Kein aufregendes Programm heute. Morgens noch einmal die
Ruhe und die Landschaft des Elqui Tals genießen. Nach dem Frühstück stand der
letzte aber auch der längste Fahrtag der ganzen Reise auf dem Programm. Fast 800
km bis nach Santiago lagen vor mir. Etwa 8-9 Stunden Fahrt. Genauso kam es
auch. Ich habe nur eine Pause und einen Tankstop eingelegt. Ich kam ca. 1900
Uhr an meinem Ziel an. Ein kleines B&B im Vorort Chicureo. Auch noch von
einem Detschen betrieben, wie ich bei Ankunft feststellte. Namensvetter Andreas
begrüße mich an der Einfahrt, nachdem ich erfolgreich den Pförtner der
Wohnanlage passieren konnte. Diese Pförtner sind in Chile reines Statussymbol
und keine Sicherheitsnotwendigkeit, wie in manch anderen Ländern. Andreas war
recht redselig und ich erfuhr viel über sein Leben und das Leben in Chile
allgemein. Er lebt seit 25 Jahren in Chile. Seit kurzem ist er nicht mehr
berufstätig und seine Ehe mit einer Einheimischen ist ebenfalls in die Brüche gegangen.
Ich werde einer seiner letzten Gäste sein. Das Haus steht zum Verkauf und er
wird nach dem Verkauf nach Deutschland zurückkehren. Andreas wirkt sehr
informiert über Chile und die Gesellschaft. Aber ich habe den Eindruck
gewonnen, dass er die negativen Seiten der chilenischen Gesellschaft (und davon
gibt´s leider viele) nie akzeptieren konnte. So kam das Scheitern mit
ordentlich Verspätung aber trotzdem zwangsläufig. Ich hoffe, er wird in Deutschland
wieder Fuß fassen und es wird ihm besser gehen.
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