Montag, 15. September 2014

14. September Sequoia National Park


Heute stand der nächste Nationalpark auf dem Programm. Die namensgebenden Sequoias sind im deutschen auch besser als Mammutbäume bekannt. Der Park ist in zwei Teile aufgeteilt. Der Südteil Richtung Mineral King ist schwierig zu finden, da die Einfahrt etwas versteckt ist. Zudem ist die Auffahrt sehr eng und verwinkelt und streckenweise sehr steil. Da muss man auf sein Auto aufpassen.Zum einen, dass es auf der engen Strasse bleibt (sonst geht es seeeeehr tief nach unten, Leitplanken Fehlanzeige), zum anderen das nicht das Getriebe bei der Bergauffahrt anfängt zu kochen und bei der Rückfahrt bergab nicht die Bremsen glühen. In beiden Teilen des Parks müssen immense Höhenunterschiede bewältigt werden. Es geht teilweise auf über 2500 Meter hoch. Wer hier keine Serpentinen mag, meidet diesen Park besser. Dieser Teil des Park ist eher etwas für die Individual und Outdoor Touristen. Hier finden sich einsame Campingplätze und einfache Lodges mit vielen Wanderwegen. Die Mammutbäume sind nicht ganz so groß, wie im anderen Teil des Parks, dafür ist der Wald ursprünglicher und es sind nicht ganz so viele Touristen da.
Der Nordteil ist der bekanntere. Denn hier führt die große Strasse hin, so dass kein Ami aussteigen muss und in diesem Teilist der „Giant Forest“. Und hier haben die Amis ausnahmsweise mal nicht übertrieben. Diese Mammutbäume sind wirklich verdammt groß. Bis zu 80 Meter hoch und bis zu 13 Meter der Basis. Das absolut faszinierende an diesen Bäumen ist für mich, dass sie ihre Stammdicke fast bis zur Spitze durch halten und damit einfach immense Ausmasse halt nicht nur in der Länge haben. Was bei diesen Bäumen in der Baumkrone als Ast aus dem Stamm kommt, entspricht in etwa einer deutschen Eiche.
Wenig erstaunlich, dass dann auch die zwei größten Bäume der Welt in diesem Park „wohnen“. Die großen Sequoias wurden meist nach alten Kavallerie Generälen benannt. So gibt es den General Sherman Tree, welcher der nach Umfang und Raummetern, der größte Baum de Welt ist und auch insgesamt als das größte Lebewesen der Welt geführt wird. Dann gibt es weiter nördlich den General Grant Baum. Dieser ist dann der höchste Baum mit 268 Fuss.
Zumindest wird das behauptet. Kann natürlich sein, dass im Amazonas oder in Kamschatka noch Bäume leben, die doppelt so groß sind, die aber keine Sau kennt.
Das beeindruckenste am Wald hier ist aber, dass die Mammutbäume nicht etwa als einzelne Bäume herausragen. Nein, die weiteren Bäume sind fast genauso groß. Und so werden die Sequoias von wahrlich riesigen Fichten und Tannen umgeben, die kaum kleiner sind als die Mammutbäume. Sie haben nur deutlich dünnere Stämme. Dann muss man, um diese Bäume zu sehen ordentlich nach oben, denn sie gedeihen nur an den Westhängen der Sierra Nevada zwischen 1500m und 2500m Höhe. Das macht jeden Kurzspaziergang zur Tortur wegen der dünnen Luft.

Dann gibt es auch Tiere. Auffällig sind die Unmengen an Eichhörnchen, welche es in zwei Ausführungen gibt. Einmal etwas größer und in Grau und dann noch in Kleinversion mit Braun und farbiger Musterung. Beide reichlich gesehen und abgelichtet, denn sie haben sich an den Menschen gewöhnt. Das Gleiche gilt auch für die Bären. Ich habe zum ersten Male wilde Bären gesehen. So sehr ich mich darüber freue, so erschrocken war ich doch, wie sehr diese Tiere die Fluchtdistanz zum Menschenverloren haben. Tauchte ein Bär auf, war an dieser Stelle Verkehrschaos angesagt.Ich hatte gleich eine ganze Familie (Mama und 3 Kinder). Diese waren wenigstens noch mehr 100 Meter weg. An der nächsten Stelle tauchte ein Einzelbär auf, der keine 10 Meter weg war und das auch als normal ansah. Dort schritt ein anwesender Ranger ein und verscheuchte das Tier sofort. Die Tiere hier im Park haben sich erschreckend stark an den Menschen gewöhnt. Das kenne ich aus den afrikanischen Parks so nicht.

Morgen geht es nun zum Yosemite National Park. Dort werde ich zwei Tage Zeit haben, da ich eine Nacht im Park übernachte. Daher der nächste Bericht erst aus San Francisco. Bis dann.


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