Montag, 11. Februar 2019

28.01.19 Weddell Sea und Hope Bay



Heute stand ein Höhepunkt der Reise auf dem Programm.Wir fuhren durch den Antarctic Straight in das Weddell Meer hinein, welches auf der Ostseite der Antarktischen Halbinsel liegt. Diese Tour steht bei vielen Reisen auf dem Programm, muss dann aber wieder aufgrund der Eisbedingungen gestrichen werden. Am Vormittag fuhren wir durch die Passage und machten eine Rundfahrt auf dem Schiff. Wir wurden von Buckelwalen und Sturmvögeln begleitet. Nach einer Stunde Rundfahrt kam Aufregung ins Schiff. Unser Schiffsbiologe Dick Foster machte die Durchsage, dass Orcas voraus gesichtet wurden. In dieser Gegend ebenfalls ein seltenes Glück. Der ein oder andere ließ sich sogar recht nah am Schiff blicken. Ein tolles Erlebnis für alle Gäste. Weiter ging es in die Weddell See hinein und dann sahen wir das eigentliche Objekt der Begierde des heutigen Tages: Adeliepinguine, die auf mehreren Eisbergen sich häuslich eingerichtet haben. Adeliepinguine leben in der Weddell See in großer Zahl. Sie sind irgendwie noch putziger als alle bisher gesehenen Pinguine. Sie sind auch genau das, was unsere eigentliche Vorstellung eines Pinguins ist. Haben sie doch einen komplett schwarzen Kopf aus dem dunkle Augen mit einem hellen Ring hervor schauen. So sahen Pinguine im Schulbuch aus. Nun waren sie vor mir. Adeliepinguine wurden von ihrem Entdecker, einem französischen Forscher namens Jules Dumont d´Urville, zusammen mit einer Insel nach dessen Frau Adélie benannt. Gedankt hat es ihm die Dame leider nicht. Sie hatte sich vor seiner Rückkehr aus der Antarktis von ihm getrennt und die Scheidung eingereicht. Undankbarkeit ist der Welten Lohn. Zufrieden gingen wir zum Mittagessen und jubelten über die tolle Gelegenheit, diese Tiere sehen zu dürfen. Wenn wir da schon gewusst hätten, was uns am Nachmittag erwartet.
Wir fuhren wieder zurück Richtung Antarktischer Halbinsel und machten Halt vor Hope Bay. Es stand eine gut 2 stündige Zodiac Tour ohne Landgang auf dem Programm. Das Wetter war ziemlich neblig und wir waren gespannt, was uns erwartet. In Hope Bay betreiben die Argentinier eine Forschungsstation Namens Esperanza. Auf dieser dürfen die Forscher auch ihre engsten Familienmitglieder mitbringen. Und so ist die Esperanza eher ein Dorf. Gibt es dort auch zum Beispiel eine Schule für die Kinder. Dort sind auch schon Kinder geboren worden. Esperanza hat auch ein eigenes Mobilfunknetz und so wurden wir gewarnt, unsere Mobiltelefone besser in den Flugmodus zu stellen um keine teure Überraschung zu erleben. Wir fuhren durch große Mengen kleiner Eisschollen auf die Station zu. Auf den größeren Eisschollen hatten es sich Weddell Robben gemütlich gemacht, die wir wieder aus nächster Nähe beobachten konnten. Diese nahmen ihre Rolle als Fotomodell ganz professionell an und fingen an für uns fotogen zu posieren. Wir bedankten uns dafür und fuhren weiter. Auf dem Weg sammelte unsere Fahrerin Becky einige Gletschereisstücke für die abendlichen Cocktails ein. Dabei legte sie einen derartigen Einsatz an den Tag, dass ich sie mehr als einmal am Kragen packen musste, damit sie nicht ins Wasser fällt. Wir fuhren um eine kleine Halbinsel herum und die Anzahl der Adelies , die um uns herum im Wasser hüpften, stieg beträchtlich. Und als wir die Halbinsel hinter uns ließen, wussten wir auch warum. Vor uns lag die größte Adeliepinguinkolonie der ganzen Antarktis. Hier lebten 125.000 Paare. Bedeutet mit den geschlüpften Küken begrüßten uns über 300.000 Pinguine (!!!!!) mit ihrem markanten Odeur. An Land ein unglaubliches Konzert an Pinguingebrüll und an den Stränden ein wuseliges Kommen und Gehen von Adelies, die zur Jagd gingen oder von ihr zurückkehrten. Wir wussten von vorherigen Kolonien, dass sich Pinguine eigene Wege erschaffen um die Berge gut herauf und wieder runter zu klettern. Hier haben sie wahre Autobahnen gebaut. Mit mindestens 8 Spuren. Und es herrschte ganz klar geregelter Rechtsverkehr. Rechts gings den Berg rauf und links wieder runter. Bei den Adelies gibt es aber auch Straßen im Meer. So kamen uns immer auf den gleichen Wegen im Wasser große Gruppen von immer mindestens 50-100 Tieren entgegen, die dem Land entgegenschwammen oder dieses verließen. Auch im Rechtsverkehr. Kaum war eine Gruppe vorbeigezogen kam die nächste, und so weiter und so weiter …………. Man wurde von der schieren Masse an Pinguinen förmlich erschlagen und wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen oder fotografieren sollte. Irgendwann habe ich die Kamera auch einfach beiseite gepackt, um dieses beeindruckende Schauspiel, das mir die Natur hier bot einfach zu genießen und auf mich wirken zu lassen. Ich hätte noch Stunden an diesem Ort im Boot verbringen können. Irgendwann hieß es aber wieder zurück aufs Schiff. Beim Abendessen gab es tosenden Applaus für die Crew für diesen überwältigenden Ausflug. Fast alle Passagiere ließen den Abend in der Bar ausklingen und erzählten sich Geschichten von diesem wunderbaren Tag.

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