Die Drake Passage präsentiert sich glücklicherweise
weiterhin eher als Drake Lake. Nur leichte Wellenbewegung und somit auch nur
wenig Bewegung im Schiff. Selbst die Besatzung kann sich nicht entsinnen, wann
sie das letzte Mal eine so ruhige Überfahrt hatten. Es ist aber eine knappe
Angelegenheit. Uns wurden heute die Wetterkarten gezeigt. Genau hinter uns
zieht ein Sturm durch. Nur einen Tag später wären wir wirklich in Probleme
geraten.
Nach dem Frühstück erhielten wir einen Vortrag über die in
der Antarktis vorkommenden Bartenwale. Das sind alle Wale ohne Zähne, z.B.
Blauwal, Buckelwal, etc.. Sehr interessant und wird uns bei Sichtungen bestimmt
weiterhelfen, die einzelnen Arten auseinanderzuhalten.
Kurz vorm Mittagessen wurde der erste Eisberg gesichtet. Es
gab einen Wettbewerb, wann und wo der erste Eisberg gesichtet wird. Ich lag
satte 4 Stunden daneben. Danach konnte
man von Deck sehr gut verschiedene Seevögel beobachten und fotografieren. Gegen
16 Uhr kam ein großer Tafeleisberg in Sicht. Gleich im Anschluss erhielten wir,
passend zum Anlass AUF Deck, eine Einweisung zum Camping, welches am Folgetag
geplant ist. Hier wird unter freiem Himmel eine Nacht im Schlafsack in einem
Schneeloch verbracht. Ich habe den Schlafsack ausprobiert und wie zu erwarten
war, war er zu klein. Die Mütze ging nicht über den Kopf und die Arme passten
nicht hinein. Aber nachdem ich ein
„wenig“ am fluchen war, denn ich hatte mich echt darauf gefreut, kam die
Besatzung zu mir und hat nach einer Lösung gesucht. Ich bekomme nun 2
Schlafsäcke und so halten wir auch meinen Oberkörper warm. Nun muss nur noch
das Wetter passen, denn die Ausläufer des o.g. Sturms erreichen uns auch hier.
Die Frage ist, wie schnell ziehen sie durch.
Im Anschluss wurden wir in der Bar informiert, was denn in
den nächsten Tagen alles für uns auf dem Programm steht für den Antarktis Teil
der Reise. Natürlich alles unter Wettervorbehalt.
Am Abend gab es dann noch ein nettes Spielchen auf dem
Programm mit dem Namen „How Big is it ?“ An den Tischen wurden Gruppen
gebildet. Ich bildete mit ein paar Schweden die Gruppe OPD = Obssessive Pinguin
Disorder. Man wurde gefragt, wie groß verschiedene Dinge sind und dann mußte mit einer Wäscheklammer an einer Leine
seine Antwort abgeben. Dann wurde nachgemessen. OPD machte immerhin Platz 3 und
hatte Spaß dabei.
Es ging dann früh ins Bett. Ab morgen geht´s in die Boote
und täglich 2 Expeditionen. Die Spannung steigt.
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