den Coit Tower zu gehen. Für diejenigen, die da noch nicht waren: Jetzt wurde es so steil, dass der Fußweg nur noch aus Treppenstufen bestand......., vielen Treppenstufen, seeeeehr vielen Treppenstufen, nicht enden wollenden Treppenstufen …...........
Aber ich bin tatsächlich am Tower angekommen und die letzten Meter legt man mit einem über 80 Jahre alten Fahrstuhl zurück. Belohnt wird man mit einem sagenhaften Ausblick über die gesamte Bay Area. Von Golden Gate über Alcatraz und Oakland bis Downtown und Airport. Die Qualen haben sich gelohnt.
Nach einer Pause begann der Abstieg zu den Piers. Vorher kommt man am Levi´s Plaza vorbei, wo die Firma auch einen Firmensitz und für Fans einen Shop betreibt. Zu guter letzt landete ich in DER Touristenfalle schlechthin von Frisco, Pier 39. Ein Nepp reiht sich an den nächsten, selbst die hier zu findenden Robben dürften sich im Leben nicht freiwillig hier angesiedelt haben.

Zeit für den Rückweg. Dieser sollte, wei erwähnt mit der Cable Car bewerkstelligt werden, die auch wenige Blocks entfernt losfuhr, …............ wenn sie denn heile gewesen wäre. War sie aber nicht !! Also zur nächsten Linie, noch einige Blocks weiter. Diese fuhr wenigstens, aber in reduziertem Rahmen und war auch hoffnungslos überlaufen. Wartezeit über eine Stunde ! Nützt ja nix, für noch eine Kletterpartie hatte ich einfach keine Kraft mehr. Zum Schlange stehen reichte es gerade noch. Irgendwann kam auch ich an die Reihe und nachdem die stehenden Passagiere eine Einweisung erhalten hatten, mit welcher Hand sie sich an welcher Reling festhalten durften, ging es endlich polternderweise los. Es war ein Erlebnis. Ich habe schwer Respekt vor den Fahrern, die nicht nur auf den Verkehr aufpassen müssen, sondern auch auf den ganzen Mist, den ihre Passagiere so bauen. Nachdem ich an der Powell Street angekommen war, stieg ich wieder in die BART zu meinem Auto.

Zum Abschluss des Tages noch ein ordentliche Portion Sushi (Google hat da wirklich eine ordentliche Empfehlung rausgehauen). Mal schauen, ob der Seenebel morgen den Blick auf die Golden Gate freigibt. War heute nicht immer der Fall.

Donnerstag, 18. September 2014

17. September Lee Vining - San Francisco


Nach einem entspannten Frühstück in der Sonne am Mono Lake, war die Hauptbeschäftigung für den heutigen Tag angesagt: Fahren, Fahren, Fahren. Es lagen ca. 300 Meilen bis zum Hotel in San Francisco vor mir. Die ersten zwei Drittel davon durch die Sierra Nevada. Wieder hiess es klettern, denn der Sonora Pass auf über auf 2933m wollte erklommen werden, und das waren nur 98 Meter weniger als am Vortag der Tioga Pass. Die Strecke durch die Sierra Nevada war wirklich wunderschön, wenn auch vom Charakter etwas anders als die Tioga Road zuvor. Der Wald war etwas weiter und nicht so dicht wie am Vortag im Yosemite Park, dafür aber von einer Vielzahl von Flüssen durchzogen.An den Berghängen gab es auch eine Menge Wasserfälle zu sehen. Was mir an dieser Strecke so gefallen hat, war dass sie fast menschenleer war. Es war nur eine Strasse weiter als der Yosemite Park und doch interessierte sie kaum eine Menschenseele. Man hatte die Natur für sich allein und das Fahren war sehr entspannt. Ganz anders als im Yosemite Park, wo die meisten Amis mit 50 Meilen/Stunde durchjagen, um den ganzen Park am Besten in einem halben Tag zu durchqueren.

Nach Verlassen der Sierra Nevada ging es dann auf Highways San Francisco entgegen. Auf der San Mateo Bridge wurde die San Francisco Bay überquert und wenige Minuten später war man auch schon am Flughafen. Da es erst kurz nach 16.00 Uhr war, hatte ich noch keine Lst mein Hotel zu beziehen. Also suchte ich einen Parkplatz, um mir an der Bay den anfliegenden Flugverkehr von SFO anzuschauen. Eine wirklich schöne Stelle. Zum Fotografieren benötigt man ordentlich Milimeter, aber ich mit jeder Aufnahme liebe ich mein 150-600mm Zoom immer mehr. Einfach ein geiles Teil !

Als die Sonne hinter der Seenebelfront verschwand, machte ich mich doch noch auf zum Hotel, welches diesmal ein recht einfaches Motel ist, weil alles andere nicht zu bezahlen war. (Selbst Motel 6 will hier mehr als 100 $ netto OHNE Parkplatz. Ich hatte keine großenb Erwartungen an das Motel. Es ist etwas klein und verwinkelt und nicht gerade ruhig gelegen (an der Strasse und etwa 2 Meilen von Flugplatz in der Abflugschneise, aber als Spotter muss man das Aushalten), aber da ich ein rückwartoges Zimmer habe, passt das schon. Dann noch beim Mexikaner nebenan etwas schnabuliert und diesen Bericht geschrieben. Dann wird noch der Sightseeing Plan für morgen gemacht. Morgen soll es leider regnen. Mal schauen, vielleicht habe ich ja Glück und es wird nicht so schlimm.

Mittwoch, 17. September 2014

16. September Yosemite Valley- Lee Vining


Also das wichtigste vorweg: Balou hat mich nicht im Zelt besucht. Dafür aber wohl ein Eichhörnchen, von denen es im Camp gefühlte Millionen gibt. Es verschwand aber nach ersten Unmutsäußerungen meinerseits sofort und ich konnte weiterschlafen. Ob das meine Umgebeung auch konnte, weiss ich nicht. Nach meinem Gefühl dürfte im Yosemite Valley kein einziger Baum mehr stehen. Aber irgendwie war die Säge laut aber stumpf. Bäume sind noch da.

Nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg. Der Anblick des Yosemite Valley machte mich schon ein wenig traurig. Die Natur hat sich hier echt Mühe gegeben, einen wunderschönen Flecken Erde zu erschaffen. Und nun ist hier wirklich alles mit touristischer Infrastruktur zugepflastert. Zwar keine Riesenhotels. Aber über all Camps, Infopunkte, Strassen (2-spurige Einbahnstrassen wohlgemerkt, eine nur für den reinkommenden Verkehr und eine für den abfahrenden Verkehr. Und der Verkehr ruht nie, selbst in der Nacht nicht). Ich fand es jetzt schon zu viele Menschen für dieses kleine Tal. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es in den Sommerferien und dann noch am Wochenende ist. Gruselig.

Ich beschloss, das Valley schleunigst zu verlassen und fuhr nach Hetch Hetchy (heisst wirklich so ;-)). Diese Ecke liegt separiert im Norden des Parks. Separiert deswegen, da man den Park für einige Meilen zuerst verlassen muss, um im Norden extra nur für diesen Bereich, der auch nur tagsüber geöffnet ist, wieder einzufahren. Dieses hält die meisten davon ab, hierhin zu fahren. Hier ist man zwar nicht allein aber mit nur seeeehr wenig Gleichgesinnten. Bei der Einfahrt erhält man ein Tagesparkticket für diesen Parkbereich. Ich erreichte die Einfahrt von Hetch Hetchy etwa gegen 10.30 Uhr (Öffnung war um 08.00 Uhr). Mein Parkticket hatte die Nummer 11 !!!!!! Der Bereich ausserhalb des Parks war in diesem und im letzten Jahr sehr stark von Waldbränden betroffen, so dass weite Bereiche sehr verkohlt aussehen.es war auch sehr imposant zu sehen, welche Arbeit die Firefighters mit den Brandschneisen verrichtet haben, um größere Schäden zu vermeiden.
Hetch Hetchy liegt tiefer als der Rest des Parks und hat daher auch vergleichsmäßig eher karge Vegetation und höhere Temperaturen. Am Ende der Parkstrasse kommt man zum Hauptanziehungspunkt dieses Parkbereichs, den Stausee. Ende des 19. Jahrhunderts bereits, gab es eine Bürgerbewegung, die diesen Stausee im bereits damals vorhandenen Park verhindern wollte und dies auch erfolgreich tat. Dann kam aber das Erdbeben von 1906 in San Francisco und man benötigte dringend neue Wasserreservoirs. Da wurde der Widerstand einfach weggefegt. 1922 war die erste Ausbaustufe des Damms fertig, 1937 waren die heutigen, schon recht imposanten Ausmaße erreicht. Im Vergleich zum Lake Mead ist das Reservoir auch recht gut gefüllt. Interessant ist, dass das Wasser ohne jegliche Pumopenleistung bis in das über 200 Meilen entfernte San Francisco gebracht wird, nur durch Gefälle der Wasserleitung.

Nach dem tiefsten Punkt des Parks gings es wieder zurück in den „normalen“ Park und dort zum höchsten Punkt. Dazu wurde die fast 90 Meilen lange Tioga Road in Angriff genommen die am Ende beim Tioga Pass auf über 3000 Meter ansteigt. Wie man sich vorstellen kann, ist die Strasse deswegen meist von November bis Mai geschlossen. Nun im Sommer kann man sie aber komplett befahren und sie bietet wieder atemberaubende Bilder. Die gesamte Strecke säumen wunderschöne Wälder die Strasse. In der wirklich glasklaren Höhenluft und der schönen Septembersonne wirkt das alles noch imposanter. Man hätte fast jeden Baum knipsen können, was aber letzlich zwar schön aber langweilig geworden wäre. Im zweiten Teil der Strecke wechselt das Panorama und zwischen den Wald mischt sich mehr Fels. Dieser Bereich ist sehr stark von der letzten Eiszeit geprägt und an den Felsen kann man sehr stark die Arbeit des Gletschereises bewundern. Hier befinden sich auch zwei glasklare Gletscherseen. Man kann auch darin baden, was auch einige Wagemutige gemacht haben und danach eine ordentliche Aufwärmung notwendig hatten.
Im letzten Teil der Strecke findet wiederum ein Wechsel des Panoramas statt auf subalpine Vegetation, weite Graslandschaften wechseln sich mit Nadelwäldern ab. Hier auf fast 3000 Meter waren aber immer noch Temperaturen von etwa 15 Grad Celsius, welche in der Sonne noch wärmer vorkamen, da kaum Wind herrschte. Nach dem Tioga Pass erfolgte die Abfahrt nach Lee Vining, welche sehr steil ist. Die Strasse ist aber gut ausgebaut mit weiten Kurven, so dass man das mit einem PKW locker schafft. Ein Leben als LKW Bremse möchte ich hier aber nicht führen.

In Lee Vining erreichte ich meine heutige Unterkunft, die Lake View Lodge (Lee Vining liegt am Mono Lake). Wie man sich vorstellen kann, besteht der Lake View aus einem kleinen Seitenblick, das die Lodge für mehr auf der falschen Strassenseite liegt. Ansonsten ist sie aber in Ordnung und hat riesige Zimmer. Im Benachbarten Bodie Mike´s BBQ Restaurant gabs dann noch die BBQ Combo, heisst halbes Schwein und halbes Rind mit Salat und Pommes (nebenan, bekam ein Dreikäsehoch den Hot Dog Kinderteller. Als dieser serviert wurde musste ich in mich hineingrinsen und mir vorstellen, wie viele Frauen zu Hause an diesem kläglich scheitern würden. ;-))) )

Nun geht’s ab ins Bett und morgen ist wieder großer Fahrtag. Fast 300 Meilen um den Yosemite drumrum bis nach Frisco. Ob ich mir das gut überlegt habe ?????

15. September Fresno- Yosemite National Park


Nach einigen Einkäufen machte ich mich auf den Weg zum Yosemite National Park. Erst einmal war ich überrascht über die lange Fahrtzeit, die das Navi anzeigte von fast 2.5 Stunden. Bis ich dann feststellte, dass sich das bezog auf die Strecke bis Yosemite Valley und nicht bis Parkgrenze. Da war ich dann beruhigt. Zuerst sah der Yosemite NP ähnlich aus, wie der Sequoia NP am Tag zuvor, nur halt ohne große Sequoias. Die Wälder sind allerdings noch größer und üppiger. Es war heute auch mächtig warm. Fast 30°C im Wald auf etwa 2000m Höhe ist schon ziemlich happig. Das hatte ich mir angenehmer vorgestellt. Mal sehen, wie es morgen auf der Tioga Road wird, dort geht’s dann über 3000m hoch. Nun plätscherte der Yosemite NP so recht unspektakulär vor meinem Auge hin und ich begann mich schon zu fragen, warum die hier alle wie die bekloppten her fahren. Dann kam ich am Glacier Point an und ich wusste warum. Es gibt Postkartenausblicke und es gibt Panoramas bei denen man weiss, aus diesen Aufnahmen wirst du definitiv versuchen einen Stitch zu machen und diesen Dir in größtmöglicher Form an die Wand packen. Dieser Ausblick war so einer.Die ganzen Berge und Täler des Parks lagenvor einem. Ein wirklich atemberaubendes Panorama, welches dadurch noch schöner wurde, das es in der schönsten Septembernachmittagssonne vor mir lag und das Ganze auch noch in glasklarer Luft. Da legt man nach getanner Fotografierarbeit auch gerne die Kamera beiseite und setzt sich still hin um die Landschaft zu geniessen.
Auf der Weiterfahrt gab es auch noch einen weiteren Traumhaften Ausblick am Tunnel View, der wie der Name schon sagt, direkt hinter einem Tunnel liegt. Bei diesem hat man übrigends so viel Gottvertrauen in den Fels, dass man die Hälfte des Tunnels erst gar nicht verschalt hat.
Am Ende des Tages kehrte ich in mein „Hotel“ ein. Es nannte sich Housekeeping Camp und ist eigentlich ein riesiges Zeltlager mit über 250 fest aufgebauten Zelten. Die haben alles , was man braucht. Zur Begrüßung gabs sogar ein Marshmellow Package fürs Lagerfeuer. So wurde auf dem Grill auf Holz, wie man es in Namibia gelernt hat ein ordentliches Porterhouse Steak in Nidrigtemperatur gegart. Lecker ! Um 22.00 Uhr ist hier Ruhe angesagt und das haben wir hier gleich. Und vorher muss noch alles, was irgendwie riecht in Bärensichere Boxen verpackt werden. Auch alles an Nahrungsmittel aus dem Auto muss raus. Nicht, dass mich noch ein echter Balou im Zelt besucht.

Montag, 15. September 2014

14. September Sequoia National Park


Heute stand der nächste Nationalpark auf dem Programm. Die namensgebenden Sequoias sind im deutschen auch besser als Mammutbäume bekannt. Der Park ist in zwei Teile aufgeteilt. Der Südteil Richtung Mineral King ist schwierig zu finden, da die Einfahrt etwas versteckt ist. Zudem ist die Auffahrt sehr eng und verwinkelt und streckenweise sehr steil. Da muss man auf sein Auto aufpassen.Zum einen, dass es auf der engen Strasse bleibt (sonst geht es seeeeehr tief nach unten, Leitplanken Fehlanzeige), zum anderen das nicht das Getriebe bei der Bergauffahrt anfängt zu kochen und bei der Rückfahrt bergab nicht die Bremsen glühen. In beiden Teilen des Parks müssen immense Höhenunterschiede bewältigt werden. Es geht teilweise auf über 2500 Meter hoch. Wer hier keine Serpentinen mag, meidet diesen Park besser. Dieser Teil des Park ist eher etwas für die Individual und Outdoor Touristen. Hier finden sich einsame Campingplätze und einfache Lodges mit vielen Wanderwegen. Die Mammutbäume sind nicht ganz so groß, wie im anderen Teil des Parks, dafür ist der Wald ursprünglicher und es sind nicht ganz so viele Touristen da.
Der Nordteil ist der bekanntere. Denn hier führt die große Strasse hin, so dass kein Ami aussteigen muss und in diesem Teilist der „Giant Forest“. Und hier haben die Amis ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Diese Mammutbäume sind wirklich verdammt groß. Bis zu 80 Meter hoch und bis zu 13 Meter der Basis. Das absolut faszinierende an diesen Bäumen ist für mich, dass sie ihre Stammdicke fast bis zur Spitze durch halten und damit einfach immense Ausmasse halt nicht nur in der Länge haben. Was bei diesen Bäumen in der Baumkrone als Ast aus dem Stamm kommt, entspricht in etwa einer deutschen Eiche.
Wenig erstaunlich, dass dann auch die zwei größten Bäume der Welt in diesem Park „wohnen“. Die großen Sequoias wurden meist nach alten Kavallerie Generälen benannt. So gibt es den General Sherman Tree, welcher der nach Umfang und Raummetern, der größte Baum de Welt ist und auch insgesamt als das größte Lebewesen der Welt geführt wird. Dann gibt es weiter nördlich den General Grant Baum. Dieser ist dann der höchste Baum mit 268 Fuss.
Zumindest wird das behauptet. Kann natürlich sein, dass im Amazonas oder in Kamschatka noch Bäume leben, die doppelt so groß sind, die aber keine Sau kennt.
Das beeindruckenste am Wald hier ist aber, dass die Mammutbäume nicht etwa als einzelne Bäume herausragen. Nein, die weiteren Bäume sind fast genauso groß. Und so werden die Sequoias von wahrlich riesigen Fichten und Tannen umgeben, die kaum kleiner sind als die Mammutbäume. Sie haben nur deutlich dünnere Stämme. Dann muss man, um diese Bäume zu sehen ordentlich nach oben, denn sie gedeihen nur an den Westhängen der Sierra Nevada zwischen 1500m und 2500m Höhe. Das macht jeden Kurzspaziergang zur Tortur wegen der dünnen Luft.

Dann gibt es auch Tiere. Auffällig sind die Unmengen an Eichhörnchen, welche es in zwei Ausführungen gibt. Einmal etwas größer und in Grau und dann noch in Kleinversion mit Braun und farbiger Musterung. Beide reichlich gesehen und abgelichtet, denn sie haben sich an den Menschen gewöhnt. Das Gleiche gilt auch für die Bären. Ich habe zum ersten Male wilde Bären gesehen. So sehr ich mich darüber freue, so erschrocken war ich doch, wie sehr diese Tiere die Fluchtdistanz zum Menschenverloren haben. Tauchte ein Bär auf, war an dieser Stelle Verkehrschaos angesagt.Ich hatte gleich eine ganze Familie (Mama und 3 Kinder). Diese waren wenigstens noch mehr 100 Meter weg. An der nächsten Stelle tauchte ein Einzelbär auf, der keine 10 Meter weg war und das auch als normal ansah. Dort schritt ein anwesender Ranger ein und verscheuchte das Tier sofort. Die Tiere hier im Park haben sich erschreckend stark an den Menschen gewöhnt. Das kenne ich aus den afrikanischen Parks so nicht.

Morgen geht es nun zum Yosemite National Park. Dort werde ich zwei Tage Zeit haben, da ich eine Nacht im Park übernachte. Daher der nächste Bericht erst aus San Francisco. Bis dann.


Sonntag, 14. September 2014

13.09. Los Angeles – Palmdale- Mojave- Three Rivers


Heute hiess es Abschied von Los Angeles zu nehmen. Dazu hatte ich mich entschlossen, auf das Pappfrühstück im Holiday Inn Express zu verzichten. Ich besorgte mir ein schönes Sandwich und einen großen Becher Milch und setzte mich noch einmal auf den Imperial Hill. Das ist eine sehr bekannte Spottingposition am Flughafen Los Angeles. Sie liegt erhöht über dem Flughafen und bietet einen wundervollen Überblick über den Platz. Dazu wurden von der Gemeinde recihlich Stühle und Bänke aufgestellt, Bäume für Schatten sind auch da und typisch amerikanisch, kann man hinter „seiner“ Bank direkt parken. Ich hatte mich entschieden heute noch in der Citadelle Outlet Mall shoppen zu gehen, diese macht aber erst um 10.00 Uhr auf. So hatte ich genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück am LAX. Irgendwann musste ich dann aber auch mal los. Es war schon sehr spannend zu sehen, wie ruhig und entspannt der Verkehr in L.A. sein kann, wenn der Berufsverkehr durch das Wochenende ausfällt. Der Besuch in der Citadelle Mall verlief für mich leider enttäuschend. Und das, obwohl es dort sogar ein Geschäft für Herrenmode in Übergrößen gab. Aber was soll ich sagen, es gibt so Übergrößenläden, deren System muss man nicht verstehen. Dieser gehörte zu der Sorte, die ich gar nicht mag. Man meint, vermeintliche Eitelkeiten seiner Kunden, durch massives Aufpusten der Kleidergrößen bedienen zu müssen. Ein Beispiel gefällig: In Deutschland trage ich eine 4XL. In diesem Laden war das Gleiche bestenfalls eine 2XL. Dazu hatte alles auch diesen „Ballonlook“ für manche „Big Daddys“ wohl das Richtige, für mich leider nicht. Zumal, weil das was passte und halbwegs aussah dann leider alles andere als Outlet Preise hatte. Nun sollte man nicht meinen, dieses „Aufpusten“ der Klamotten machen alle. Weitg gefehlt. Voller Stolz griff ich bei Nike zu einem Hoodie in 2XL und fragte mich „Wer zum Teufel hat hier die Luft rausgelassen oder das falsche Etikett eingenäht ?“. Naja, sehen wir es positiv: Geld gespart.

Weier ging es zum Flughafen Palmdale. Dieser ist bekannt als Produktionsstätte des Flugzeugherstellers Lockheed Martin. Hier wurden unter anderem folgende Flugzeuge gebaut: L-1011 Tristar, F-117 Nighthawk (auch als Stealth Fighter bekannt), B-2. Zudem ist hier die Ideenschmiede der Militärluftfahrt auch als „Skunk Works“ bekannt, und die Air Research Division der NASA beheimatet. Der Platz selber ist recht ruhig und uninteressant. Es gibt aber einen öffentlichen Airpark, welcher von Freitag bis Sonntag geöffnet ist und das Ganze ist kostenfrei. Highlights sind zwei SR-71 Blackbird (davon 1 Prototyp), B-52, NASA Jetstar, Curtiss Commando und als neuste Errungenschaft der Boeing 747 Shuttle Carrier, mit dem früher die Shuttles der NASA zwischen der Edwards AFB, die ja nebenan liegt, und Florida hin- und hergeflogen wurden.Nun wird er nicht mehr gebraucht, da kann man ihn auch nebenan ins Museum stellen. Witzige Anekdote ist hierbei auch, dass die Amis an einem deutschen Flugzeug rumgebastelt haben um daraus ggfs. Einen Militärtransporter zu bauen. Man hat der Dornier DO328 ein neues Heck mit Heckladerampe verpasst aus neuesten Materialien. Über einen Prototypen kam das Projekt wohl nie hinaus.

Von Palmdale ging es weiter Mojave Air- und Spaceport. Leider liess sich dort Richard Bransons „Virgin Space Aircraft“ nicht blicken. Ansonsten ist Mojave ein großer Flugzeugabstellplatz und – friedhof. Es gibt nur wenige Flugzeuge, die von hier auch wieder wegfliegen. Meist fliegen sie hier nur hin und enden nach einiger Zeit als Cola Dosen.

Dann musste ich auch mal auf die Tube drücken. Es waren noch über 100 Meilen bis zum Tagesziel Three Rivers vorm Sequoia National Park.Man fuhr zuerst durch ein riesiges Tal, welches so dermaßen mit Windrädern zugestellt wurde, wie ich es noch nirgends in der Welt gesehen habe. Wer an der Autobahn bei Magdeburg glaubt, dass seien viele Windräder, muss hierher kommen. Man wird eines Besseren belehrt. Danach fährt man durch den Obst und Weingarten Kaliforniens. Riesige Plantagen und Rebenfelder säumen den Weg. Man sieht aber auch, dass ein hoher Preis dafür gezahlt werden muss. Eigentlich ist das Land auch nur Wüste. Dementsprechend muss ein irrwitziger Bewässerungsaufwand betrieben werden. Und das bei den bekannten Wasserproblemen in Kalifornien. Mal sehen, wie lange man das hier noch durchhält. Aber das ist mir hier schon recht deutlich aufgefallen: Man redet hier sehr viel über Nachhaltigkeit „Sustainability“, aber mit dem Handeln hinkt man noch seeeehr weit hinterher. In meinen Augen hat man allgemein noch gar keinen Plan, wo man überhaupt mal anfangen sollte und daher lässt man alles beim Alten.

Kurz nach Sonnenuntergang kam ich dann in der Best Western Holiday Lodge an (die nicht zur gleichnamigen Kette gehört).

Und morgen lautet dann das Motto:

Mammutmensch trifft Mammutbaum !!!!! ;-)