Heute Morgen stand Deception Island auf dem Programm.
Hierbei handelt es sich um eine Vulkaninsel, wo die Spitze in einer riesigen
Eruption weggeflogen ist und der Krater dann mit Seewasser volllief. Diese
Lagune ist nun von einer Kaldera umgeben, in der sich immer noch aktive Vulkane
befinden. Der letzte Ausbruch war Ende der 70er Jahre. Man kann von außen in
die Lagune hinein fahren und sich dann verschiedene Punkte anschauen. Die
Neuerwerbung von One Ocean Expeditions, die „Resolute“, hierbei handelt es sich
um die ehemalige MS Hanseatic von Hapag Lloyd Kreuzfahrten lag gleich neben der
Einfahrt vor einer verlassenen Walfangstation. Wir fuhren weiter zu einem Punkt
namens Telephone Point. Dort stand eine kurze Wanderung auf dem Berg und ein
Bad in warmen Quellen auf dem Programm. Da die Bergerklimmung für mich eh
ausgefallen wäre, das Bad jetzt nicht sooooo das Highlight für mich darstellte
und ich heute morgen wirklich nicht in Form war, entschied ich mich den Ausflug
ausfallen zu lassen und an Bord zu bleiben. Wie ich später erfuhr, war ich
nicht der Einzige, dem es so erging. Nach den Erzählungen der Mitreisenden, die
an Land waren, war es die richtige Entscheidung. Der Ausflug war nicht so
aufregend, dass er die Mühe am Morgen lohnte. Da habe ich mich lieber für den
Nachmittag erholt.
Diese Entscheidung sollte sich aus als richtig
herausstellen. Dieser Trip war wunderschön aber anstrengend. Fast Point ist
eine kleine Halbinsel die von einem sehr markenten Felsen abgeschlossen wird.
Zwischen de Festland und dem Felsen verläuft ein flacher Steinstrand. Auf
diesem leben Eselspinguine, Zügelpinguine und Robben mehr oder weniger
friedlich miteinander. Durch die exponierte Lage ist es hier windig und die
Überfahrt stellte sich als Herausforderung dar. Das Wetter war, sagen wir mal
„antarktisch“. So wurden wir in den Zodiacs ordentlich durchgeschüttelt und
nass. Zumal die Überfahrt auch noch relativ lang war. Am Strand waren wir aber
wenigstens etwas windgeschützt Ein Nieselregen begleitete uns aber über den
gesamten Aufenthalt. Hier lernte man die wirklich gute Schutzkleidung schätzen.
Wir blieben trocken und warm du konnten so den Aufenthalt trotzdem genießen.
Und das war nicht so schwer. Denn hier stand man einfach mitten unter den
Tieren. Dazu waren alle kunterbunt durchmischt und nicht in getrennten
Kolonien. So dicht kamen wir den Tieren bisher noch nie. Man musste sich
einfach nur hinsetzen und das Treiben auf sich wirken lassen und genießen. Die
Babys der Eselspinguine waren fast ausgewachsen und wurden zum größten Teil von
ihren Eltern nicht mehr gefüttert. Das wollten diese sich aber nicht gefallen
lassen und jagten ihre Eltern über den halben Strand hinterher um doch noch
etwas zu bekommen. Allein diese Jagdszenen waren die anstrengende Überfahrt
wert, sorgten sie doch wirklich für Erheiterung. Ansonsten war dies ein Ort, an
dem man die Kamera auch mal beiseite packen konnte. Sie wurde eh nur nass.
Einfach auf einen Stein hocken und das Ganze genießen und sich darüber freuen,
dass man hier ist.
Ein gemütlicher Abend in der Bar mit einem humorvollen
Beitrag unseres charmanten Seebären Ken Burton, welcher über 30 Jahre in
Diensten der kanadischen Marine Patrol gestanden hat, über Maritime
Mißverständnisse beendete diesen Tag.
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