Der Vorteil des gestrigen Campingdesasters war wenigstens,
dass man ein wenig mehr Schlaf gefunden hat und das wir schneller an der Stelle
für unsere Morgenexkursion waren.
Das schlechte Wetter hatte sich endgültig verzogen und die
Antarktis begrüßte uns nach dem Aufstehen in Ihrer vollen Pracht. Blauer
Himmel, Sonnenschein, Bergpanoramen, riesige Gletscher, Eisberge, Wale und
Pinguine im Wasser.
Die Morgenexkursion führte uns nach Cuverville Island. Dort
lebt eine sehr große Eselspinguinkolonie und die Pinguine konnte wir dort
wirklich aus nächster Nähe beobachten. Es war erstaunlich, wie diese an Land
wirklich so putzig ungelenken Tiere einfach unglaublich hohe Felsen erklimmen,
um dort zu brüten. Nach der Aufregung um die Pinguine am gestrigen Tag konnte
man den Anblick heute einfach auch mal ein wenig genießen und verbrachte nicht
den ganze Zeit hinter dem Kamerasucher. Am Strand bildeten sich Gruppen von
Pinguinen, die skeptisch das Wasser betrachteten. Denn im Wasser davor befand
sich eine Robbe, die auf ihr Frühstück wartete. Ein Pinguin stand leider zu
weit vorne und die Robbe hatte ihr Frühstück.
Im Wasser war das Schauspiel der Pinguine ebenfalls
beeindruckend. Sprangen sie zwischen ihren Tauchphasen immer wieder im hohen
Bogen aus dem Wasser, um zu atmen und gleich wieder weiter zu tauchen. Auf
einem zweiten Felsen konnten wir die Eselpinguine bei der Brutaufzucht
beobachten. Normalerweise haben Pinguine nur 1 Baby. Manche haben aber auch
zwei und wenn die Verhältnisse gut sind und es genügend Nahrung gibt, werden
auch beide groß gezogen.
Nachdem man sich an den Pinguinen satt gesehen hatte, sofern
das überhaupt möglich ist, ging es wieder auf eine Zodiac Tour. Durch die Bucht
an beeindruckenden Eisbergen vorbei. Die Pinguine hüpften direkt neben dem Boot
aus dem Wasser. Eisberge konnten aus nächster
Nähe beobachtet werden und ich versuchte sogar Aufnahmen unter Wasser
mit meiner Gopro. Wir fuhren eine Bucht weiter und dort konnten wir zwei
Buckelwalen beim Schlafen zuschauen. Wir hielten respektvollen Abstand, um die
beiden nicht aufzuwecken.
Ein wundervoller Ausflug. Wegen solcher Erlebnisse hat man
diese Reise angetreten.
Am Nachmittag kamen wir in einer Bucht namens Neko Harbour
an. Wundervolle Bucht umgeben von lauter Bergen mit massiven hängenden
Gletschern. Diese kalbten auch während unseres Besuches, was nicht ganz
ungefährlich ist. Die Bucht ist nicht sehr tief und daher drohen dann Tsunamis.
Der Wind am Anlegeplatz des Schiffes hatte deutlich aufgefrischt und so war die
Überfahrt an Land sehr ruppig und wir wurden in den Zodiacs ordentlich nass. An
Land angekommen, waren wir aber windgeschützt und konnten die großen Kolonien
von Eselspinguinen aus nächster Nähe genießen. Hier kamen uns die Pinguine
besonders nah. Es gab die Wege, die sich die Pinguine in den Schnee getreten
hatten. Diese ließen wir natürlich in Ruhe. Und es gab Wege, die sich die
besuchenden Menschen angelegt haben. Nur hatte den Pinguinen niemand gesagt,
dass diese Wege für die Menschen sind. So kreuzte sich der Verkehr mehrere Male
und die Abstandsregel von 5 Metern wurde doch einige Male unterschritten. Die
Pinguine boten uns die komplette Show. Gegenseitiges Steine klauen,
gegenseitiges Anschreien und Jagen, Babies in allen Größen. Sogar Sex wurde
geboten. Inmitten des Ganzen hielt eine Weddell Robbe ihren Mittagsschlaf und
ließ sich dabei von nichts und niemanden stören. Wir hatten ausreichend Zeit,
dieses Schauspiel nachdem wir tolle Aufnahmen auf der Speicherkarte hatten,
auch einfach zu genießen. Nach über 2 Stunden ging es wieder aufs Schiff. Nach
dem Abendessen, gab es noch einen Vortrag des Biologen über seine Expedition zu
den Schneeleoparden und dann fielen wir müde ins Bett. Morgen geht es früh
raus. Dann steht Whalewatching mit Zodiacs auf dem Programm. Ich bin gespannt.
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