Montag, 11. Februar 2019

03.02.19 Fortuna Bay und Stromness Station



Hervorragendes Wetter erwartete uns am Morgen. Die Sonne schien. Kaum Wind und etwa 10 Grad Außentemperatur und das alles vor einer beeindruckenden Kulisse mit schneebedeckten Bergen und den Ausläufern des Fortuna Gletschers versprachen einen weiteren tollen Ausflug und wir wurden nicht enttäuscht. Am Strand empfingen uns Pelzrobben und Königspinguine. Durch die Moräne des sich zurückziehenden Fortuna Gletschers ging es weiter landeinwärts. Königspinguine, viele von Ihnen in der Mauser, kühlten sich in kleinen Seen ab. Ihre verlorenen Daunenfedern flogen durch die Luft. Etwa 500 Meter weiter über einen kleinen Hügel standen wir dann vor der großen Pinguinkolonie. Tausende Königspinguine lebten hier zu Fuße der Berge auf der einen und des Gletschers auf der anderen Seite. Was diese Kolonie so besonders machte und von den bisherigen unterschied war die Tatsache, dass man hier Küken in fast allen Stadien der Entwicklung vorfinden konnte. Neben den bereits bekannten braunen Wollknäueln und den fast ausgewachsenen Punkern, wo der Flaum noch wie ein Irokesenschnitt auf dem Kopf wuchs, gab es hier auch Pinguine, die Eier ausbrüteten und bei manchen waren die Küken gerade geschlüpft und schauten manchmal zwischen den elterlichen Füßen aus deren wärmenden Fell hervor. Cuteness Overload Alarm !! Das Ganze konnten in aller Ruhe auf einer kleinen Anhöhe sitzend genießen. Einfach in die Kolonie schauen und sich den passenden Moment aussuchen und auf sich wirken lassen. Gefühlt viel zu früh mussten wir wieder aufbrechen, um am Strand in die Boote und damit aufs Schiff zurückzukehren.
Der Nachmittag war nicht so aufregend. Wir besuchten eine weitere verlassene Walfangstation namens Stromness. In dieser konnten wir nicht herumlaufen, sondern mussten uns diese aus mindestens 200 Metern Entfernung anschauen. Die Station ist einsturzgefährdet und zudem asbestverseucht. Wenn man sieht, was hier alles verloren vor sich hingammelt und für welchen Zweck dieser giftige Ort einmal gebaut wurde, steht man hier vor einem Zeugnis menschlicher Armseligkeit.
Eigentlich waren wir hier aus historischen Gründen, denn Stromness war die Station, die die endgültige Rettung für Ernest Shackleton war. Die Passagiere sollten die Gelegenheit bekommen, seine letzte Etappe, den Shackleton Walk über die letzte Bergkette zu gehen und dann in der nächsten Bucht vom Schiff wieder aufgesammelt zu werden. Dieser Walk musste wegen gefährlicher Winde in den Bergen abgesagt werden. Das passiert leider meistens. Es gibt nur 3 Besatzungsmitglieder die diesen Walk jemals gemacht haben. Die Hiker machten dann einen kleinen Ausflug zu einem Wasserfall. Ich blieb am Strand machte in Ruhe meine Fotos von der Walfangstation und den Unmengen an anwesenden Babyrobben. Später schlug das Wetter um und es begann zu regnen. Da beschloss ich lieber aufs Schiff zurückzukehren und die zusätzliche Zeit zu nutzen um ein wenig zu schlafen. In der letzten Nacht hat es auch mich als einen der letzten Passagiere mit einer Erkältung erwischt. Hoffentlich ist der Wetterumschwung kein schlechtes Omen für den morgigen letzten Tag in Südgeorgien.

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