Donnerstag, 14. Februar 2019

12.02.19 La Serena – Pisco Elqui


Ein grauer Morgen, mit Seenebel der bis zu den Bergen reichte, begrüßte mich. Heute hieß es nach langer Zeit, Abschied für einige Tage von der See zu nehmen. Hinter La Serena begann die RN-41 die zur argentinischen Grenze führt. Anfangs in recht unansehnlicher und langweiliger Umgebung änderte sich dieses Bild nach den ersten Bergen recht schnell. Die Berge hatten eine wüstenartige Erscheinung mit grauem und braunem Sand und Felsen auf denen kleine Büsche und riesige Kakteen wuchsen. Im Tal war aber alles grün, wegen des dortigen Flusses. Das Ganze kam einem irgendwie aus den Roadrunner Comics bekannt vor. Leider wurde hier nur die Landschaft geboten und nicht das Tier. Im weiteren Verlauf lag ein Stausee an der Strecke. Die Staumauer konnte besichtigt werden, da hielt ich mal an und legte einen Spaziergang ein. Ich hatte heute mehr als genug Zeit. Die geplante Strecke betrug nicht einmal 100 km.
Nach dem Stausee gings durch ein nettes Dörfchen namens Vicuña wollte ich mir ansehen. Aber wie so oft, war leider kein Platz fürs Auto zu bekommen. Da bin ich langsam weitergefahren. Etwa 20 km hinter Vicuña war dann die Abzweigung ins Elqui Tal, dem Ziel für die nächsten Tage. Auch hier bot sich landschaftlich das gleiche Bild. Im Tal grün und die Berge wüstenhaft. Das grün im Tal bestand aber überwiegend aus Weinreben, die hier für das Nationalgetränk Chiles stehen. Den Pisco. Ein Weinbrand. Die bekannteste chilenische Marke Mistral produziert hier im Elqui Tal. Einige kleinere Brennereien gibt es ebenso im Tal.
Nach etwa 20 km war Pisco Elqui erreicht. Dieser Ort wurde vor zig Jahren extra umbenannt, um Peru nicht die alleinigen Namensrechte am Pisco zu überlassen. Der Ort ist klein und endlich mal ansehnlich. Aber auch überlaufen und das mit etwas schräger Klientel. Dazu morgen mehr. Etwa 6km hinterm Ort war mein Hotel. Mit kleiner Einfahrt, an der ich erst einmal stumpf vorbei gefahren bin. Nach etwa 10 km und ganz anderen Ortsnamen bin ich dann stutzig geworden und einmal umgedreht. Und dann hab ich es doch noch gefunden, die Elqui Domo Lodge. Hier wird mein Domizil für die nächsten 3 Tage sein. Ich habe ein Luxuszelt gebucht. Dies ähnelt einem riesigen Iglu. Hat an einer Seite auch einen fast Igluartigen Eingang, gegenüber ist ein Fenster. Das Ganze ist zweigeschossig. Im Erdgeschoß ist der Wohnraum und das Bad und im Obergeschoss das Bett. Der Clou ist, über dem Bett kann man die Dachkanzel aufklappen und hat einwandfreien Blick auf den Himmel. Tagsüber hat das bestenfalls eine Belüftungsfunktion. Aber nachts ist das der Hammer, denn Elqui ist berühmt für seinen Sternenhimmel. Diverse Observatorien von NASA und ESA befinden sich in der Nähe. Und viele Hotels haben ebenfalls kleine Observatorien und bieten Astronomieexkursionen an. So auch mein Hotel. Darum bin ich hier. Heute war die Tour ausgebucht, ich hole das morgen nach. So konnte ich heute eigenständig den ersten Eindruck vom Sternenhimmel bekommen. Ich liebe einfach Südsternhimmel. Sooooo viel Sterne und endlich mal wieder die Milchstraße richtig gesehen. Wow. Ich versuchte mich in Sternfotografie und war mit den ersten Ergebnissen ganz zufrieden. So ging ich ins Bett, machte die Kuppel auf und schlief zufrieden ein.

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