Hervorragendes Wetter erwartete uns am Morgen. Die Sonne
schien. Kaum Wind und etwa 10 Grad Außentemperatur und das alles vor einer
beeindruckenden Kulisse mit schneebedeckten Bergen und den Ausläufern des
Fortuna Gletschers versprachen einen weiteren tollen Ausflug und wir wurden nicht
enttäuscht. Am Strand empfingen uns Pelzrobben und Königspinguine. Durch die
Moräne des sich zurückziehenden Fortuna Gletschers ging es weiter landeinwärts.
Königspinguine, viele von Ihnen in der Mauser, kühlten sich in kleinen Seen ab.
Ihre verlorenen Daunenfedern flogen durch die Luft. Etwa 500 Meter weiter über
einen kleinen Hügel standen wir dann vor der großen Pinguinkolonie. Tausende
Königspinguine lebten hier zu Fuße der Berge auf der einen und des Gletschers
auf der anderen Seite. Was diese Kolonie so besonders machte und von den
bisherigen unterschied war die Tatsache, dass man hier Küken in fast allen
Stadien der Entwicklung vorfinden konnte. Neben den bereits bekannten braunen
Wollknäueln und den fast ausgewachsenen Punkern, wo der Flaum noch wie ein
Irokesenschnitt auf dem Kopf wuchs, gab es hier auch Pinguine, die Eier
ausbrüteten und bei manchen waren die Küken gerade geschlüpft und schauten
manchmal zwischen den elterlichen Füßen aus deren wärmenden Fell hervor.
Cuteness Overload Alarm !! Das Ganze konnten in aller Ruhe auf einer kleinen
Anhöhe sitzend genießen. Einfach in die Kolonie schauen und sich den passenden
Moment aussuchen und auf sich wirken lassen. Gefühlt viel zu früh mussten wir
wieder aufbrechen, um am Strand in die Boote und damit aufs Schiff
zurückzukehren.
Der Nachmittag war nicht so aufregend. Wir besuchten eine
weitere verlassene Walfangstation namens Stromness. In dieser konnten wir nicht
herumlaufen, sondern mussten uns diese aus mindestens 200 Metern Entfernung
anschauen. Die Station ist einsturzgefährdet und zudem asbestverseucht. Wenn
man sieht, was hier alles verloren vor sich hingammelt und für welchen Zweck
dieser giftige Ort einmal gebaut wurde, steht man hier vor einem Zeugnis
menschlicher Armseligkeit.
Eigentlich waren wir hier aus historischen Gründen, denn
Stromness war die Station, die die endgültige Rettung für Ernest Shackleton
war. Die Passagiere sollten die Gelegenheit bekommen, seine letzte Etappe, den
Shackleton Walk über die letzte Bergkette zu gehen und dann in der nächsten
Bucht vom Schiff wieder aufgesammelt zu werden. Dieser Walk musste wegen
gefährlicher Winde in den Bergen abgesagt werden. Das passiert leider meistens.
Es gibt nur 3 Besatzungsmitglieder die diesen Walk jemals gemacht haben. Die
Hiker machten dann einen kleinen Ausflug zu einem Wasserfall. Ich blieb am
Strand machte in Ruhe meine Fotos von der Walfangstation und den Unmengen an
anwesenden Babyrobben. Später schlug das Wetter um und es begann zu regnen. Da
beschloss ich lieber aufs Schiff zurückzukehren und die zusätzliche Zeit zu
nutzen um ein wenig zu schlafen. In der letzten Nacht hat es auch mich als
einen der letzten Passagiere mit einer Erkältung erwischt. Hoffentlich ist der
Wetterumschwung kein schlechtes Omen für den morgigen letzten Tag in
Südgeorgien.
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