Montag, 11. Februar 2019

02.02.19 Grydviken und Jason Harbour



Heute machen wir mal in Geschichte. Auf dem Plan stand der Besuch von Grydviken, einer alten Walfangstation auf Südgeorgien. Hier ist aber auch der Sitz der Regionalverwaltung, die unter britischer Hoheit steht. Nur mit einer kleinen argentinischen Unterbrechung während des Falkland Krieges. Das bedeutet aber auch, dass wir hier einige Formalitäten zu erledigen hatten. Zuerst waren hier die Einreise und Zollformalitäten zu erledigen. Da haben wir Passagiere nichts von mitbekommen. Wir erhielten währenddessen einen Vortrag über den South Georgia Heritage Trust, der sich darum kümmert, die historischen Stätten zu restaurieren und die Insel frei von eingeschleppten Ungeziefer zu halten. Darum gab es im Anschluss  eine Inspektion unserer Bemühungen die Regularien zur Biosecurity einzuhalten. Nun sollte sich herausstellen, ob wir gestern alle sorgfältig waren bei der Vacuum Party. Neben einer Schiffsinspektion mussten alle Gäste an der Gangway in voller Montur antreten und dann wurde kontrolliert. Alle Anzüge, alle Klettverschlüsse und alle Stiefel von etwa zwei Drittel aller Gäste wurde kontrolliert. Wir mussten eine Quote von 85% ohne Beanstandung erreichen, um die Inspektion zu bestehen. Wir haben satte 98% erreicht. Nur ein Stiefel war nicht sauber genug. Dem Vernehmen nach war es bei der letzten Reise nicht so erfolgreich. Dreimal darf man raten, wer da vornehmlich an Bord war…….. ach lassen wir das. Wir haben auf jeden Fall von der Verwaltung eine Belobigung bekommen. Im Anschluss durften wir dann auch an Land.
Zuerst wurde der Friedhof besucht, auf dem Ernest Shackleton und seine rechte Hand Frank White begraben sind. Es gab eine kleine Rede unseres Historikers, dann einen „Toast the Boss“ und im Anschluss wurde der übriggebliebene Whiskey, wie es die Tradition verlangt, über dem Grab verschüttet. Seltsame Tradition. Aber dafür sind die Briten ja bekannt. Im Anschluss konnten uns frei in den Überresten der Walfangstation frei bewegen. Übrigends die einzige Walfangstation in der man das darf. Die anderen auf der Insel sind alle noch asbestverseucht. Daher maximale Annäherung 200 Meter. Es war schon erschreckend zu sehen, wie hier die Wale wirklich fabrikmäßig verarbeitet wurden. Die Station hatte eine Kapazität von über 200 Tonnen Walfleischverarbeitung am Tag (!!). Man kann sich vorstellen, wie viele Wale hierfür nötig waren. Und das war ja nur eine Walfangstation. Erschreckend auch, dass die Walfangstation bis in die späten 60er Jahre in vollem Umfang im Betrieb war. Da sehe ich sie doch lieber verfallen und die Wale leben. Typisch britisch, wird natürlich auch am Ende der Welt ein Museum gebaut. Ebenfalls typisch britisch, kein schlechtes. Und mit einem Top ausgestatteten Gift Shop.  Akzeptiert Britisches Pfund, US Dollar und Euro, dazu wenn die Satellitenleitung funktioniert auch alle gängigen Kreditkarten. Da hatte sie einen wieder, die alte Welt. Dann war die Kassiererin auch noch deutsch. Hab dann trotzdem zu viel eingekauft.
Am Nachmittag gab es dann einen eher ruhigen Besuch. Eine Bucht weiter in Jason Harbour Gab es eine kleine Hütte, die noch bis heute von den Bewohnern Grydvikens als Schutzhütte benutzt wird und zu Zeiten der Walfänger als Zwischenstation beim Posttransport diente. Gebaut wurde dieser einfache Holzbau in 1904. Am Strand herum gab es Königspinguine, Pelzrobben, Große Sturmvögel und Seeelefanten. Alles in überschaubarer Anzahl, so aber zum genießen und mal in noch nicht so bekannter Landschaft. Erstreckte sich hinter dem Steinstrand ein ausgedehntes Moor. Hätte niemals Seelefanten im Moor erwartet. Ist schon etwas gespentisch, wenn hinter irgendwelchen Grasbüscheln etwas atmet, wie Darth Vader in seinen letzten Zügen und dann erkennt man erst den Seeelefanten. Ist ja nur 6 Meter lang, kann man mal übersehen.

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