Hallo,
es wird mal wieder Zeit, meinen
Reiseblog zu füttern. Dazu gibt es nun reichlich Gelegenheit, wo es
für mich hoffentlich jede Menge zu erleben und für Euch ausreichend
Lesestoff gibt. Diesmal geht es auf eine Reise durch den Westen der
USA. Die Stationen sind Las Vegas-Route 66 – Joshua NP – Los
Angeles – Kings Canyon NP – Yosemite NP – San Francisco –
Lassen NP – Crater Lake NP – Portland – Seattle.
Auf geht’s zur ersten Etappe:
05./06. September
Hannover-.Frankfurt- Las Vegas
Nachdem ich schon zwei Tage zuvor meine
beiden vierbeinigen Wollknäuel beim Catsitter abgegeben hatte, ging
es gleich im Anschluss von der Arbeit auf die Reise. Als hätte ich
es bereits vor 3 Monaten beim Planen der Reise geahnt, dass Streiks
von Lokführern und Piloten meine Reisepläne behindern könnten,
hatte ich beschlossen, am Vortag meines Abfluges in Frankfurt
aufzuschlagen.
Gesagt, getan. Natürlich (ich fuhr
schliesslich mit der Deutschen Bahn) ging der Start nicht pünktlich
von statten. Aber man will ja nicht meckern. Die Lufthansa flog
schliesslich gar nicht. So kam ich dann abends am Frankfurter
Flughafen an und liess mich gleich zum Park Inn Hotel bringen. So
ging es am nächsten Vormittag entspannt zum Check In. Ich war
gespannt, was mich alles dort erwarten würde, schliesslich flog ich
mit United Airlines einer US Fluglinie. Und die Amis drehen ja
sicherheitstechnisch gerne mal ein wenig am Rad. Aber
erstaunlicherweise ging das nett und flott von statten. Ebenso die
Sicherheitskontrolle. Da macht man selbst ein Riesenaufhebens, dass
ja kein Akku bei einer Funktionskontrolle versagt und es passiert
(fast) nix ! Unbezahlbar war nur der Blick des Gepäckkontrolleurs,
als er auf dem Röntgenschirm den Inhalt meines Fotorucksackes
entdeckte und selbigen auch prompt zur Handkontrolle anwies.
Ein eher an ein Pfadfinderausflug
erinnerndes Boardingsystem (der gesamte Warteraum wird mit
nummerierten Gruppenschildchen von 1-5 zugepflastert und man hat sich
gefälligst gemäss seiner auf der Bordkarte vermerkten Nummer
anzustellen, welche dann der Reishe nach aufgerufen werden. Das
machen die nicht nur in Frankfurt so, sondern auch in Washington !)
verhinderte nicht den pünktlichen Abflug. Hier wurde gleich zu
Beginn darauf hingewiesen, dass es sich um den Abschiedsflug des
Kapitäns nach 35 Jahren bei United Airlines handelte. Hat den Flug
aber auch nicht irgendwie anders gemacht ;-).
Bei der Einnahme des Platzes konnte ich
gleich merken, dass meine Kostspielige Entscheidung beim Web Check In
auf die Premium Economy hochzubuchen goldrichtig gewesen ist. Zudem
die Sitze zumindest auf der Langstrecke sehr bequem ist. Was man von
der Qualität der Sitze im Inland nicht sagen kann, obwohl die Kabine
recht neu war. Nach ereignislosem Flug kam ich überpünktlich in
Washington/Dulles an. Nun war ich gespannt auf die Immigration,
welche in den USA ja immer für Überraschungen gut ist. Zu meiner
großen Freude ging es flott und sogar freundlich vorüber, der
Zollbeamte war auch erfreulicherweise recht desinteressiert, das
Umpacken des Gepäcks auf das Transitband ging auch schnell (gibt es
eigentlich noch irgendein hoch entwickeltes Land, wo man sein Gepäck
noch VOR seinem
endgültigen Zielort zu Gesicht bekommt ? Die Amis lernen das wohl
nie !). Was mich aber echt schwer abnervte, das direkt hinter dem
Zollschalter wieder eine Sicherheitskontrolle stattfand. Und diesmal
mit alle Wellen, Schuhe aus, Gürtel aus und wo mir richtig die Ader
schwoll, diese tollen „Nacktscanner“ und das ohne
Alternativmöglichkeit wie bei uns. Fressen oder zurück fliegen. TSA
ich liebe Euch, der Zettel in meinem Koffer, den ich in Las Vegas
fand, in welchem Ihr mir freundlich mitgeteilt habt, dass Ihr
selbigen durchwühlt habt, hat die Beliebtheit noch ins Unermessliche
gesteigert.
Dann ging es
endlich weiter nach Las Vegas. Nach gefühlten 30km Fussmarsch durch
Terminal ging es pünktlich ins Flugzeug. Was dann kam, war für mich
auch neu. Wir wurden von der Parkposition zurückgeschoben, starteten
die Triebwerke und rollten zur Startbahn, soweit noch alles normal.
Auf halbem Wege blieb der Flieger stehen und schaltete die Triebwerke
ab. Es war inzwischen eine Gewitterfront über dem Platz und die
Starts wurden unterbrochen. Das man diese Front schon dreissig
Minuten vorher aus dem Gate beobachten konnte verschweigen wir hier
mal. Als der Flugbetrieb wieder aufgenommen wurde, mussten wir zu
einer Startbahn am anderen Ende des Platzes (für die Profis, statt
19L gings zur 30). Nach dem wir gefühlt von Washington nach Denver
gerollt sind, haben wir den Rest der Strecke noch fliegen zu Ende
gebracht.
Schnell den
Mietwagen übernommen (hatte ich auch noch nicht „Hallo Herr
Heilmann, hier stehen unsere SUVs. Suchen Sie sich einen aus, der
Ihnen am Besten gefällt.Und das machen die inzwischen mit allen
Autos so) und dann ab ins Flughafenhotel und dann nur noch ins Bett
gefallen nach etwa 20 Stunden Reise.
Am nächsten Tag
wollte ich eigentlich erst einmal ein wenig spotten am Flughafen.Als
ich mich am Hotel aufgerafft hatte und dann die Fotoposition gefunden
hatte, wurde nach EINEM(!) Flugzeug die Bahn gewechselt und von der
anderen Seite gelandet. Ich fühlte mich verarscht und erledigte erst
einmal Einkäufe bei Wal Mart. Nachdem ich dort rauskam, traute ich
meinem Blick an den Himmel nicht. Es war eine Gewitterfront
aufgezogen ! Toll von vielleicht 20 Regentagen im Jahr lande ich
natürlich einen Treffer. Mit entsprechender Schwüle dazu. So bezog
ich recht früh mein neues Zimmer im Mandalay Bay Hotel und erkundete
dieses im Anschluss. Und diese Kasino Hotels muss man wirklich erst
erkunden ! 20 Minuten Fussmarsch von einem Ende zum anderen sind
keine Seltenheit. Das Mandalay Bay hat eine große Aquarienanlage.
Naja, es ist wie Sea Life in schön, aber 18 USD nicht wert. Aber
seinen Preis wet ist hier nur das Zimmer. Riesengroß, toll
ausgestattet und sauber und mit einem traumhaften Blick über den
Sunset Strip (im 23. Stock auch kein Wunder). Ansonsten sind diese
Buden reinste Geldstaubsauger. Von der Wasserflasche über das Essen
bis zu den Spielhallen. Bei denen hatte ich mich ja schon auf eine
gewisse Größe eingestellt. Aber die tatsächliche Größe hat mich
dann aber doch erschlagen. Insbesondere in Verbindung mit der Masse
an Leuten, die in einem bewundernswerten oder bedauernswerten
Gleichmut ihr Geld verlieren.
In der
Dunkelheit ging es den Sunset Strip hinunter um die merkwürdige
Faszination dieser künstlichen Neonwelt auf einen wirken zu lassen.
Den Abschluss bildeten die berühmten Fontänen vor dem Bellagio
Hotel.