Heute ist zwar nicht viel Programm aber ich bin trotzdem
sehr aufgeregt. Es geht heute endlich aufs Schiff. Nach dem Frühstück ging ich
einmal um die Ecke und konnte einen Blick auf den Hafenkai werfen. Dort war am
frühen Morgen die MV Akademik Sergey Vavilov eingetroffen und ich konnte so
einen Blick auf meine neue Heimat für die kommenden 20 Tage werfen. Schon um
0900 Uhr musste ich mein Gepäck an der Rezeption zum Pick up abgeben. Danach
begab ich mich zum Pier, machte einige Fotos und danach ging es nochmal zur
Playa Larga zum Seevögel fotografieren, aber für die Sturmvögel war leider
wieder zu wenig Wind. So blieben mir nur Fotos von Möwen, die aber mit dem
Bergen im Hintergund auch sehr schön waren. Aber es schaute auch sogar ein
Adler vorbei.
Dann musste ich meinen Mietwagen abgeben. Danach schlug ich
in der Stadt ein wenig die Zeit tot. Um 1500 Uhr begann der Check in im Hotel
Albatross. Der kürzeste Check In ever. Pass auf den Tisch legen. Fertig ! Um
1600 Uhr fuhr uns dann der Bus zum Schiff. Ganze 300 Meter Fahrt. Aber nunmal
Vorschrift. Danach ging es aufs Schiff und ich lernte meinen Zimmergenossen für
die Fahrt kennen. Jörgen aus Schweden wird mich begleiten. Unser Gepäck war
schon auf dem Zimmer. Wir packten erst einmal unsere Koffer aus und verstauten
den Inhalt in den Schränken, damit die Koffer ins Lager konnten und wir wieder
Platz in der Kabine hatten. Diese war ordentlich aber einfach ausgestattet. Ist
halt ein Expeditionsschiff und kein 5 Sterne Kreuzfahrtschiff. Nach 1 Stunde
gab es ein kleines Welcome Buffet in der Bar mit ersten Hinweisen von der Crew.
Als wir auf dem Achterdeck unsere Drinks zu uns nahmen, kam die Sonne raus und
über dem Schiff stand ein doppelter Regenbogen. Wir nahmen dies als ein gutes
Zeichen für die kommende Fahrt. Da wussten wir noch nicht, dass dieser doppelte
Regenbogen nicht nur das gute Omen sondern auch das Motto dieser Kreuzfahrt
werden sollte.
Wir bekamen alle Namensschilder zum besseren Kennenlernen.
Wir sind ja nur 80 Gäste. Dazu kommen etwa 15 Mitarbeiter des Veranstalters und
40 Crewmitglieder aus Kaliningrad, die sich um das Schiff und die Bewirtung
kümmern. Diese russische Crew bleibt übrigends für ein komplettes Jahr an Bord.
Bordsprache ist Englisch. Nur die Russen sprechen untereinander russisch. Bevor
wir ablegten liefen noch zwei neue Schiffe im Hafen, ein kleines
Expeditionsschiff und danach ein dicker Kreuzfahrtdampfer. Wir legten ab und im
Anschluss fand gleich der Sicherheitsdrill statt.
Dann wurden wir zum ersten Dinner gerufen. Es wird
peinlichst darauf geachtet, dass jeder die Hände vorm Betreten desinfiziert.
Die Ärztin Kate steht neben der Tür und Ihrem scharfen Auge entgeht nichts.
Beim Essen ist Buffet beim Frühstück komplett und bei den anderen Mahlzeiten
nur für die Salate. Ansonsten wird zuerst eine Suppe serviert und danach kann
man aus 2-3 Tellergerichten auswählen und im Anschluss wird ein Nachtisch
serviert. Und bestellt man sich einen Wein, muss man ihn nicht austrinken, die
Flasche wird mit Namen versehen und man kann schon bei den nächsten Mahlzeiten
weitertrinken. Es ist Free Seating und, was ich sehr schön finde, die
Mitglieder der kanadischen Veranstalter Crew mischen sich beim Essen unter die
Gäste, so lernt man sich sehr gut kennen. Die Gäste sind sehr international.
Viele Kanadier, dazu Amerikaner, Chinesen, Australier, Neuseeländer,
Kolumbianer, Holländer, Briten und ich bin einer von ganzen 3 Deutschen.
Wundert Euch also nicht, wenn ich nach meiner Rückkehr eher einen Spenglisch
mix spreche als Deutsch.
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