Nachdem wir Südgeorgien verlassen haben, standen nun 3 lange
Seetage an, bevor wir unsere letzte Station auf den Falkland Inseln erreichen
sollten. Am ersten Seetag begrüßet uns dichter Nebel und eine leichte Brandung.
Dabei stellte ich böserweise fest,dass ich gar nicht genügend Medizin gegen
Seekrankheit dabei hatte. Ich hatte mich
bei meiner Kalkulation so auf die Drake Passage konzentriert und dabei die
anderen beiden Passagen schlicht vergessen. Ich hatte nur noch Pillen für einen
Tag aber noch 3 Tage vor mir. Ich beschloss die ersten zwei Tage möglichst ohne
Pillen auszukommen. Am ersten Tag gelang mir dieses auch.
Seetage sind die Tage, an denen wir reichlich
Informationsveranstaltungen auf dem Tagesplan haben. So gab uns der
Schiffshistoriker schon mal einen Überblick über die Falkland Inseln. Unser
Schiffsbiologe, der übrigends bereits seine 31.(!!!!) Saison in der Antarktis
verbringt, brachte uns alles über die Seevögel der Antarktis bei. Dazu gab es
an jedem Tag eine Lektion von unserem ex Kapitän Ken Burton, bei dem ich immer
noch nicht fassen kann dass jemand mit seinem Lebenslauf nichts besseres zu tun
hat als uns Touris im Schlauchboot durch antarktische Gewässer zu fahren, einen
Vortrag über den Falkland Krieg und die Nordwestpassage. Unser Kajak Guru Jaime
hielt eine beeindruckende Präsentation über seine Umrundung Svalbards (das ist
die Inselgruppe um Spitzbergen) in 71 Tagen im Kajak. Sogar ein Gast durfte am
Abend erzählen. Wir haben einen NASA Wissenschaftler an Bord, der an einer
Satellitenmission zum Pluto beteiligt war. Darüber hat er am Abend in
gemütlicher Runde in der Bar berichtet und beeindruckende Fotos gezeigt.
Passenderweise zeigte sich an genau diesem Abend zum ersten Mal ein klarer
Sternhimmel, den wir dann am Achterdeck gemeinsam bewundern konnten.
Am zweiten Tag wurde es zwar nicht stürmisch aber trotzdem
arg wellig. Bei Ken Burtons Vortrag hätte es mich dann fast erwischt, ich bin
gerade noch rechtzeitig in meine Kabine gekommen und konnte mich hinlegen,
bevor mich die Seekrankheit einholte. Das hieß nun aber, absolutes reduzieren
der Tagesaktivitäten. So wurde es ein Sudoku Nachmittag im Bett.
Am dritten Tag war die See ruhiger und nun konnte ich ja
eine Pille einwerfen und schon gings mir wieder gut. Der Tag ging mit den
Vorträgen schnell vorüber. Am Nachmittag gab es dann noch ein Highlight. Es gab
zu Gunsten der One Ocean Foundation, die diverse Projekte in der Arktis und
Antarktis unterstützt, eine Charity Auktion. Es wurden diverse Dinge aus dem
One Ocean Fundus versteigert. T-Shirts, Caps, Fahnen, Gletscherwasser deren Eisblöcke
wir selber aus dem Wasser gefischt haben, Original Shackleton Whiskey, usw.. Es
war eine sehr witzige und erfolgreiche Versteigerung. Es konnten insgesamt 2700
USD gesammelt werden. Ein nicht unerheblicher Teil davon kam von mir. Ich
ersteigerte die Fahne des Veranstalters, die ich im Anschluss von allen
Besatzungsmitgliedern signieren ließ. Zuletzt wurde das Highlight versteigert,
die Original Navigationskarte unserer Reise. Mit allen Landepunkten und den
Signaturen des Navigationsoffiziers, des Kapitäns und dem Original Stempel des
Schiffs. Ich habe mich geschickt angestellt und so wird das gute Stück
zukünftig zusammen mit der Fahne bei mir an der Wand hängen und eine tolle
Erinnerung sein an eine unvergessliche Reise.
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