Montag, 11. Februar 2019

24.01.19 Damoy Point und Paradise Harbour



Die Nacht war unruhig. Zum Einen konnte man kaum schlafen, weil es fast gar nicht mehr dunkel wurde. Zum Anderen stand die erste Landung in der Antarktis an. Das Wetter war wie angekündigt umgeschlagen und sehr windig und neblig. So fuhren wir durch die Neumayer Passage zu unserem ersten Landungspunkt. Damoy Point ist eine kleine Bucht mit vielen Bergen drumherum, die sich bei unserer Ankunft noch im Nebel versteckten. Hinter einem kleinen Hügel war dann noch eine kleine Versorgungshütte der Briten zu besuchen, die bis in 80er Jahre in Betrieb war um den Betrieb einer nahegelegenen Ganzjahresstation zu sichern.
Die Überfahrt in den Zodiacs war ruppig. Das Schiff musste zum Einsteigen etwas Windschatten liefern, damit der Übergang in die Boote sicher möglich war. Auch das Aussteigen an Land gestaltete sich an den Felsen etwas schwierig, nach ein wenig Übung für alle Beteiligten war es aber möglich. Nach wenigen Schritten kam man an einer kleinen Kolonie Eselspinguine an. Diese waren dann für die nächste Zeit erst einmal das Hauptmotiv. Die kleine Wanderung über einen Hügel zu der kleinen Hütte sparte ich mir, da ich noch Probleme damit hatte mit dem Gehen auf dem dicken Schnee klarzukommen, da ich immer wieder einbrach. Nach einiger Zeit stelle ich fest, dass die kleinen putzigen Pinguine das gleiche Problem hatten. Und wenn die Profis das haben, darf ich das auch. Einige von den Pinguinen waren am brüten oder hatten bereits kleine Babies in verschiedenen Entwicklungsstadien. Sie waren recht zutraulich und ließen sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen. So gelang es schöne Fotos und Videoaufnahmen zu machen. In der Bucht war ganz schön was los. Insgesamt fanden sich in der Bucht oder durch die Bucht fahrend 4 verschiedene Schiffe wieder.
Nach Ankunft an Bord musste man gleich wieder alles für den Nachmittag vorbereiten. Kamerachips downloaden, Batterien aufladen und Kleidung trocknen. Und mit den Reiseberichten darf man ja auch nicht zu weit ins Hintertreffen geraten. Hier erlebt man viel also gibt es auch viel zu schreiben.  Über Mittag wechselte das Schiff die Position zur argentinischen Forschungsstation Brown Station in einer Bucht, die sich Paradise Harbour nennt. Diesen Namen trägt sie nicht zu Unrecht. Das Wetter hatte aufgeklart und der Wind nachgelassen und so konnten wir die Schönheit der Umgebung in ihrem ganzen Umfang aufnehmen. Bei Brown Station kann man neben der Station auch wieder diverse Pinguine sehen und auf einen kleinen Berg steigen um einen Ausblick auf die Bucht zu genießen. Dieses habe ich sein lassen, dafür habe ich an eine Zodiac Tour durch Paradise Harbour teilgenommen in der wir die Berge und Gletscher aus der Nähe sehen konnten, Pinguine im Wasser schwimmen und jede Menge Eisberge aus der Nähe ansehen konnten.
Für den Abend stand ein besonderes Abenteuer auf dem Programm, welches für alle freiwillig war. Camping in der Antarktis unter freiem Himmel. Einfach im Schlafsack im Schnee ! Das Wetter hatte sich deutlich gebessert und das Team des Veranstalters ging an Land, um die Campsite vorzubereiten. Wir setzten mit den Zodiacs über und erhielten unsere Ausrüstung und mussten dann anfangen, unsere Schneelöcher zu graben. Es wurde ein ziemliches Desaster. Denn neben unserer Insel befand auf dem Festland ein großer Gletscher. Auf diesem entstanden wie aus dem Nichts gewaltige Fallwinde (sog. Katabatische Winde, viel Spaß beim Googeln), die über die Insel fegten. Wir hatten zunehmend Probleme, beim Vorbereiten unserer Schneelöcher unsere Ausrüstung beieinander zu halten. So verlor ich schnell meine Isomatte. Jemand anderes seinen Schlafsack und als dann auch die Box für Schneeschaufeln Flugstunden nahm und der Wind immer weiter zunahm, alle Mitglieder nur noch auf den Ausrüstungsgegenständen lagen um das Wegwehen zu verhindern,brach das Expeditionsteam den Ausflug ab. Wir mussten alles zusammenpacken und in die Zodiacs zurück um an Bord zurückzukehren. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass diese Entscheidung getroffen wurde. Diese Nacht wäre für alle Beteiligten wirklich schlimm und eventuell sogar gefährlich geworden. Wir haben es probiert und das Wetter war gegen uns. Wir hatten uns aber tolle Geschichten zu erzählen.

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