Mittwoch, 17. September 2014

16. September Yosemite Valley- Lee Vining


Also das wichtigste vorweg: Balou hat mich nicht im Zelt besucht. Dafür aber wohl ein Eichhörnchen, von denen es im Camp gefühlte Millionen gibt. Es verschwand aber nach ersten Unmutsäußerungen meinerseits sofort und ich konnte weiterschlafen. Ob das meine Umgebeung auch konnte, weiss ich nicht. Nach meinem Gefühl dürfte im Yosemite Valley kein einziger Baum mehr stehen. Aber irgendwie war die Säge laut aber stumpf. Bäume sind noch da.

Nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg. Der Anblick des Yosemite Valley machte mich schon ein wenig traurig. Die Natur hat sich hier echt Mühe gegeben, einen wunderschönen Flecken Erde zu erschaffen. Und nun ist hier wirklich alles mit touristischer Infrastruktur zugepflastert. Zwar keine Riesenhotels. Aber über all Camps, Infopunkte, Strassen (2-spurige Einbahnstrassen wohlgemerkt, eine nur für den reinkommenden Verkehr und eine für den abfahrenden Verkehr. Und der Verkehr ruht nie, selbst in der Nacht nicht). Ich fand es jetzt schon zu viele Menschen für dieses kleine Tal. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es in den Sommerferien und dann noch am Wochenende ist. Gruselig.

Ich beschloss, das Valley schleunigst zu verlassen und fuhr nach Hetch Hetchy (heisst wirklich so ;-)). Diese Ecke liegt separiert im Norden des Parks. Separiert deswegen, da man den Park für einige Meilen zuerst verlassen muss, um im Norden extra nur für diesen Bereich, der auch nur tagsüber geöffnet ist, wieder einzufahren. Dieses hält die meisten davon ab, hierhin zu fahren. Hier ist man zwar nicht allein aber mit nur seeeehr wenig Gleichgesinnten. Bei der Einfahrt erhält man ein Tagesparkticket für diesen Parkbereich. Ich erreichte die Einfahrt von Hetch Hetchy etwa gegen 10.30 Uhr (Öffnung war um 08.00 Uhr). Mein Parkticket hatte die Nummer 11 !!!!!! Der Bereich ausserhalb des Parks war in diesem und im letzten Jahr sehr stark von Waldbränden betroffen, so dass weite Bereiche sehr verkohlt aussehen.es war auch sehr imposant zu sehen, welche Arbeit die Firefighters mit den Brandschneisen verrichtet haben, um größere Schäden zu vermeiden.
Hetch Hetchy liegt tiefer als der Rest des Parks und hat daher auch vergleichsmäßig eher karge Vegetation und höhere Temperaturen. Am Ende der Parkstrasse kommt man zum Hauptanziehungspunkt dieses Parkbereichs, den Stausee. Ende des 19. Jahrhunderts bereits, gab es eine Bürgerbewegung, die diesen Stausee im bereits damals vorhandenen Park verhindern wollte und dies auch erfolgreich tat. Dann kam aber das Erdbeben von 1906 in San Francisco und man benötigte dringend neue Wasserreservoirs. Da wurde der Widerstand einfach weggefegt. 1922 war die erste Ausbaustufe des Damms fertig, 1937 waren die heutigen, schon recht imposanten Ausmaße erreicht. Im Vergleich zum Lake Mead ist das Reservoir auch recht gut gefüllt. Interessant ist, dass das Wasser ohne jegliche Pumopenleistung bis in das über 200 Meilen entfernte San Francisco gebracht wird, nur durch Gefälle der Wasserleitung.

Nach dem tiefsten Punkt des Parks gings es wieder zurück in den „normalen“ Park und dort zum höchsten Punkt. Dazu wurde die fast 90 Meilen lange Tioga Road in Angriff genommen die am Ende beim Tioga Pass auf über 3000 Meter ansteigt. Wie man sich vorstellen kann, ist die Strasse deswegen meist von November bis Mai geschlossen. Nun im Sommer kann man sie aber komplett befahren und sie bietet wieder atemberaubende Bilder. Die gesamte Strecke säumen wunderschöne Wälder die Strasse. In der wirklich glasklaren Höhenluft und der schönen Septembersonne wirkt das alles noch imposanter. Man hätte fast jeden Baum knipsen können, was aber letzlich zwar schön aber langweilig geworden wäre. Im zweiten Teil der Strecke wechselt das Panorama und zwischen den Wald mischt sich mehr Fels. Dieser Bereich ist sehr stark von der letzten Eiszeit geprägt und an den Felsen kann man sehr stark die Arbeit des Gletschereises bewundern. Hier befinden sich auch zwei glasklare Gletscherseen. Man kann auch darin baden, was auch einige Wagemutige gemacht haben und danach eine ordentliche Aufwärmung notwendig hatten.
Im letzten Teil der Strecke findet wiederum ein Wechsel des Panoramas statt auf subalpine Vegetation, weite Graslandschaften wechseln sich mit Nadelwäldern ab. Hier auf fast 3000 Meter waren aber immer noch Temperaturen von etwa 15 Grad Celsius, welche in der Sonne noch wärmer vorkamen, da kaum Wind herrschte. Nach dem Tioga Pass erfolgte die Abfahrt nach Lee Vining, welche sehr steil ist. Die Strasse ist aber gut ausgebaut mit weiten Kurven, so dass man das mit einem PKW locker schafft. Ein Leben als LKW Bremse möchte ich hier aber nicht führen.

In Lee Vining erreichte ich meine heutige Unterkunft, die Lake View Lodge (Lee Vining liegt am Mono Lake). Wie man sich vorstellen kann, besteht der Lake View aus einem kleinen Seitenblick, das die Lodge für mehr auf der falschen Strassenseite liegt. Ansonsten ist sie aber in Ordnung und hat riesige Zimmer. Im Benachbarten Bodie Mike´s BBQ Restaurant gabs dann noch die BBQ Combo, heisst halbes Schwein und halbes Rind mit Salat und Pommes (nebenan, bekam ein Dreikäsehoch den Hot Dog Kinderteller. Als dieser serviert wurde musste ich in mich hineingrinsen und mir vorstellen, wie viele Frauen zu Hause an diesem kläglich scheitern würden. ;-))) )

Nun geht’s ab ins Bett und morgen ist wieder großer Fahrtag. Fast 300 Meilen um den Yosemite drumrum bis nach Frisco. Ob ich mir das gut überlegt habe ?????

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