Heute sollten wir nun am Ziel unserer Reise ankommen. Es
stand nochmal ein Tag mit einer Exkursion auf dem Programm. Eine Landung auf
der Sealion Island war geplant, um noch einmal Seelöwen und Macaroni Pinguine
zu besuchen. Kurz nach dem Frühstück kamen wir an und es war schnell klar, das
wird nix. Viel zu viel Wellengang. Die Falkand Inseln sind halt flach. Da ist
es schwierig, Schutz vor dem Wind zu finden. Aber unser Expeditionsleiter hatte
einen Plan B. Wir fuhren etwa 2 Stunden weiter nach Bleaker Island. Dort angekommen
zeigten sich die Bedingungen etwas freundlicher. Das Schiff ankerte und wir
schlüpften ein letztes Mal in unsere Expeditionsklammotten und sammelten uns an
der Gangway. Die Guides fuhren im ersten Zodiac los, um die Landestelle für uns
vorzubereiten. Rockhopper Pinguine warteten an Land auf uns. Doch es stellte
sich raus, dass die Kraft des doppelten Regenbogens, der uns bisher eine so
tolle Reise beschert hat, uns leider verlassen hat und auf Südgeorgien
geblieben ist. Der Wind frischte plötzlich auf und die Guides konnten selber
froh sein, heile wieder an Bord gekommen zu sein. Wir mussten uns ohne das
Schiff zu verlassen wieder aus den Klamotten schälen und damit war der
Expeditionstag gelaufen. Das Schiff nahm Kurs auf Port Stanley. Wir begannen,
die Koffer zu packen. Am Nachmittag wurden die Bordrechnungen beglichen. Am
Abend gab es dann noch ein Kapitänsdinner und noch eine tolle Zusammenfassung
der Reise unseres Schiffsfotografen Steve. Als Erinnerung erhielten wir diese
und viele andere Dateien als Andenken auf einem USB Stick. Und so ließen wir
den Abend gemütlich in der Bar ausklingen.
Früh am Morgen legten wir in Port Stanley an. Es gab nochmal
ein Frühstück an Bord, doch um 08.30 Uhr kamen die Busse und es war Abschied
nehmen angesagt. Abschied von einem tollen Schiff und einer unglaublichen Crew.
Wir beendeten eine Reise, die auch für die Crew einfach nur unfassbar toll
gewesen ist. Wir hatten ruhige Seepassagen in die Antarktis und nach
Südgeorgien. 17 von 20 vorgesehenen Exkursionen fanden wie geplant statt.
Normalerweise ist die Quote höchstens bei 75%, meistens weniger. So hatten
nicht nur wir, sondern auch die Crew eine ganz spezielle Reise und sie haben es
uns mit unglaublich viel Einsatz, Engagement und Spaß gedankt. So gab es an de
Gangway reichlich Umarmungen, denn Crew und Passagiere sind im Verlauf der
Fahrt eng zusammengewachsen.
Die Busse brachten uns in die „Innenstadt“ von Port Stanley.
Die besteht aus einer Straße von etwa 500 Metern Länge. Dort finden sich
diverse Souvenirshops und andere Läden. Die örtliche Zeitung „Pinguin News“ ist
dort auch zu finden. Und das unvermeidliche Denkmal zum Falkland Krieg mit den
Namen aller gefallen und einer Büste der „eisernen Lady“ Margaret Thatcher
ebenso.
Um kurz vor 11.00 Uhr mussten wir wieder an den Bussen sein.
Die Fahrt zum Flughafen Mount Pleasant dauert allen Ernstes eine ganze Stunde.
Auf dem Weg durch die Stadt erhielten wir von der englischen Begleitung noch
erklärende Worte zur Insel und dem Leben dort. Alles recht patriotisch
eingefärbt, aber wenigstens mit britischem Humor. Mount Pleasant ist der
britische Militärflugplatz auf dem einmal pro Woche ein Charterflug der LATAM
aus Punta Arenas landet, um Kreuzfahrt Passagiere hin- und herzufliegen. Die
Abfertigung ist daher etwas abenteuerlich und die Sicherheitskontrolle
ultrastreng. Ich liebe aber die Check In Agentin. Wir hatten auf dem Flug nur 1
Koffer Gepäck frei. Erst auf dem zweiten Leg hatte ich durch meine eigene
Buchung 2 Koffer frei. Durch die strenge Kontrolle bekam ich zudem meine
Fototasche nicht als Handgepäck durch und hatte somit nun 3 Stücke
aufzugebendes Gepäck und ordentlich Übergepäck. Ich musste keinen Cent zahlen.
Und auf dem langen Flug von Punta Arenas nach Santiago bekam ich ohne zu fragen
einen Notausgangsitz mit mehr Beinfreiheit. So liebe ich das. Die Flüge waren
unauffällig, die Passkontrolle in Punta Arenas war sehr schleppend und führte
durch die hohe Zahl an Transitpassagieren, die wie ich weiter nach Santiago
flogen, zu Verspätung. In Santiago angekommen, war dann auch Abschied von den
anderen Gästen angesagt. Viele neue Freunde gewonnen. Mal schauen, wie viel
Kontakte bestehen bleiben. Todmüde fiel ich im Flughafenhotel ins Bett. Leider
war mir kein ruhiger Schlaf vergönnt. Das Hotel hatte eine Hochzeitsfeier im Haus
………..
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