Heute war wieder ein toller Tag. Leider wieder schlecht
geschlafen, denn irgendwie sind hier total weiche Betten in der Gegend schwer
in Mode. Das letzte anständige Bett hatte ich in Nelson. Aber dafür machten mir
meine Gastgeber extra ein Early Bird Frühstück, denn ich musste früh raus. Ich
musste schon um 08.15 Uhr am Cape Kidnappers sein. Und ich musste ja noch 70km
fahren. Heute erfuhr ich auch warum ich derart ausserhalb schlafen musste, denn
in Napiers findet derzeit ein großes Maori Festival statt. Dieses in einem
Vorort, darum war gestern die Innenstadt auch so ausgestorben.
Am Cape Kidnappers angekommen stand für mich heute eine Tour
zu einer der wenigen auf dem Festland befindlichen Basstölpelkolonien auf dem
Programm. Um dorthin zu gelangen muss man erst einmal zum Parkplatz in Clifton.
Nun gibt es drei verschiedene Möglichkeiten zum Cape Kidnappers zu kommen.
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Die Einfache: Man bucht eine Tour mit einem Bus.
Der bringt einen über Strassen und Feldwege direkt zum Ziel man muss keinen
Meter laufen. Das ist eine Tour für Chinesen.
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Die harte Tour: Man wandert. Dabei muss man sich
an die Gezeiten halten. Die Wanderung ist pro Strecke 9 km und am Ende geht’s mehr
als 100m Höhenunterschied steil nach oben. Die Strecke läuft man über Strand,
welcher aber sehr steinig und holperig ist. Man muss die Strecke zügig zurück
legen, denn bei Flut wird der gesamte Strand überspült und man kommt nicht mehr
weiter. 18km über Stock und Stein sind innerhalb einer Tide ein strammes
Programm.
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Die coole Tour: Man fährt auf Anhängern hinter
Träckern über den Strand zum Cape Kidnappers. Auch nicht ganz ohne, denn
dadurch dass der Strand jede Nacht überspült wird, sieht er jeden Tag anders
aus und die Fahrer müssen sich Tag für Tag den Weg neu suchen und teilweise mit
Vorschlaghammer und Spitzhacke sich „durchschlagen“.Aber trotzdem eine
Riesengaudi, wo der Weg das Ziel ist. Wir sind mit 4 Gespannen gefahren, wovon
3 komplett mit Schulklassen belegt waren. Dort angekommen hat man 90 Minuten Zeit
zur Kolonie hochzuklettern und wieder zurück zu kommen. Das habe ich mal schön
sein lassen. Ich habe den Weg gesehen und gleich erkannt, dass in der Zeit ich
das im Leben nicht schaffe. Zum Glück gab es aber etwa einen halben Kilometer
vor unserem Endpunkt eine kleinere Tölpelkolonie die quasi ebenerdig am Strand
wohnte. Da bin ich zurück gewandert und habe dem Fahrer Bescheid gesagt, dass
er mich auf dem Rückweg da wieder einsammeln kann. War die richtige
Entscheidung. Gut die Hälfte der Anderen hat den Aufstieg nicht in der
vorgegebenen Zeit geschafft. Man kann die Zeit aber nicht ausdehnen, denn auch
für die Träcker läuft die Zeit mit der aufkommenden Flut. So war ich der
einzige an der anderen Kolonie und konnte dass Treiben dort in aller Ruhe
beobachten und Genießen. Die Tölpel lassen sich durch die Anwesenheit von Menschen
auch nicht aus der Ruhe bringen. Wenn man sich ruhig verhält, fliegen sie in
wenigen Zentimetern an einem vorbei. Die
Tölpel kümmern sich derzeit um Ihre Jungen. Diese haben gerade ihre
Mauser hinter sich und versuchen sich an den ersten Flugübungen. Sie fliegen
dann im März davon und kehren bis zu 5 Jahre nicht wieder. Kurz darauf folgen
auch die Eltern und die Kolonie ist wie ausgestorben, bis im August der nächste
Brutzyklus beginnt. Auf der Rückfahrt kamen wir dann schon ein wenig in
Bedrängnis mit der aufkommenden Flut. Die Fahrer mussten einige Male die Route
ein wenig ins Meer verlegen und man bekam etwas nasse Füße auf dem Trailer.
Dazu kam, dass die Fahrer auch noch einen Wettstreit machten: Wer bleibt am
wenigsten stecken mit seinem Gefährt. So viel sei gesagt, fehlerfrei kam
niemand durch den Parcours. Aber am Ende kamen wir heile aber mit einer Stunde
Verspätung in Clifton am Parkplatz wieder an.
Nun machte ich mich auf den Weg nach Palmerston North. Auf
der Route machte ich aber och einen größeren Umweg, denn ich wollte zu dem Ort
mit dem längsten Namen der Welt: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu.
Immerhin satte 85 Buchstaben lang.
Auf dem Rückweg nach Palmerston führte mich das Navi dann über Strassen, die
wohl nicht mal die Einheimischen kannten. Aber nach elend langer Fahrt kam ich
dann irgendwann mal am Ziel an.