Die Nacht war unruhig. Zum Einen konnte man kaum schlafen,
weil es fast gar nicht mehr dunkel wurde. Zum Anderen stand die erste Landung
in der Antarktis an. Das Wetter war wie angekündigt umgeschlagen und sehr
windig und neblig. So fuhren wir durch die Neumayer Passage zu unserem ersten
Landungspunkt. Damoy Point ist eine kleine Bucht mit vielen Bergen drumherum, die
sich bei unserer Ankunft noch im Nebel versteckten. Hinter einem kleinen Hügel
war dann noch eine kleine Versorgungshütte der Briten zu besuchen, die bis in
80er Jahre in Betrieb war um den Betrieb einer nahegelegenen Ganzjahresstation
zu sichern.
Die Überfahrt in den Zodiacs war ruppig. Das Schiff musste
zum Einsteigen etwas Windschatten liefern, damit der Übergang in die Boote
sicher möglich war. Auch das Aussteigen an Land gestaltete sich an den Felsen
etwas schwierig, nach ein wenig Übung für alle Beteiligten war es aber möglich.
Nach wenigen Schritten kam man an einer kleinen Kolonie Eselspinguine an. Diese
waren dann für die nächste Zeit erst einmal das Hauptmotiv. Die kleine
Wanderung über einen Hügel zu der kleinen Hütte sparte ich mir, da ich noch
Probleme damit hatte mit dem Gehen auf dem dicken Schnee klarzukommen, da ich
immer wieder einbrach. Nach einiger Zeit stelle ich fest, dass die kleinen
putzigen Pinguine das gleiche Problem hatten. Und wenn die Profis das haben,
darf ich das auch. Einige von den Pinguinen waren am brüten oder hatten bereits
kleine Babies in verschiedenen Entwicklungsstadien. Sie waren recht zutraulich
und ließen sich durch unsere Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen. So gelang
es schöne Fotos und Videoaufnahmen zu machen. In der Bucht war ganz schön was
los. Insgesamt fanden sich in der Bucht oder durch die Bucht fahrend 4
verschiedene Schiffe wieder.
Nach Ankunft an Bord musste man gleich wieder alles für den
Nachmittag vorbereiten. Kamerachips downloaden, Batterien aufladen und Kleidung
trocknen. Und mit den Reiseberichten darf man ja auch nicht zu weit ins
Hintertreffen geraten. Hier erlebt man viel also gibt es auch viel zu
schreiben. Über Mittag wechselte das
Schiff die Position zur argentinischen Forschungsstation Brown Station in einer
Bucht, die sich Paradise Harbour nennt. Diesen Namen trägt sie nicht zu
Unrecht. Das Wetter hatte aufgeklart und der Wind nachgelassen und so konnten
wir die Schönheit der Umgebung in ihrem ganzen Umfang aufnehmen. Bei Brown
Station kann man neben der Station auch wieder diverse Pinguine sehen und auf
einen kleinen Berg steigen um einen Ausblick auf die Bucht zu genießen. Dieses
habe ich sein lassen, dafür habe ich an eine Zodiac Tour durch Paradise Harbour
teilgenommen in der wir die Berge und Gletscher aus der Nähe sehen konnten,
Pinguine im Wasser schwimmen und jede Menge Eisberge aus der Nähe ansehen
konnten.
Für den Abend stand ein besonderes Abenteuer auf dem
Programm, welches für alle freiwillig war. Camping in der Antarktis unter
freiem Himmel. Einfach im Schlafsack im Schnee ! Das Wetter hatte sich deutlich
gebessert und das Team des Veranstalters ging an Land, um die Campsite
vorzubereiten. Wir setzten mit den Zodiacs über und erhielten unsere Ausrüstung
und mussten dann anfangen, unsere Schneelöcher zu graben. Es wurde ein
ziemliches Desaster. Denn neben unserer Insel befand auf dem Festland ein
großer Gletscher. Auf diesem entstanden wie aus dem Nichts gewaltige Fallwinde
(sog. Katabatische Winde, viel Spaß beim Googeln), die über die Insel fegten.
Wir hatten zunehmend Probleme, beim Vorbereiten unserer Schneelöcher unsere
Ausrüstung beieinander zu halten. So verlor ich schnell meine Isomatte. Jemand
anderes seinen Schlafsack und als dann auch die Box für Schneeschaufeln
Flugstunden nahm und der Wind immer weiter zunahm, alle Mitglieder nur noch auf
den Ausrüstungsgegenständen lagen um das Wegwehen zu verhindern,brach das
Expeditionsteam den Ausflug ab. Wir mussten alles zusammenpacken und in die
Zodiacs zurück um an Bord zurückzukehren. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh,
dass diese Entscheidung getroffen wurde. Diese Nacht wäre für alle Beteiligten
wirklich schlimm und eventuell sogar gefährlich geworden. Wir haben es probiert
und das Wetter war gegen uns. Wir hatten uns aber tolle Geschichten zu
erzählen.
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