Donnerstag, 16. März 2017

02./03.03. Auckland-Singapore-Frankfurt-Brelingen



Auch der längste und schönste Urlaub hat leider irgendwann ein Ende. Heute wird das Ende meines Urlaubs eingeläutet. Es geht auf die erste Etappe der Rückreise. Zur letzten Nacht in Auckland hatte ich noch meine Zimmerschlüssel verloren. Meine Gastgeberin nahm es aber mit der typischen Kiwi Gelassenheit und die 10 $ für einen neuen Schlüssel musste ich Ihr schon fast aufdrängen.
So begab ich mich nach dem Frühstück auf die Fahrt zum Flughafen. Am Lookout an der Flughafenzufahrt schaute ich mir die Landung meines Airbus A380 an und begab mich dann zum Check in. Zoll, Ausreisekontrolle und Sicherheitscheck liefen hier (endlich) mal zügig und entspannt ab. Ich hatte auf meinem Flug wieder den Sitzplatz mit dem fehlenden Sitz davor und der Nebensitz blieb auch frei. Also fast so viel Platz wie in der Business Class. Zum Ende des Fluges fragte ich mich nur, welchen Film ich mir den auf dem letzten Flug nach Frankfurt anschauen sollte. Ich hatte schon alle interessanten Filme in deutscher Sprache durch (das waren nämlich enttäuschend wenig). Naja wird halt auf Englisch mit englischen Untertiteln ausgewichen.
Pünktlich landeten wir in Singapur. Dort waren 19 Stunden Aufenthalt geplant. Diese verbrachte ich natürlich nicht in der Transitzone. Ich reiste ein und ging zu Fuß zum Crowne Plaza Hotel. Dort war bereits ein „Runway View“ Zimmer für mich gebucht. Herrlich großes Zimmer und der Ausblick war für einen Plane Spotter großartig. Die fast noch größere Freude war, dass ich nach den ganzen Schrottbetten der vergangenen Tage endlich ein vernünftiges Bett hatte. So fiel ich dann auch schnell in einen seligen Schlaf.
Am nächsten Tag war erst mittags Abflug angesagt. Dementsprechend nutzte ich die Lage des Zimmers natürlich bis dahin voll zum Planespotting aus. Leider mit Unterbrechungen, denn es war ziemlich gewittrig und so wurde ich 2-3 mal in der Ausübung meines Hobbies unterbrochen, weil Petrus seine Badewanne über Singapur ausschüttete (so fühlte sich das dann zumindest an).
Pünktlich ging es dann in den Flieger nach Frankfurt. Leider komplett ausgebucht und damit wenig Platz für alle. Dies natürlich auf dem längsten Flug der Reise: 13:15 Stunden Flugzeit. Ich hatte zwar wieder mehr Platz aber die Sitze auf der Boeing 777 waren ätzend. Nach 7 Stunden tat mir der Arsch weh als hätte mir da ein Pferd reingetreten und da war ja erst der halbe Flug rum. Aber irgendwann endete dann auch dieses Martyrium. In Frankfurt landete ich sogar erstaunlich fit. So begab ich mich dann zur Autovermietung um meinen Wagen für die Fahrt nach Hause abzuholen. Ich bekam eine A Klasse von Mercedes. Klasse dachte ich, da passe ich gut rein. Ich hatte aber noch das Bild der hohen (elchtestanfälligen) A Klasse im Kopf. Als ich meine Schlüsselfernbedienung piepen ließ, blinkte aber so eine flache Flunder. Naja irgendwann saß ich, aber ich befürchtete für das Aussteigen in Brelingen würde ich einen Schwerlastkran bestellen müssen. Nachdem ich nach einer Odyssee durchs Handbuch auch den Knopf für die Parkbremse gefunden hatte (liebe Mercedes Bauer dieser gehört neben die Gangschaltung und nicht neben den Lichtschalter !!!! ) konnte ich dann auch losfahren. In den Kasseler Bergen erwischte mich dann doch die Müdigkeit aber nach einer kurzen Augenkosmetik auf dem Parkplatz konnte ich die Fahrt nach Brelingen fortsetzen wo ich kurz nach 1 Uhr ankam und müde ins Bett fiel.
Was ist nun das Fazit der Reise ? Bei 5 Wochen entstehen natürlich viele Eindrücke, so versuche ich das Fazit nicht zu einem Roman ausarten zu lassen.
Zuerst bleibt hängen, wie klein der Mensch angesichts der Kräfte ist, die der Planet hat. Ich war wirklich geschockt, wie nachhaltig die Zerstörungen sind, die ein Erdbeben von nur mittlerer Stärke anrichten kann. Es ist aber auch bewundernswert zu sehen, mit welcher Gelassenheit die Kiwis mit dieser Gefahr umgehen.
Die Neuseeländer sind einfach ein liebenswertes Volk. Selbst ein norddeutscher Brummbär wie ich hatte es dort immer leicht ins Gespräch zu kommen. In einem Einwandererland war die Frage nach der Herkunft immer ein leichter Einstieg in die Konversation. Erfreut war ich natürlich, dass ich mir allerorten gesagt wurde, dass man sich gerne mit mir unterhält, weil mein Englisch so gut sei. Überrascht hat mich in den Gesprächen, wie schnell und direkt die Neuseeländer auch das Thema Politik ansprechen. Gilt doch normalerweise in angelsächsisch geprägten Ländern der Grundsatz „no politics“ beim Small talk. Aber es war wohltuend in den ganzen 5 Wochen kein einziges A….loch getroffen zu haben (ok, ausser ein paar Chinesen). Nach Rückkehr in Deutschland hat´s leider keine 10 Minuten gedauert, bis einem das Erste über den Weg gelaufen ist. Die Neuseeländer waren immer sehr höflich, hilfsbereit und zuvorkommend. Ich hatte wirklich tolle Gastgeber, die einem nicht nur einen angenehmen Aufenthalt bereiteten sondern auch immer versuchten mit vielen Tips und Hilfestellungen die Reise zu verschönern.
Eine Gruppe habe ich leider viel zu wenig kennenlernen können: die Maori. Dies liegt an der eher verschlossenen Lebensweise. Sie sind zwar offen im Umgang. Die Lebensweise zu beobachten ist aber, wenn man keinen Maori persönlich kennt sehr schwierig. So sind Gottes- und Gemeindehäuser für Nichtmaori verschlossen. Diese dürfen nur besucht werden, wenn das Stammesoberhaupt einen einlädt. Ansonsten beschränkt sich der Kontakt dann doch eher nur auf touristische Tanzvorführungen (und so etwas ist eher nicht mein Ding)
Neuseeland ist ein weltweites Trendziel. Die Landschaft und die Tierwelt sind einzigartig. Und die Art und Weise, wie man diese Schönheiten besuchen kann sind es ebenfalls. In Deutschland würde man vorher Unmengen an Zäunen ziehen und an vielen Stellen die Menschen von einem Besuch abhalten. Nicht so in Neuseeland. Alle Schönheiten des Landes können angeschaut und betreten werden. Es gibt lediglich einige Hinweisschilder mit Verhaltenshinweisen (an die sich fast alle halten, nur wer wieder nicht ? Ach lassen wir das …..) Neuseeland ist aber auch in der ganz großen Gefahr mit diesem Zulassen von Nähe an alle Naturschönheiten ein Opfer seines eigenen Erfolges zu werden. Seit Peter Jackson in seinen Filmen der ganzen Welt die beeindruckende Schönheit dieses Landes gezegt hat, explodieren die Besucherzahlen. Im letzten Jahr haben bereits 6 Millionen Touristen das Land besucht und an einigen Ecken wird’s bereits arg touristisch. Auch die Natur wird an einigen Hotspots bereits sehr strapaziert. Beim Delfinschwimmen waren wir bereits mit zwei Booten unterwegs, so dass auf jeden Delfin 1-2 Menschen kamen, die um ihn herumschwammen und dies bei ca. 40 Tieren ! An anderen Stellen wo sich nicht an die Verhaltenshinweise gehalten wird, gibt es bereits die ersten Pinguinfreien Strände.
Wenn es das Internet nicht gäbe (und in einigen Ecken dieses Landes gibt es das tatsächlich nicht) würde man sich tatsächlich wie im Land „Rechts unten in der Ecke“ fühlen. Die restliche Welt erscheint einem dort sehr entrückt. Kein Wunder ! Von der Ostküste ist die Datumsgrenze nicht weit und an der Südküste ist die nächste Station die Antarktis. Insgesamt ist die restliche Welt sehr weit weg. Die nächste Station Australien ist fast schon 2 Flugstunden entfernt, will man in ein anderes Land Asiens kommt man gleich auf 7-10 Flugstunden, bei allen anderen Zielen kommt man gleich auf eine 1 bis 2 Tagesreise. Diese Entrücktheit merkt man insbesondere in einigen entlegenen Orten der Südinsel mit leicht archaisch anmutenden Lebensformen die in unseren Breiten eher unvorstellbar wären. So kann es halt vorkommen, dass man im Supermarkt mit einem Schild konfrontiert wird, man möge seine matschigen Gummistiefel ausziehen und draußen lassen. Man(n) (nicht ich !!!!!!) dann aber trotzdem reingeht und drauf angesprochen vom Chef dann diskutiert ob die Stiefel denn wirklich matschig sind ………. Oder man geht in den Pub und merkt, dass dies wirklich noch eine Männerdomäne ist, wo die einzigen anwesenden Frauen nur die Bedienung hinter der Theke sein dürfen. Da denkt man nur, das Gold ist weg, aber die Goldgräber von damals sind geblieben………
So sind leider einige Ecken dieses schönen Landes unerforscht geblieben von mir. Ob ich nochmal dort hin reisen würde, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nur als Etappe, wenns mich zu einem anderen Ziel in der Gegend treiben würde, denn ich bin einfach kein Mensch, der ein und dasselbe Ziel mehrfach besucht. Es war aber ein toller Urlaub mit vielen prägenden Erfahrungen (das Wort „mindbuilding“ kreuzte mehrfach meinen Weg und auch wie es gelbt wird. Das ist etwas was ich gerne für mein eigenes Leben mitnehme). Und zu guter Letzt war es einfach mal toll 5 Wochen weg von zu Hause zu sein und alle Sorgen wirklich mal abschütteln zu können.

Mittwoch, 1. März 2017

28.02./01.03.17 Von Rotorua über das Auenland nach Auckland



Kaum zu glauben, aber heute geht es schon auf die letzte Etappe meiner Rundreise. Nach dem Frühstück ging es von Rotorua zunächst in ein ehemals verschlafenes Dorf namens Matamata. Dieses Dorf wäre heute eigentlich immer noch verschlafen und kein Mensch würde es kennen, wenn ……… ja wenn nicht vor vielen Jahren ein Scout aus Peter Jacksons Filmteam für „Herr der Ringe“ nicht die Farm eines ortsansässigen Schaffarmers für soooooo schön befunden hätte, dass man darauf unbedingt das Auenland der Hobbits drauf bauen müsste. Dabei hätte das Dorf weiterhin unbekannt bleiben können, denn nach Abschluss der Dreharbeiten wurden ALLE Filmsets abgerissen, auch das Auenland. Es durften (und wurden auch nicht) keine Hinweisschilder aufgestellt und sonstige Vermarktungen betrieben werden. Man kann heute in Mordor, Helms Klamm oder Gondor stehen ohne es zu merken. Nur wenn ein Hummeldumm Bus eines Spezialreiseveranstalters auf einmal aufschlägt und seine Insassen ausspuckt, merkt man, dass der Ort irgendwie besonders sein muss.
Erst als die zweite Trilogie der Hobbits gedreht wurde und man wieder beim Schaffarmer aufschlug, war dieser diesmal clever und sagte: „Klar dürft Ihr hier drehen. Aber diesmal baut Ihr die Kulissen so, dass sie dauerhaft halten und sie bleiben nach Abschluss der Dreharbeiten stehen“. So ist das Auenland bis heute die einzige existierende Filmkulisse aus den Peter Jackson Filmen. (Es sind übrigends nur Aussenkulissen. Von innen sind alle Häuser leer).
Und so wurde aus Matamata „Hobbiton“. Und ein gigantischer Tourismusbetrieb ist entstanden. Man kommt nur mit geführten Touren auf das Gelände. Für diese wird der gepfefferte Preis von 79 NZD fällig. Trotzdem startet den ganzen Tag über alle 10 Minuten (!!!!!) ein vollbesetzter Tourbus auf das Gelände. Auf diesem befinden sich 44 Hobbithäuser umgeben von einer beeindruckenden Gartenanlage, die von unzähligen Gärtnern gepflegt wird. Was sofort auffällt ist, dass viele Hobbithäuser wirklich sehr klein sind. Da passen zum Teil nicht mal Kinder rein. Da kommt wieder der Filmtrick zur Anwendung. Man hat die Häuser auf 40% skaliert, damit Gandalf größer wirkt………… Nächster Trick.: Der Baum auf Frodos Haus (eine Eiche) war so wie im Buch beschrieben nicht zu bekommen. Also wurde er als einzige Pflanze auf dem Set künstlich gebaut. Bauzeit zwei Jahre. Im Film kommt er nicht mal 15 Sekunden ins Bild. Apropos Drehzeit: Herr der Ringe etwa 3 Monate. Hobbit Trilogie 12 Tage. Ich würde sagen, der Schaffarmer hat alles richtig gemacht.
Nun ging es zum finalen Ziel: Auckland. Es war schon unwirklich. Nach 4 Wochen fahren in Neuseeland empfing mich die Stadt mit einem Verkehrsstau ! Und nicht nur einem. Willkommen zurück in der modernen Zivilisation ! Aber doch noch heile im B&B angekommen.
Am nächsten Tag hatte ich keine Lust auf Citysightseeing. Ich fuhr nochmal an den Strand an der Westküste und schaute den Surfern bei ihren Vorführungen zu. Lohnenswert ! Mittags machte ich dann noch einen Abstecher zum Flughafen und blieb dort bis kurz vor Sonnenuntergang. Richtige Entscheidung. Denn über der Stadt türmte sich ein ordentlicher Regen- und Gewitterturm auf, der erst mit Sonnenuntergang kleiner wurde. Am Flughafen schien die Sonne . Beim Bezahlen des Dinners am Abend dann bemerkt, dass ich meinen Zimmerschlüssel verloren hatte. Und das am letzten Tag des Urlaubs ! Naja,auch das wird geklärt. Morgen mittag dann erste Etappe der Rückreise, Ziel: Singapur.

27.02.17 Rotorua



Wenn man in Rotorua ist, muss man sich natürlich die vulkanischen Aktivitäten anschauen. Rotorua liegt genau auf der Linie, wo in Neuseeland die tektonischen Platten aufeinandertreffen. So brodelt es hier ein wenig. Die geothermischen Felder sind hier entweder von Energiekonzernen erschlossen oder „touristisch aufbereitet“. So ging es für mich in den Park „Wai-o-tapu“. Dort beginnt man erst einmal mit einem Geysir der pünktlich um 1015Uhr mit organischer Seife zum Ausbruch gebracht wird. Man gibt offen zu, dass man den Geysir auch einfach von selber ausbrechen lassen könnte. Dann hätte man aber ein Fenster von 8 bis 72 Stunden. Und wer wartet schon 3 Tage.  Wenige Minuten nachdem die Seife im Schlot gelandet ist, schießt die Fontäne kurz etwa 20 Meter nach oben. Danach macht der Geysir noch etwa 90 Minuten weiter, aber nur 3-5 Meter hoch. Trotzdem sehr beeindruckend zu sehen. Danach geht man über das geothermische Feld. Vorbei an eingestürzten Kratern von 3-50 Metern Durchmesser. Manche dampfen, in manchen blubberts auch mächtig. Überall die schöne gelbe Schwefelfärbung zu sehen. Dann kommt man zum „Champagnerpool“. Hat etwa 50 Meter im Durchmesser und das Wasser blubbert und Dampft mächtig. Ein Dampfbad ist aufgrund der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung eher nicht anzuraten. Im weiteren Verlauf kommt man weitere Pools die verschien aussehen und in allen Farben schimmern. So gibt es einen türkisen „Austernpool“ der friedlich vor sich hinblubbert und auch einen „Teufelspool“ der in einem fast Textmarkerfarbenen  Gelb daher kommt. Insgesamt ist die Anlage sehr unterhaltsam und informativ. An der Ausfahrt kommt man dann noch an einem laut schlabbernden Matschpool vorbei. Ansonsten ist zu erwähnen, dass hier (zumindest theoretisch, der Verfasser würde sowas natürlich nie tun……) Man(n) endlich mal nach Herzenslust das machen kann, was sonst verboten ist: Pupsen ! Solange es keiner hört ist alles ok. Riechen kanns eh keiner. Stinkt ja schon überall nach Schwefel !
Nachdem ich die Anlage verlassen hatte, fuhr ich zurück in die Stadt und ruhte mich an der Promenade aus. Trotz zahlreicher Verbotsschilder haben dort meine asiatischen Freunde die Möwen und Enten gefüttert. Bei dem Möwen fühlte ich mich an „Findet Nemo erinnert“ ………“Meins !!! Meins !!! Meins !!“ Wann immer jemand ein Stückchen Brot ergattert hatte ging ein Hauen und Stechen auf Leben und Tod los. Und wenn der Delinquent es wagte, den Versuch zu unternehmen, in die Luft zu fliehen, führte dieses zu Luftkämpfen gegen die die Luftschlacht um England zu einem Kindergeburtstag degradiert wird.