Die Nacht war kürzer als gewohnt. Aufstehen um 06.00 Uhr,
Frühstück um 07.00 Uhr. Um 08.30 Uhr Start der ersten Exkursion. Heute Morgen
standen mal nicht Pinguine im Mittelpunkt. Wilhelmina Bay ist ein guter
Standort für Krill und damit standen die Chancen gut, Buckelwale zu sichten. Darum
wird sie von den Besatzungen auch „Whale Helmina Bay“ genannt. Um dieses aus
nächster Nähe zu sehen, ging es in die Zodiacs und es stand eine 2 stündige
Zodiac Tour durch die Bucht an. Die Bucht an sich war so schön, dass die Zodiac
Tour selbst ohne Walsichtung schon der Höhepunkt gewesen wäre. Dazu hatten wir
tollstes Wetter. Die Sonne strahlte von einem fast wolkenlosen Himmel und es
war fast windstill. Ideale Bedingungen für eine Zodiac Tour. Wir fuhren etwa 10
Minuten vom Schiff weg und schon trafen wir auf die ersten Buckelwale. Wir
dürfen nicht näher als 100 Meter heranfahren. Problem ist, dass die Wale das
nicht wissen. So kommt es dann doch zu näheren Begegnungen, wenn die Motoren
aus sind. Kurze Zeit später begegneten wir der nächsten Gruppe. Und danach
trafen wir auf eine Buckelwalkuh mit ihrem Kalb. Zwischendurch hüpften auch
Eselspinguine im Wasser herum, die sich ebenfalls am Krill den Bauch
vollschlugen.
Eine weitere Kuh begegnete uns mit ihrem Kalb. Dieses war
sehr vergnügt am Spielen, während sich die Mama das Frühstück einverleibte.
Leider waren sie doch etwas weit entfernt und entfernten sich weiter. Wir
mussten abdrehen, da die Distanz zum Schiff zu groß wurde. Auf dem Rückweg
kamen wir an einer Dreiergruppe Buckelwale vorbei, die sich nach ihrem
Frühstück einen kleinen Vormittagsschlaf gönnten und ruhig an der
Wasseroberfläche lagen.
Im Anschluss hatte die Crew eine nette Idee. Wir trafen uns
mit einem Cateringzodiac, in dem uns seltsam aussehende und tanzende Pinguine (
es handelte sich um russische Besatzungsmitglieder in plüschigen
Pinguinkostümen) mit heißem Kakao mit Baileys versorgten. Gute und leckere
Idee. Danach mussten wir aber zurück zum Schiff, denn die Weiterreise zu
unserem Nachmittagsziel musste pünktlich beginnen.
Am Nachmittag erreichten wir Cierva Cove. Es erwartete uns
wieder eine Bucht mit mächtigen Bergen, Gletschern und Eisbergen. Hier waren
auch sehr viele Eisschollen im Wasser. Trotzdem stand eine 2 stündige Zodiac
Tour auf dem Programm. Es ist schon sehr erstaunlich, was diese kleinen
Gummiboote so aushalten.
Wir fuhren in langsamen Tempo durch das Eis zu einer
Felseninsel mit dem etwas uninspirierten Namen Pinguin Island. So könnte man
jeden zweiten Felsen hier nennen. Auf dieser Insel konnten wir mal wieder
Pinguine ansehen. Aber nicht die uns bekannten Eselspinguine. Hier war eine
Kolonie Zügelpinguine beheimatet. Zügelpinguine haben weiße Gesichter mit einer
schwarzen Oberseite. Dazu verläuft am Kinn entlang eine dünne schwarze Linie. Diese
sieht aus wie die Zügel beim Pferd. Daher der Name. Zügelpinguine sind relativ
gute Kletterer. Nur deshalb können sie diesen unwegsamen Felsen überhaupt
bewohnen. Immer wieder erstaunt es mich, auf welche Höhen diese an Land so
ungelenken Tiere klettern. Es sieht auch immer wieder sehr lustig aus, wie
Pinguine mit fragendem Gesichtsausdruck am Wasser stehen und sich zu fragen
scheinen: „Soll ich da jetzt wirklich rein ?“ Meist bildet sich an der Stelle
eine Gruppe. Irgendeiner daraus muss dann als erster reinspringen und wenn er
nicht von der Welle zerschmettert wird oder von der Robbe gefressen, dann
springen die anderen hinterher. Wenn nicht, dann nicht.
Auf dem weiteren Weg durchs Eis stellten wir dann fest, dass
mehrere Seeleoparden auf Eisschollen ihren Nachmittagsschönheitsschlaf hielten.
Jeder für sich auf seiner Scholle. Wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten
und fotografieren. Sie ließen sich durch uns in keinster Weise stören. Es wurde
höchstens mal kurz geblinzelt. Auf dem Rückweg grüßte uns dann noch kurz eine
Buckelwalkuh mit ihrem Kalb und danach mussten wir dann zum Schiff zurück.
Damit war der Tag aber noch nicht vorbei. Die Crew hatte
sich für uns was besonderes ausgedacht. Es sind viele australische Gäste an
Bord und heute ist Australia Day. Dieser wurde natürlich auch an Borg begangen
und zwar so, wie Australier das so tun: mit einem Barbecue. Auf dem Achterdeck
wurden Stühle und Tische aufgebaut, der Grill angeworfen und es gab ein großes
Grillbuffet mit allem was das Herz begehrt. Dazu wurde alles mit
Australienflaggen geschmückt. Auch die Gäste im Gesicht. Dies Ganze immer noch
in der Bucht und so waren wir von Bergen, Gletschern und Eis umgeben. Die Sonne
schien. So fielen die Temperaturen knapp über Null kaum auf. Man musste nur
sein Essen schneller essen, damit es nicht kalt wird. Zufrieden und gut
gesättigt fielen wir in die Betten.
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