Also das wichtigste vorweg: Balou hat
mich nicht im Zelt besucht. Dafür aber wohl ein Eichhörnchen, von
denen es im Camp gefühlte Millionen gibt. Es verschwand aber nach
ersten Unmutsäußerungen meinerseits sofort und ich konnte
weiterschlafen. Ob das meine Umgebeung auch konnte, weiss ich nicht.
Nach meinem Gefühl dürfte im Yosemite Valley kein einziger Baum
mehr stehen. Aber irgendwie war die Säge laut aber stumpf. Bäume
sind noch da.
Nach einem gemütlichen Frühstück
machte ich mich auf den Weg. Der Anblick des Yosemite Valley machte
mich schon ein wenig traurig. Die Natur hat sich hier echt Mühe
gegeben, einen wunderschönen Flecken Erde zu erschaffen. Und nun ist
hier wirklich alles mit touristischer Infrastruktur zugepflastert.
Zwar keine Riesenhotels. Aber über all Camps, Infopunkte, Strassen
(2-spurige Einbahnstrassen wohlgemerkt, eine nur für den
reinkommenden Verkehr und eine für den abfahrenden Verkehr. Und der
Verkehr ruht nie, selbst in der Nacht nicht). Ich fand es jetzt schon
zu viele Menschen für dieses kleine Tal. Ich mag mir gar nicht
ausmalen, wie es in den Sommerferien und dann noch am Wochenende ist.
Gruselig.
Ich beschloss, das Valley schleunigst
zu verlassen und fuhr nach Hetch Hetchy (heisst wirklich so ;-)).
Diese Ecke liegt separiert im Norden des Parks. Separiert deswegen,
da man den Park für einige Meilen zuerst verlassen muss, um im
Norden extra nur für diesen Bereich, der auch nur tagsüber geöffnet
ist, wieder einzufahren. Dieses hält die meisten davon ab, hierhin
zu fahren. Hier ist man zwar nicht allein aber mit nur seeeehr wenig
Gleichgesinnten. Bei der Einfahrt erhält man ein Tagesparkticket für
diesen Parkbereich. Ich erreichte die Einfahrt von Hetch Hetchy etwa
gegen 10.30 Uhr (Öffnung war um 08.00 Uhr). Mein Parkticket hatte
die Nummer 11 !!!!!! Der Bereich ausserhalb des Parks war in diesem
und im letzten Jahr sehr stark von Waldbränden betroffen, so dass
weite Bereiche sehr verkohlt aussehen.es war auch sehr imposant zu
sehen, welche Arbeit die Firefighters mit den Brandschneisen
verrichtet haben, um größere Schäden zu vermeiden.
Hetch Hetchy liegt tiefer als der Rest
des Parks und hat daher auch vergleichsmäßig eher karge Vegetation
und höhere Temperaturen. Am Ende der Parkstrasse kommt man zum
Hauptanziehungspunkt dieses Parkbereichs, den Stausee. Ende des 19.
Jahrhunderts bereits, gab es eine Bürgerbewegung, die diesen Stausee
im bereits damals vorhandenen Park verhindern wollte und dies auch
erfolgreich tat. Dann kam aber das Erdbeben von 1906 in San Francisco
und man benötigte dringend neue Wasserreservoirs. Da wurde der
Widerstand einfach weggefegt. 1922 war die erste Ausbaustufe des
Damms fertig, 1937 waren die heutigen, schon recht imposanten Ausmaße
erreicht. Im Vergleich zum Lake Mead ist das Reservoir auch recht gut
gefüllt. Interessant ist, dass das Wasser ohne jegliche
Pumopenleistung bis in das über 200 Meilen entfernte San Francisco
gebracht wird, nur durch Gefälle der Wasserleitung.
Nach dem tiefsten Punkt des Parks gings
es wieder zurück in den „normalen“ Park und dort zum höchsten
Punkt. Dazu wurde die fast 90 Meilen lange Tioga Road in Angriff
genommen die am Ende beim Tioga Pass auf über 3000 Meter ansteigt.
Wie man sich vorstellen kann, ist die Strasse deswegen meist von
November bis Mai geschlossen. Nun im Sommer kann man sie aber
komplett befahren und sie bietet wieder atemberaubende Bilder. Die
gesamte Strecke säumen wunderschöne Wälder die Strasse. In der
wirklich glasklaren Höhenluft und der schönen Septembersonne wirkt
das alles noch imposanter. Man hätte fast jeden Baum knipsen können,
was aber letzlich zwar schön aber langweilig geworden wäre. Im
zweiten Teil der Strecke wechselt das Panorama und zwischen den Wald
mischt sich mehr Fels. Dieser Bereich ist sehr stark von der letzten
Eiszeit geprägt und an den Felsen kann man sehr stark die Arbeit des
Gletschereises bewundern. Hier befinden sich auch zwei glasklare
Gletscherseen. Man kann auch darin baden, was auch einige Wagemutige
gemacht haben und danach eine ordentliche Aufwärmung notwendig
hatten.
Im letzten Teil der Strecke findet
wiederum ein Wechsel des Panoramas statt auf subalpine Vegetation,
weite Graslandschaften wechseln sich mit Nadelwäldern ab. Hier auf
fast 3000 Meter waren aber immer noch Temperaturen von etwa 15 Grad
Celsius, welche in der Sonne noch wärmer vorkamen, da kaum Wind
herrschte. Nach dem Tioga Pass erfolgte die Abfahrt nach Lee Vining,
welche sehr steil ist. Die Strasse ist aber gut ausgebaut mit weiten
Kurven, so dass man das mit einem PKW locker schafft. Ein Leben als
LKW Bremse möchte ich hier aber nicht führen.
In Lee Vining erreichte ich meine
heutige Unterkunft, die Lake View Lodge (Lee Vining liegt am Mono
Lake). Wie man sich vorstellen kann, besteht der Lake View aus einem
kleinen Seitenblick, das die Lodge für mehr auf der falschen
Strassenseite liegt. Ansonsten ist sie aber in Ordnung und hat
riesige Zimmer. Im Benachbarten Bodie Mike´s BBQ Restaurant gabs
dann noch die BBQ Combo, heisst halbes Schwein und halbes Rind mit
Salat und Pommes (nebenan, bekam ein Dreikäsehoch den Hot Dog
Kinderteller. Als dieser serviert wurde musste ich in mich
hineingrinsen und mir vorstellen, wie viele Frauen zu Hause an diesem
kläglich scheitern würden. ;-))) )
Nun geht’s ab ins Bett und morgen ist
wieder großer Fahrtag. Fast 300 Meilen um den Yosemite drumrum bis
nach Frisco. Ob ich mir das gut überlegt habe ?????
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