Heute stand der nächste Nationalpark
auf dem Programm. Die namensgebenden Sequoias sind im deutschen auch
besser als Mammutbäume bekannt. Der Park ist in zwei Teile
aufgeteilt. Der Südteil Richtung Mineral King ist schwierig zu
finden, da die Einfahrt etwas versteckt ist. Zudem ist die Auffahrt
sehr eng und verwinkelt und streckenweise sehr steil. Da muss man auf
sein Auto aufpassen.Zum einen, dass es auf der engen Strasse bleibt
(sonst geht es seeeeehr tief nach unten, Leitplanken Fehlanzeige),
zum anderen das nicht das Getriebe bei der Bergauffahrt anfängt zu
kochen und bei der Rückfahrt bergab nicht die Bremsen glühen. In
beiden Teilen des Parks müssen immense Höhenunterschiede bewältigt
werden. Es geht teilweise auf über 2500 Meter hoch. Wer hier keine
Serpentinen mag, meidet diesen Park besser. Dieser Teil des Park ist
eher etwas für die Individual und Outdoor Touristen. Hier finden
sich einsame Campingplätze und einfache Lodges mit vielen
Wanderwegen. Die Mammutbäume sind nicht ganz so groß, wie im
anderen Teil des Parks, dafür ist der Wald ursprünglicher und es
sind nicht ganz so viele Touristen da.
Der Nordteil ist der bekanntere. Denn
hier führt die große Strasse hin, so dass kein Ami aussteigen muss
und in diesem Teilist der „Giant Forest“. Und hier haben die Amis
ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Diese Mammutbäume sind
wirklich verdammt groß. Bis zu 80 Meter hoch und bis zu 13 Meter der
Basis. Das absolut faszinierende an diesen Bäumen ist für mich,
dass sie ihre Stammdicke fast bis zur Spitze durch halten und damit
einfach immense Ausmasse halt nicht nur in der Länge haben. Was bei
diesen Bäumen in der Baumkrone als Ast aus dem Stamm kommt,
entspricht in etwa einer deutschen Eiche.
Wenig erstaunlich, dass dann auch die
zwei größten Bäume der Welt in diesem Park „wohnen“. Die
großen Sequoias wurden meist nach alten Kavallerie Generälen
benannt. So gibt es den General Sherman Tree, welcher der nach Umfang
und Raummetern, der größte Baum de Welt ist und auch insgesamt als
das größte Lebewesen der Welt geführt wird. Dann gibt es weiter
nördlich den General Grant Baum. Dieser ist dann der höchste Baum
mit 268 Fuss.
Zumindest wird das behauptet. Kann
natürlich sein, dass im Amazonas oder in Kamschatka noch Bäume
leben, die doppelt so groß sind, die aber keine Sau kennt.
Das beeindruckenste am Wald hier ist
aber, dass die Mammutbäume nicht etwa als einzelne Bäume
herausragen. Nein, die weiteren Bäume sind fast genauso groß. Und
so werden die Sequoias von wahrlich riesigen Fichten und Tannen
umgeben, die kaum kleiner sind als die Mammutbäume. Sie haben nur
deutlich dünnere Stämme. Dann muss man, um diese Bäume zu sehen
ordentlich nach oben, denn sie gedeihen nur an den Westhängen der
Sierra Nevada zwischen 1500m und 2500m Höhe. Das macht jeden
Kurzspaziergang zur Tortur wegen der dünnen Luft.
Dann gibt es auch Tiere. Auffällig
sind die Unmengen an Eichhörnchen, welche es in zwei Ausführungen
gibt. Einmal etwas größer und in Grau und dann noch in Kleinversion
mit Braun und farbiger Musterung. Beide reichlich gesehen und
abgelichtet, denn sie haben sich an den Menschen gewöhnt. Das
Gleiche gilt auch für die Bären. Ich habe zum ersten Male wilde
Bären gesehen. So sehr ich mich darüber freue, so erschrocken war
ich doch, wie sehr diese Tiere die Fluchtdistanz zum Menschenverloren
haben. Tauchte ein Bär auf, war an dieser Stelle Verkehrschaos
angesagt.Ich hatte gleich eine ganze Familie (Mama und 3 Kinder).
Diese waren wenigstens noch mehr 100 Meter weg. An der nächsten
Stelle tauchte ein Einzelbär auf, der keine 10 Meter weg war und das
auch als normal ansah. Dort schritt ein anwesender Ranger ein und
verscheuchte das Tier sofort. Die Tiere hier im Park haben sich
erschreckend stark an den Menschen gewöhnt. Das kenne ich aus den
afrikanischen Parks so nicht.
Morgen geht es nun zum Yosemite
National Park. Dort werde ich zwei Tage Zeit haben, da ich eine Nacht
im Park übernachte. Daher der nächste Bericht erst aus San
Francisco. Bis dann.
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