Montag, 11. Februar 2019

20.01.19 Ushuaia



Nach einem Frühstück mit dem wirklich schlechtesten Brot, dass ich je gegessen habe, machte ich mich auf den Weg zum Nationalpark Tierra del Fuego. Es erwartete mich ein angenehmer Tag. Leichte Bewölkung, ganz leichte Brise und etwa 15 Grad. Zum Nationalpark gelangt man nach bereits kurzer Fahrt nach etwa 7km Richtung chilenischer Grenze auf der RN3, die nach über 3079km Länge im Nationalpark endet. Für europäische Augen wirklich befremdlich derartige Kilometer Schilder zu sehen. Nach dem Eintritt in den Park, der nur unwesentlich effektiver organisiert war als in Perito Moreno, fuhr ich zum ersten Viewpoint am Meer. Hier musste ich mein erstes Tagesziel, Seevögel zu fotografieren, gleich begraben. Der Wind war für die Vögel viel zu schwach. Da kamen die Sturmvögel gar nicht erst aus dem Wasser hoch. So ging es zum nächsten Viewpoint, an dem es zu einem Wasserfall gehen soll. Leider war der Weg vom Parkplatz zum Wasserfall noch etwas zu lang für meinen kaputten Fuß und ich wollte es nicht übertreiben. Der Fuß soll in der Antarktis seinen Dienst verrichten und nicht hier schon. So machte ich es mir an dem zugehörigen Bach gemütlich. Als ich später wieder wegfuhr entdeckte ich neben der Straße Eisenbahnschienen. Diese gehören zum „Tren del Fin del Mundo“, also dem Zug am Ende der Welt. Dies ist die Eisennahn mit der kleinsten Spurweite, die jemals für Passagier- und Güterverkehr gebaut wurde. Sie wurde ursprünglich von Insassen des Gefängnisses in Ushuaia, die vorher auch noch ihr Gefängnis selber bauen „durften“, errichtet. Sie transportierte ursprünglich das Holz aus den hiesigen Bergen in die Stadt. Heute fahren Touristen mit Ihr. Ich entschloss mich, an einem Streckenabschnitt, der sehr idyllisch gelegen war, auf den Zug zu warten und einige Fotos zu machen. Wilde Pferde weideten auf den umliegenden Wiesen.  Ich musste nicht lange warten und ein voll besetzter Zug kam vorbei. Hatte aber irgendwie die Erscheinung einer großen Modelleisenbahn, so niedlich war der Zug.
So ging es weiter durch Mischwälder in Feuerland. Vorbei am Visitor Centre bis zum Ende der Straße in der Nähe der chilenischen Grenze. Alles ein sehr idyllischer Zeitvertreib. So ging es dann am späten Nachmittag zurück in die Stadt. Dort machte ich noch ein Foto vorm Schriftzug der Stadt an der Bayfront, der allen Ernstes am 20. Januar noch weihnachtlich geschmückt war. Die müssen hier irgendwie einen anderen Kalender haben. Danach checkte ich in dem von der Reederei gebuchten Hotel ein. Ein nettes Appartement. Leider mit Music Club nebenan, was mir die kommende Nacht ziemlich verhageln sollte. Ein Abend im Steakhouse beendete den Tag. 

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