Nach einem Frühstück mit dem wirklich schlechtesten Brot,
dass ich je gegessen habe, machte ich mich auf den Weg zum Nationalpark Tierra
del Fuego. Es erwartete mich ein angenehmer Tag. Leichte Bewölkung, ganz
leichte Brise und etwa 15 Grad. Zum Nationalpark gelangt man nach bereits
kurzer Fahrt nach etwa 7km Richtung chilenischer Grenze auf der RN3, die nach
über 3079km Länge im Nationalpark endet. Für europäische Augen wirklich
befremdlich derartige Kilometer Schilder zu sehen. Nach dem Eintritt in den Park,
der nur unwesentlich effektiver organisiert war als in Perito Moreno, fuhr ich
zum ersten Viewpoint am Meer. Hier musste ich mein erstes Tagesziel, Seevögel
zu fotografieren, gleich begraben. Der Wind war für die Vögel viel zu schwach.
Da kamen die Sturmvögel gar nicht erst aus dem Wasser hoch. So ging es zum
nächsten Viewpoint, an dem es zu einem Wasserfall gehen soll. Leider war der
Weg vom Parkplatz zum Wasserfall noch etwas zu lang für meinen kaputten Fuß und
ich wollte es nicht übertreiben. Der Fuß soll in der Antarktis seinen Dienst
verrichten und nicht hier schon. So machte ich es mir an dem zugehörigen Bach
gemütlich. Als ich später wieder wegfuhr entdeckte ich neben der Straße
Eisenbahnschienen. Diese gehören zum „Tren del Fin del Mundo“, also dem Zug am
Ende der Welt. Dies ist die Eisennahn mit der kleinsten Spurweite, die jemals
für Passagier- und Güterverkehr gebaut wurde. Sie wurde ursprünglich von
Insassen des Gefängnisses in Ushuaia, die vorher auch noch ihr Gefängnis selber
bauen „durften“, errichtet. Sie transportierte ursprünglich das Holz aus den
hiesigen Bergen in die Stadt. Heute fahren Touristen mit Ihr. Ich entschloss
mich, an einem Streckenabschnitt, der sehr idyllisch gelegen war, auf den Zug
zu warten und einige Fotos zu machen. Wilde Pferde weideten auf den umliegenden
Wiesen. Ich musste nicht lange warten
und ein voll besetzter Zug kam vorbei. Hatte aber irgendwie die Erscheinung
einer großen Modelleisenbahn, so niedlich war der Zug.
So ging es weiter durch Mischwälder in Feuerland. Vorbei am
Visitor Centre bis zum Ende der Straße in der Nähe der chilenischen Grenze.
Alles ein sehr idyllischer Zeitvertreib. So ging es dann am späten Nachmittag
zurück in die Stadt. Dort machte ich noch ein Foto vorm Schriftzug der Stadt an
der Bayfront, der allen Ernstes am 20. Januar noch weihnachtlich geschmückt
war. Die müssen hier irgendwie einen anderen Kalender haben. Danach checkte ich
in dem von der Reederei gebuchten Hotel ein. Ein nettes Appartement. Leider mit
Music Club nebenan, was mir die kommende Nacht ziemlich verhageln sollte. Ein
Abend im Steakhouse beendete den Tag.
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