Montag, 11. Februar 2019

26.01.19 Wilhelmina Bay und Cierva Cove



Die Nacht war kürzer als gewohnt. Aufstehen um 06.00 Uhr, Frühstück um 07.00 Uhr. Um 08.30 Uhr Start der ersten Exkursion. Heute Morgen standen mal nicht Pinguine im Mittelpunkt. Wilhelmina Bay ist ein guter Standort für Krill und damit standen die Chancen gut, Buckelwale zu sichten. Darum wird sie von den Besatzungen auch „Whale Helmina Bay“ genannt. Um dieses aus nächster Nähe zu sehen, ging es in die Zodiacs und es stand eine 2 stündige Zodiac Tour durch die Bucht an. Die Bucht an sich war so schön, dass die Zodiac Tour selbst ohne Walsichtung schon der Höhepunkt gewesen wäre. Dazu hatten wir tollstes Wetter. Die Sonne strahlte von einem fast wolkenlosen Himmel und es war fast windstill. Ideale Bedingungen für eine Zodiac Tour. Wir fuhren etwa 10 Minuten vom Schiff weg und schon trafen wir auf die ersten Buckelwale. Wir dürfen nicht näher als 100 Meter heranfahren. Problem ist, dass die Wale das nicht wissen. So kommt es dann doch zu näheren Begegnungen, wenn die Motoren aus sind. Kurze Zeit später begegneten wir der nächsten Gruppe. Und danach trafen wir auf eine Buckelwalkuh mit ihrem Kalb. Zwischendurch hüpften auch Eselspinguine im Wasser herum, die sich ebenfalls am Krill den Bauch vollschlugen.
Eine weitere Kuh begegnete uns mit ihrem Kalb. Dieses war sehr vergnügt am Spielen, während sich die Mama das Frühstück einverleibte. Leider waren sie doch etwas weit entfernt und entfernten sich weiter. Wir mussten abdrehen, da die Distanz zum Schiff zu groß wurde. Auf dem Rückweg kamen wir an einer Dreiergruppe Buckelwale vorbei, die sich nach ihrem Frühstück einen kleinen Vormittagsschlaf gönnten und ruhig an der Wasseroberfläche lagen.
Im Anschluss hatte die Crew eine nette Idee. Wir trafen uns mit einem Cateringzodiac, in dem uns seltsam aussehende und tanzende Pinguine ( es handelte sich um russische Besatzungsmitglieder in plüschigen Pinguinkostümen) mit heißem Kakao mit Baileys versorgten. Gute und leckere Idee. Danach mussten wir aber zurück zum Schiff, denn die Weiterreise zu unserem Nachmittagsziel musste pünktlich beginnen.
Am Nachmittag erreichten wir Cierva Cove. Es erwartete uns wieder eine Bucht mit mächtigen Bergen, Gletschern und Eisbergen. Hier waren auch sehr viele Eisschollen im Wasser. Trotzdem stand eine 2 stündige Zodiac Tour auf dem Programm. Es ist schon sehr erstaunlich, was diese kleinen Gummiboote so aushalten.
Wir fuhren in langsamen Tempo durch das Eis zu einer Felseninsel mit dem etwas uninspirierten Namen Pinguin Island. So könnte man jeden zweiten Felsen hier nennen. Auf dieser Insel konnten wir mal wieder Pinguine ansehen. Aber nicht die uns bekannten Eselspinguine. Hier war eine Kolonie Zügelpinguine beheimatet. Zügelpinguine haben weiße Gesichter mit einer schwarzen Oberseite. Dazu verläuft am Kinn entlang eine dünne schwarze Linie. Diese sieht aus wie die Zügel beim Pferd. Daher der Name. Zügelpinguine sind relativ gute Kletterer. Nur deshalb können sie diesen unwegsamen Felsen überhaupt bewohnen. Immer wieder erstaunt es mich, auf welche Höhen diese an Land so ungelenken Tiere klettern. Es sieht auch immer wieder sehr lustig aus, wie Pinguine mit fragendem Gesichtsausdruck am Wasser stehen und sich zu fragen scheinen: „Soll ich da jetzt wirklich rein ?“ Meist bildet sich an der Stelle eine Gruppe. Irgendeiner daraus muss dann als erster reinspringen und wenn er nicht von der Welle zerschmettert wird oder von der Robbe gefressen, dann springen die anderen hinterher. Wenn nicht, dann nicht.
Auf dem weiteren Weg durchs Eis stellten wir dann fest, dass mehrere Seeleoparden auf Eisschollen ihren Nachmittagsschönheitsschlaf hielten. Jeder für sich auf seiner Scholle. Wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. Sie ließen sich durch uns in keinster Weise stören. Es wurde höchstens mal kurz geblinzelt. Auf dem Rückweg grüßte uns dann noch kurz eine Buckelwalkuh mit ihrem Kalb und danach mussten wir dann zum Schiff zurück.

Damit war der Tag aber noch nicht vorbei. Die Crew hatte sich für uns was besonderes ausgedacht. Es sind viele australische Gäste an Bord und heute ist Australia Day. Dieser wurde natürlich auch an Borg begangen und zwar so, wie Australier das so tun: mit einem Barbecue. Auf dem Achterdeck wurden Stühle und Tische aufgebaut, der Grill angeworfen und es gab ein großes Grillbuffet mit allem was das Herz begehrt. Dazu wurde alles mit Australienflaggen geschmückt. Auch die Gäste im Gesicht. Dies Ganze immer noch in der Bucht und so waren wir von Bergen, Gletschern und Eis umgeben. Die Sonne schien. So fielen die Temperaturen knapp über Null kaum auf. Man musste nur sein Essen schneller essen, damit es nicht kalt wird. Zufrieden und gut gesättigt fielen wir in die Betten.

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