Ein grauer Morgen, mit Seenebel der bis zu den Bergen reichte,
begrüßte mich. Heute hieß es nach langer Zeit, Abschied für einige Tage von der
See zu nehmen. Hinter La Serena begann die RN-41 die zur argentinischen Grenze
führt. Anfangs in recht unansehnlicher und langweiliger Umgebung änderte sich
dieses Bild nach den ersten Bergen recht schnell. Die Berge hatten eine
wüstenartige Erscheinung mit grauem und braunem Sand und Felsen auf denen kleine
Büsche und riesige Kakteen wuchsen. Im Tal war aber alles grün, wegen des
dortigen Flusses. Das Ganze kam einem irgendwie aus den Roadrunner Comics
bekannt vor. Leider wurde hier nur die Landschaft geboten und nicht das Tier. Im
weiteren Verlauf lag ein Stausee an der Strecke. Die Staumauer konnte
besichtigt werden, da hielt ich mal an und legte einen Spaziergang ein. Ich
hatte heute mehr als genug Zeit. Die geplante Strecke betrug nicht einmal 100
km.
Nach dem Stausee gings durch ein nettes Dörfchen namens Vicuña
wollte ich mir ansehen. Aber wie so oft, war leider kein Platz fürs Auto zu
bekommen. Da bin ich langsam weitergefahren. Etwa 20 km hinter Vicuña war dann
die Abzweigung ins Elqui Tal, dem Ziel für die nächsten Tage. Auch hier bot
sich landschaftlich das gleiche Bild. Im Tal grün und die Berge wüstenhaft. Das
grün im Tal bestand aber überwiegend aus Weinreben, die hier für das
Nationalgetränk Chiles stehen. Den Pisco. Ein Weinbrand. Die bekannteste
chilenische Marke Mistral produziert hier im Elqui Tal. Einige kleinere
Brennereien gibt es ebenso im Tal.
Nach etwa 20 km war Pisco Elqui erreicht. Dieser Ort wurde
vor zig Jahren extra umbenannt, um Peru nicht die alleinigen Namensrechte am
Pisco zu überlassen. Der Ort ist klein und endlich mal ansehnlich. Aber auch
überlaufen und das mit etwas schräger Klientel. Dazu morgen mehr. Etwa 6km
hinterm Ort war mein Hotel. Mit kleiner Einfahrt, an der ich erst einmal stumpf
vorbei gefahren bin. Nach etwa 10 km und ganz anderen Ortsnamen bin ich dann
stutzig geworden und einmal umgedreht. Und dann hab ich es doch noch gefunden,
die Elqui Domo Lodge. Hier wird mein Domizil für die nächsten 3 Tage sein. Ich
habe ein Luxuszelt gebucht. Dies ähnelt einem riesigen Iglu. Hat an einer Seite
auch einen fast Igluartigen Eingang, gegenüber ist ein Fenster. Das Ganze ist
zweigeschossig. Im Erdgeschoß ist der Wohnraum und das Bad und im Obergeschoss
das Bett. Der Clou ist, über dem Bett kann man die Dachkanzel aufklappen und
hat einwandfreien Blick auf den Himmel. Tagsüber hat das bestenfalls eine
Belüftungsfunktion. Aber nachts ist das der Hammer, denn Elqui ist berühmt für
seinen Sternenhimmel. Diverse Observatorien von NASA und ESA befinden sich in
der Nähe. Und viele Hotels haben ebenfalls kleine Observatorien und bieten Astronomieexkursionen
an. So auch mein Hotel. Darum bin ich hier. Heute war die Tour ausgebucht, ich
hole das morgen nach. So konnte ich heute eigenständig den ersten Eindruck vom
Sternenhimmel bekommen. Ich liebe einfach Südsternhimmel. Sooooo viel Sterne
und endlich mal wieder die Milchstraße richtig gesehen. Wow. Ich versuchte mich
in Sternfotografie und war mit den ersten Ergebnissen ganz zufrieden. So ging
ich ins Bett, machte die Kuppel auf und schlief zufrieden ein.
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