Heute hiess es Abschied von Los Angeles
zu nehmen. Dazu hatte ich mich entschlossen, auf das Pappfrühstück
im Holiday Inn Express zu verzichten. Ich besorgte mir ein schönes
Sandwich und einen großen Becher Milch und setzte mich noch einmal
auf den Imperial Hill. Das ist eine sehr bekannte Spottingposition am
Flughafen Los Angeles. Sie liegt erhöht über dem Flughafen und
bietet einen wundervollen Überblick über den Platz. Dazu wurden von
der Gemeinde recihlich Stühle und Bänke aufgestellt, Bäume für
Schatten sind auch da und typisch amerikanisch, kann man hinter
„seiner“ Bank direkt parken. Ich hatte mich entschieden heute
noch in der Citadelle Outlet Mall shoppen zu gehen, diese macht aber
erst um 10.00 Uhr auf. So hatte ich genügend Zeit für ein
ausgiebiges Frühstück am LAX. Irgendwann musste ich dann aber auch
mal los. Es war schon sehr spannend zu sehen, wie ruhig und entspannt
der Verkehr in L.A. sein kann, wenn der Berufsverkehr durch das
Wochenende ausfällt. Der Besuch in der Citadelle Mall verlief für
mich leider enttäuschend. Und das, obwohl es dort sogar ein Geschäft
für Herrenmode in Übergrößen gab. Aber was soll ich sagen, es
gibt so Übergrößenläden, deren System muss man nicht verstehen.
Dieser gehörte zu der Sorte, die ich gar nicht mag. Man meint,
vermeintliche Eitelkeiten seiner Kunden, durch massives Aufpusten der
Kleidergrößen bedienen zu müssen. Ein Beispiel gefällig: In
Deutschland trage ich eine 4XL. In diesem Laden war das Gleiche
bestenfalls eine 2XL. Dazu hatte alles auch diesen „Ballonlook“
für manche „Big Daddys“ wohl das Richtige, für mich leider
nicht. Zumal, weil das was passte und halbwegs aussah dann leider
alles andere als Outlet Preise hatte. Nun sollte man nicht meinen,
dieses „Aufpusten“ der Klamotten machen alle. Weitg gefehlt.
Voller Stolz griff ich bei Nike zu einem Hoodie in 2XL und fragte
mich „Wer zum Teufel hat hier die Luft rausgelassen oder das
falsche Etikett eingenäht ?“. Naja, sehen wir es positiv: Geld
gespart.
Weier ging es zum Flughafen Palmdale.
Dieser ist bekannt als Produktionsstätte des Flugzeugherstellers
Lockheed Martin. Hier wurden unter anderem folgende Flugzeuge gebaut:
L-1011 Tristar, F-117 Nighthawk (auch als Stealth Fighter bekannt),
B-2. Zudem ist hier die Ideenschmiede der Militärluftfahrt auch als
„Skunk Works“ bekannt, und die Air Research Division der NASA
beheimatet. Der Platz selber ist recht ruhig und uninteressant. Es
gibt aber einen öffentlichen Airpark, welcher von Freitag bis
Sonntag geöffnet ist und das Ganze ist kostenfrei. Highlights sind
zwei SR-71 Blackbird (davon 1 Prototyp), B-52, NASA Jetstar, Curtiss
Commando und als neuste Errungenschaft der Boeing 747 Shuttle
Carrier, mit dem früher die Shuttles der NASA zwischen der Edwards
AFB, die ja nebenan liegt, und Florida hin- und hergeflogen
wurden.Nun wird er nicht mehr gebraucht, da kann man ihn auch nebenan
ins Museum stellen. Witzige Anekdote ist hierbei auch, dass die Amis
an einem deutschen Flugzeug rumgebastelt haben um daraus ggfs. Einen
Militärtransporter zu bauen. Man hat der Dornier DO328 ein neues
Heck mit Heckladerampe verpasst aus neuesten Materialien. Über einen
Prototypen kam das Projekt wohl nie hinaus.
Von Palmdale ging es weiter Mojave Air-
und Spaceport. Leider liess sich dort Richard Bransons „Virgin
Space Aircraft“ nicht blicken. Ansonsten ist Mojave ein großer
Flugzeugabstellplatz und – friedhof. Es gibt nur wenige Flugzeuge,
die von hier auch wieder wegfliegen. Meist fliegen sie hier nur hin
und enden nach einiger Zeit als Cola Dosen.
Dann musste ich auch mal auf die Tube
drücken. Es waren noch über 100 Meilen bis zum Tagesziel Three
Rivers vorm Sequoia National Park.Man fuhr zuerst durch ein riesiges
Tal, welches so dermaßen mit Windrädern zugestellt wurde, wie ich
es noch nirgends in der Welt gesehen habe. Wer an der Autobahn bei
Magdeburg glaubt, dass seien viele Windräder, muss hierher kommen.
Man wird eines Besseren belehrt. Danach fährt man durch den Obst und
Weingarten Kaliforniens. Riesige Plantagen und Rebenfelder säumen
den Weg. Man sieht aber auch, dass ein hoher Preis dafür gezahlt
werden muss. Eigentlich ist das Land auch nur Wüste. Dementsprechend
muss ein irrwitziger Bewässerungsaufwand betrieben werden. Und das
bei den bekannten Wasserproblemen in Kalifornien. Mal sehen, wie
lange man das hier noch durchhält. Aber das ist mir hier schon recht
deutlich aufgefallen: Man redet hier sehr viel über Nachhaltigkeit
„Sustainability“, aber mit dem Handeln hinkt man noch seeeehr
weit hinterher. In meinen Augen hat man allgemein noch gar keinen
Plan, wo man überhaupt mal anfangen sollte und daher lässt man
alles beim Alten.
Kurz nach Sonnenuntergang kam ich dann
in der Best Western Holiday Lodge an (die nicht zur gleichnamigen
Kette gehört).
Und morgen lautet dann das Motto:
Mammutmensch trifft Mammutbaum !!!!!
;-)
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