Montag, 11. Februar 2019

05.02.19-07.02.19 Seetage Südgeorgien – Falkland Inseln



Nachdem wir Südgeorgien verlassen haben, standen nun 3 lange Seetage an, bevor wir unsere letzte Station auf den Falkland Inseln erreichen sollten. Am ersten Seetag begrüßet uns dichter Nebel und eine leichte Brandung. Dabei stellte ich böserweise fest,dass ich gar nicht genügend Medizin gegen Seekrankheit  dabei hatte. Ich hatte mich bei meiner Kalkulation so auf die Drake Passage konzentriert und dabei die anderen beiden Passagen schlicht vergessen. Ich hatte nur noch Pillen für einen Tag aber noch 3 Tage vor mir. Ich beschloss die ersten zwei Tage möglichst ohne Pillen auszukommen. Am ersten Tag gelang mir dieses auch.
Seetage sind die Tage, an denen wir reichlich Informationsveranstaltungen auf dem Tagesplan haben. So gab uns der Schiffshistoriker schon mal einen Überblick über die Falkland Inseln. Unser Schiffsbiologe, der übrigends bereits seine 31.(!!!!) Saison in der Antarktis verbringt, brachte uns alles über die Seevögel der Antarktis bei. Dazu gab es an jedem Tag eine Lektion von unserem ex Kapitän Ken Burton, bei dem ich immer noch nicht fassen kann dass jemand mit seinem Lebenslauf nichts besseres zu tun hat als uns Touris im Schlauchboot durch antarktische Gewässer zu fahren, einen Vortrag über den Falkland Krieg und die Nordwestpassage. Unser Kajak Guru Jaime hielt eine beeindruckende Präsentation über seine Umrundung Svalbards (das ist die Inselgruppe um Spitzbergen) in 71 Tagen im Kajak. Sogar ein Gast durfte am Abend erzählen. Wir haben einen NASA Wissenschaftler an Bord, der an einer Satellitenmission zum Pluto beteiligt war. Darüber hat er am Abend in gemütlicher Runde in der Bar berichtet und beeindruckende Fotos gezeigt. Passenderweise zeigte sich an genau diesem Abend zum ersten Mal ein klarer Sternhimmel, den wir dann am Achterdeck gemeinsam bewundern konnten.
Am zweiten Tag wurde es zwar nicht stürmisch aber trotzdem arg wellig. Bei Ken Burtons Vortrag hätte es mich dann fast erwischt, ich bin gerade noch rechtzeitig in meine Kabine gekommen und konnte mich hinlegen, bevor mich die Seekrankheit einholte. Das hieß nun aber, absolutes reduzieren der Tagesaktivitäten. So wurde es ein Sudoku Nachmittag im Bett.
Am dritten Tag war die See ruhiger und nun konnte ich ja eine Pille einwerfen und schon gings mir wieder gut. Der Tag ging mit den Vorträgen schnell vorüber. Am Nachmittag gab es dann noch ein Highlight. Es gab zu Gunsten der One Ocean Foundation, die diverse Projekte in der Arktis und Antarktis unterstützt, eine Charity Auktion. Es wurden diverse Dinge aus dem One Ocean Fundus versteigert. T-Shirts, Caps, Fahnen, Gletscherwasser deren Eisblöcke wir selber aus dem Wasser gefischt haben, Original Shackleton Whiskey, usw.. Es war eine sehr witzige und erfolgreiche Versteigerung. Es konnten insgesamt 2700 USD gesammelt werden. Ein nicht unerheblicher Teil davon kam von mir. Ich ersteigerte die Fahne des Veranstalters, die ich im Anschluss von allen Besatzungsmitgliedern signieren ließ. Zuletzt wurde das Highlight versteigert, die Original Navigationskarte unserer Reise. Mit allen Landepunkten und den Signaturen des Navigationsoffiziers, des Kapitäns und dem Original Stempel des Schiffs. Ich habe mich geschickt angestellt und so wird das gute Stück zukünftig zusammen mit der Fahne bei mir an der Wand hängen und eine tolle Erinnerung sein an eine unvergessliche Reise.

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