Sonntag, 28. September 2014

26./27. September Seattle – Washington – Frankfurt – Hannover


Ich war ja fest davon ausgegangen, dass Petrus mich jetzt so richtig veräppelt und zum Abflug mich mit bestem Sonnenschein anlächelt. Aber nachdem ich am Vortag so sauer war, hat er sich das wohl nicht getraut ;-). Also regnete es weiter als ich in aller Herrgottsfrühe um 6 Uhr zur Mietwagenabgabe fuhr. Pünktlich wurde der Flieger geboarded und beim Anlassen der Triebwerke, dann die Nachricht, dass die Flugzeit nach Washington fast 50 Minuten länger als geplant sein wird, weil in Chicago es zu einem Feuer in einem Kontrollzentrum der Flugsicherung gekommen sei und dadurch eine südlichere Route geflogen werden muss. Super, ich hatte sowieso nur 90 Minuten Umsteigezeit. Ich liebe Hektik beim Umsteigen. Wenigstens lagen in Washington die Gates recht dicht beieinander und es gab auch keine lästigen Pass- oder Sicherheitskontrollen. Am Gate angekommen, hatte das Boarding auch schon begonnen. Nun kam noch zusätzliches Chaos auf, weil unser Flieger natürlich nicht der einzig verspätete war. Zudem war der Dauerstreik der Air France immer noch im Gange und mit dieser ganzen Umbucherei war man ein wenig überfordert. Wenigstens liess man mich mit meinem PEP-Ticket bei dem ganzen in Ruhe. Konsequenz war dann aber 1 Stunde Verspätung beim Abflug in Washungton. Meinen Anschluss nach Hannover kann ich wohl vergesssen. In weiser Vorraussicht sowieso gleich Standby gebucht. In Frankfurt waren wir dann doch noch fast so pünktlich, dass ich meinen Anschluss doch noch hätte bekommen können, WENN …........... man nicht auf der neuen Nordwestbahn gelandet wäre und dann auch noch eine Vorfeldposition vor Terminal 2 zugewiesen bekommen hätte. So musste man gefühlt von Mainz bis Offenburg rollen und damit verpassten wirklich nahezu alle ihre Anschlussflüge, denn im Terminal eine wahre Odyssee. Ich bin fast eine Stunde gelaufen, bis ich letztenendes am Gate in A ankam. Man muss im Hinterkopf haben, dass dieser Flughafen mit einer Umsteigezeit von 45 Minuten wirbt ! Bei der unvermeidlichen Sicherheitskontrolle im Transit wurde dann wirklich mein USA Reiseführer auf Sprengstoff untersucht ! Zusammen mit anderen Details bei der Sicherheitskontrolle regierte da bei mir nur noch Fassungslosigkeit. Wahrscheinlich läufts nach dem Motto,wenn der Sprengstoffdetektor da ist, dann muss er auch benutzt werden.
Angekommen in der guten Heimat, das letzte Highlight: Der Koffer kam nicht an. Das hatte ich fast befürchtet und wäre auch nicht so schlimm gewesen. Doch vorm Lufthansa Gepäckermittlungsschalter hing nur noch ein Schild „Wegen Krankheit geschlossen !“. Super ! Servicewüste Deutschland. Ist ja nicht so, dass es nicht genügend weitere Mitarbeiter da waren. Diese wurden auch von mir und den weiteren 10 Gästen, die ebenfalls auf ihr Gepäck warteten in Beschlag genommen. Mal schauen, wann der Koffer kommt.

Zeit für ein Fazit dieser Reise: Unglaubliche gefahrene 5500 Kilometer durch den Westen der USA. Es war wieder ein schöner Trip. Wenn auch ganz klar zweigeteilt. Die Nationalparks waren alle toll und haben meine Erwartungen erfüllt und zum Teil sogar übertroffen. In den Städten war es leider anders. Noch nie habe ich auf einber Reise mein Besuchsprogramm so derart oft ändern müssen. In den Städten habe ich nur in.L.A. Einen Plan A auch mal durchziehen können. Der gesamte Rest der Reise bestand in den Städten aus Alternativprogramm. So etwas hatte in diesem Ausmass noch nie und ich hoffe, dass ich das auch nie wieder haben werde, denn mit zunehmender Reisedauer hat einen das immer mehr genervt.

Los Angeles ist als Reiseziel in meinen Augen Zeitverschwendung.Las Vegas ist ein Ziel dass man mal gesehen haben muss und einen mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Bewunderung zurücklässt. Bitter zu sehen ist, dass sich in Kalifornien sehr viel ändern muss (und leider sehr wenig ändert), sonst geht dieser Staat an seinen Umweltproblemem (insbesondere Wassermangel) zugrunde.

Bitter ist auch zu sehen, dass bei jedem USA Besuch, die soziale Schere immer weiter aufzugehen scheint und der Mittelstand zusehends schwindet.Und diejenigen, die noch in der Mittelschicht sind, müssen irre Aufwendungen betreiben, um diesen Standard noch halten zu können. Das relativiert einiges Gemecker in unserem Land und man lernt bekannte Standards wieder mehr zu schätzen.

Am Ende wird es wie immer sein, ich werde mir vornehmen, dieses Land aufgrund der immer entwürdigender werdenden Datenschnüffelei, Immigration Procedure und sonstigen Sicherheitspanik und gesellschalftlicher Bigotterie länger nicht zu besuchen. Und am Ende bin ich wahrscheinlich in weniger als 5 Jahren wieder da gewesen.

Aber ich nehme mir ja auch immer wieder vor, weniger und gesünder zu essen …..... (und denke dabei gerade an die tollen Porterhouse Steaks in den vergangenen Wochen …...)

25. September Seattle


Der Wettergott bleibt sich treu. Er bleibt in den Städten nicht mein Freund. Und so wird Seattle statt zum Höhepunkt, der Tiefpunkt der Reise. Heute war eigentlich schönes Wetter angekündigt und selbst auf dem Regenradar war nix zu sehen. Irgendwie waren diese Wetterdienstangaben aber nicht mit dem in Einklang zu bringen, was ich beim Blick aus dem Fenster sah. Und so langsam ging mir auch das Alternativprogramm aus. Also den geplanten Rundflug gestrichen und dann noch zum Seatac Flughafen gefahren und auf besseres Wetter gehofft. Und siehe da, nach zwei Stunden hatte der Wettergott ein einsehen und es wurde trocken und dann kam sogar ein wenig blauer Himmel zum Vorschein. Ich hatte schon nicht mehr dran geglaubt. Also noch rüber zum Boeing Flugplatz um noch den ein oder anderen Testflug von noch nicht ausgelieferten Flugzeugen abzugreifen. Pünktlich zu den Frachtflügen am Abend machte der Wettergott die große Lamoe aber wieder aus. Also noch zum Abschied zum „Alki Beach“. Der heisst wirklich so, auch wenn ich einen Alki dort noch nie gesehen habe …...;-). Alki Beach befindet sich gegenüber der Skyline und bietet den besten Ausblick auf diese. Am schönsten ist es dort zum Sonnenuntergang, wenn die Schatten der Berge die Hochhausfassade hochwandern gefolgt von Lichtern der Büros. Ein wirklich sehr schöner Anblick, den ich mir bei jedem Besuch immer wieder gerne ansehe.

Dann musste ich auch schon wieder zurück ins Hotel. Der Flug geht morgen recht früh und der Koffer packt sich nicht von alleine.

Donnerstag, 25. September 2014

24. September Seattle



Der Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen verhieß nichts Gutes. Mit Regen in Seattle muss man immer rechnen. Nicht umsonst nennt man diese Stadt „Rainy City“. Aber wenn ich da bin muss natürlich alles schlimmer sein als sonst. Keine Schauer oder sowas. Seit über 12 Stunden Regen biblischen Ausmasses. Ich war schon am Überlegen, ob ich nicht besser eine Arche baue, um nach Hause zu kommen. Und dieser Regen sollte heute noch für Stunden weiter gehen.

Da ich die Museen und den Pike Place Market schon bei früheren Besuchen erledigt hatte, wurde es mit den Indoor Aktivitäten etwas mau. Also mal wie eine Frau verhalten und shoppen gehen ! So machte ich heute Power Outlet Shopping. Zuerst ging es Zur Outlet Collection in Auburn, einer ehemaligen „normalen“ Shopping Mall, die jetzt ein Outlet Center ist. Alles riesig, elend viele Shops und doch ging ich mit leeren Händen wieder raus. Nur Kindergrößen im Angebot !

Es regnete weiter Hunde und Katzen und so machte ich mich auf ins nächste Outlet Center nach North Bend. Dieses war mir schon vom letzten Urlaub bekannt und hat mir gut gefallen. Nicht so hochgestylt und schön gelegen. Und es hat einen guten, sehr großen mArkenunabhängigen Jeansladen, bei dem auch Papa Bär mal fündig wird. 2 Jeans und 1 Hemd landen in der Einkaufstüte. Nach diesem Einkauf hatte es aufgehört zu Regnen. Also mal wieder Richtung Flughafen, diesmal nach Everett. Fototechnisch leider kein erfolgreicher Ausflug, aber es war mal wieder schön die vollbesetzten Ramps beim Boeing Werk zu sehen.
Wenige Meilen weiter ist noch der Flugplatz von Arlington, wo mir immerhin eine DC3 vor die Linse kam. Schade dass die Cataline zugeparkt war. Bekommt man ja sonst auch nicht jeden Tag sowas.

Auf dem Rückweg die dritte und letzte Outlet Mall in Marysville angefahren. Leider wieder erfolglos. Dabei wollte ich doch noch eine Jacke kaufen. Ein Ort weiter in einer „normalen“ Mall war dann noch ein wirklich riiiiiiiieeeeeesiger Outdoor Laden namens Cabela´s. Von der Größe etwa mit Real in Altwarmbüchen vergleichbar, gab es dort wirklich alles, was den Outdoor Fan begeistert. Und da in den Etiketten der Klamotten auch mal endlich ein paar X mehr drin standen, wurde ich auch endlich mal fündig. So streunte ich noch weiter durch den Laden, es gab alles fürs Camping, fürs Angeln, fürs Wandern und am Ende kam ich in einen weiteren Bereich: „Hunting“. Und hier wurde leider mal wieder deutlich, dass die Amis mal ganz deutlich einen an der Schacke haben: Ein Bereich der in etwa einem durchschnittlichen neu gebauten REWE Markt auf der grünen Wiese entspricht nur voll mit Schußwaffen, Schußwaffenzubehör und Munition !!!!! Das meiste frei verfügbar als Grab and Go wie eine Gallone Milch bei Seven Eleven!! Widerlich !!!! Der Typ vor mir an der Kasse nahm erst einmal einen kompletten Einkaufskorb voll mit Munition verschiedenen Kalibers mit nach Hause !
Leute, das waren nur die Schußwaffen ! Nehmt nochmal einen REWE Getränkemarkt dazu, dann habt ihr noch die Armbrüste und Bogenwaffen !
Kein Wunder, dass in diesem Land pro Tag im Schnitt 80 Menschen erschossen werden.

Tut mir leid Amis, dass Ihr diesen Mist noch nicht abgeschafft habt, darauf komme ich nicht klar.

Kopfschüttelnd verliess ich den Laden und machte mich auf den Weg zum Hotel, dabei konnte ich auf der I-5 den Blick auf die beleuchtete Skyline inclusive Space Needle geniessen.

Morgen bricht schon mein letzter Tag hier an. Wenisgtens solle es größtenteils trocken bleiben. Wäre schön, wenn sich Petrus am letzten Tag gnädig zeigt.

Mittwoch, 24. September 2014

23. September Portland – Tillamook – Seattle


Ich habe doch tatsächlich aus dieser Suite wieder herausgefunden. Gar nicht so einfach, schliesslich war sie Größer als meine eigene Wohnung. Dafür ist mein Zimmer im Ramada heute so groß, wie letzte Nacht nur das Schlafzimmer. Das Frühstück heute morgen, war das erste, dass auch europäischen Ansprüchen genügte, vom Buffetretaurant in Las Vegas mal abgesehen.

Nach dem Frühstück ging es auf den schon letzten Fahrtag meiner Reise. Zuerst in Portland am Flughafen vorbeigeschaut. Schade, da hätte ich gerne ein wenig fotografiert, am Clumbia River entlang führt ein Deich direkt an der nördlichen Start- und Landebahn des Flughafens entlang. Leider kann man nirgends sein Auto abstellen. Damit war das passé.

Mein guter Kumpel Axel, der sich hier in der Gegend bestens auskennt, gab mir den Tip nach Tillamook ander Küste zu fahren. Dort befindet sich ein Luftfahrtmuseum. Also den Umweg in Kauf genommen. Ich wollte danach eh noch ein wenig Pazifikluft schnuppern.

Das Air Museum in Tillamook befindet sich auf der ehemaligen Naval Air Station Tillamook im „Hangar B“. Die beheimatete im zweiten Weltkrieg bis zu 9 Blimps gleichzeitig. Wenn man den Hangar betritt, weiss man auch warum. Er gilt als die größte Gebäude aus Holz (!!!) weltweit. Es hat aber leider im Laufe der Zeit und nach einem Sturm vor 6-7 Jahren stark gelitten und ist reparaturbedürftig. Nach dem Regen des Vortages, war das ganze Museum voller Pfützen. Daher wird der Betreiber das Museum hier auch aufgeben und zu einem anderen Flughafen in Orgeon ziehen. Dies ist sehr schade. Der hangar ist wirklich einmalig und einfach riesig. Selbst die Produktionshalle der Boeing 747 ist nicht so beeindruckend. Schon gar nicht, weil sie nicht aus Holz ist.
Bis vor etwa 20 Jahren gab es auch einen weiteren identischen Hangar auf dem Platz welcher aber einem Feuer zum Opfer gefallen ist.

Die Sammlung des Museums beinhaltet einige Militärflugzeuge der jüngeren Vergangenheit bis zurück zum zweiten Weltkrieg, sowie viele weitere einzelne Ausstellungsstücke, die vom Museumsteam sehr schön und informativ aufbereitet wurden. Auffälligstes Exponat ist eine Aero Spacelines Guppy. Ein Transportflugzeug für überdimensionierte Frachtstücke aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Den Laien ist vielleicht ehr die größere Variante, die Super Guppy ein Begriff, welche bis kurz vor der Jahrtausendwende Teile des Airbus von den Produktionsstätten zur Endmontage nach Toulouse flog.

Nach dem Museumsbesuch ging es an die Küste. Ich konnte aber nur noch einen Aussichtspunkt besuchen. Denn die vorhergesagte Schlechtwetterfront zog jetzt herein, mit viel Wind und noch mehr Regen. Da blieb nur noch fahren, fahren, fahren.

In Astoria eine kleine Regenpause genutzt um den dortigen Flugplatz zu besuchen und einige Flieger und Helikopter auf der Coast Guard Station zu fotografieren. Vielen Dank an den Wachoffizier, welche mich kurz auf das Gelände gelassen hat, damit ich den neuen Gateguard, eine Falcon 20, fotografieren konnte.
Im Anschluss ging es über die Astoria-Megler Bridge über den Columbia River, die mal gleich am Anfang auf über 60 Meter Höhe ansteigt. Die Metallkonstruktion wird gerade saniert und sieht daher bedingt vertrauenswürdig aus. Aber man ist ja rübergekommen.....

Von nun an schüttete es aus Kübeln und ich fuhr durch bis Seattle. Hier noch eine Protion Sushi bei der Kette Blue C – Sushi eingeworfen, naja, naja, ganz ok. Mehr auber auch nicht. Und danach ins Hotel und eingecheckt, denn heute brauche ich teas mehr Schlaf als gestern.

Dienstag, 23. September 2014

22. September Medford-Crater Lake National Park – Portland


Nun ist schon der Tag mit dem letzten Nationalpark auf dieser Reise angebrochen. Nach dem Frühstück (wo ich Paddel fast das Waffeleisen ausser Gefecht gesetzt hätte. Man sollte vor dem Teig einfüllen das einfetten nicht vergessen........) war es praktisch, dass auf der anderen Strassenseite der Flughafen von Medford liegt. Der Flugverkehr ist nicht wirklich der Rede wert, aber es stehen immerhin ein paar seeeeeehr schöne Firefighting Aircraft hier rum. Und diese sind wirklich sehr schön, es handelt sich um 2 DC-6. Immerhin eine davon stand aufnehmbar auf dem Platz, die andere meinte, mir nur ihre Kehrseite zeigen zu wollen. Aber immerhin gibt es noch einen alten Propliner als Gateguard am Platze, eine Boeing KC-97 im allerbesten Zustand. Sieht aus, als wäre sie noch flugfähig. Da schlug das Herz des Metallflugzeugfans etwas höher und es konnte entspannt Richtung Crater Lake gehen.

Oregon ist hier im Westen eine andere Welt. Hier ist einfach nur Wald, Wald, Wald. Man könnte meinen, auf dem Waldmond Endor gelandet zu sein und statt Bären und Waschbären, kommen kleine Ewoks um die Ecke. (Die Star Wars Szenen zu Endor wurden in der Tat nicht weit von hier in den nordkalifornischen Redwood Wäldern gedreht).

Kurz vor dem Nationalpark konnte ich (dank des Hinweises der Rezeptionistin) eine kleine Laune der Natur besichtigen. Am Rogue River führt ein kurzer Wanderweg zur „Natural Bridge“. Vor Urzeiten hat hier ein Vulkan einen Lavapropfen in der Flußrinne entstehen lassen. Innerhalb dieser Gesteinsmasse gab es zu den aktiven Zeiten des Vulkan ein „Rohr“ durch dass die Lava floss. Man nimmt an, dass nach dem Ausbleiben des Lavaflusses, dieses „Rohr“ einfach mit Wasser gefüllt wurde. So hat man heute die Situation, dass der Fluss vor der „Natural Bridge“ quasi in einem Abfluss verschwindet und etwa 100 Meter flussabwärts aus einem „Abfluss“ wieder auftaucht. Sehr faszinierend, zumal es sich um einen wirklich schönen Wildbach dazu handelt.

Schon wenige Meilen weiter erreichte ich den Nationalpark. Beim Crater Lake Nationalpark handelt es sich, wie der Name schon sagt, um einen sehr grßen Kratersee. Er ist entstanden nach dem der Vulkan Mount Mazama nach einer massiven Eruption in sich zusammenbrach, die entstandene Caldera füllte sich über die Jahrtausende mit Regen- und Schmelzwasser. Dies ist die einzige Wasserquelle für den See, der keine weiteren Zuläufe hat. Dadurch hat der See die beste Wasserqualität in Amerika. Schon als Laie fällt einem von den Aussichtspunkten das klare Wasser und die unglaubliche Blaufärbung des Wassers auf. An der tiefsten Stelle misst der See eine Tiefe von 594 Metern. Der See ist rund 8x9,5 km groß. Die Wasseroberfläche liegt auf über 1800 Metern Höhe, die Grenzen der Caldera liegen durchgängig über 2000 Meter hoch. Auf dieser Grenze führt heute der etwa 30 Meilen lange Rim Drive rund um den See. Gespickt mit vielen spektakülären Aussichtspunkten auf der Strecke. In dem See gibt es zwei Inseln, eine davon, Wizard Island, ist ebenfalls ein erloschener Vulkan.

Eine Seitenstrasse des Rim Drive führt zu den „Pinnacles“ einer geologischen Formation die an Stalagmiten an der freien Luft erinnern und durch Erosion von Vulkangestein entstanden sind.

Ein wirklich sehr schöner Besuch. Ein Park in sehr schöner Natur, welcher auch überhaupt nicht überlaufen ist, da er abseits der Touristenströme liegt. Sehr wohltuend, denn so kann man die Natur auch geniessen.

Im Anschluss ging es wieder durch die endlosen Wälder zurück auf die Interstate 5 auf den Weg nach Portland. Auch dort klappt man um 21.00 Uhr die Bürgersteige hoch. Na denn, morgen bin ich ja wieder in der zweitgeilsten Stadt der Welt und da werden die Zeiten wieder ziviler.

Kleine Story aus dem Hotel: Ich hatte das Radisson am Flughafen gebucht. Als Zimmer erhielt ich einen Raum in noch nicht mal einem halben Meter Abstand zum Fahrstuhl. Das Zimmer habe ich mir noch nicht einmal angeschaut. Gleich kehrt Marsch zur Rezeption und um ein anderes Zimmer gebeten. Frage der Rezeptionistin: „ Is a Suite ok for you ?“ „ äääääääh, YES !!!! (Aber nur wenn nichts besseres da ist ;-))“. „For the inconvenience we caused to you, may we invite you for two drinks at the bar or a breakfast tomorrow morning ?“ Na gut, da lässt man sich halt zum Frühstück breitschlagen, man will ja keinen Ärger machen …........

In diesem Sinne: Gute Nacht !!!!

Montag, 22. September 2014

21. September Corning – Lassen Volcanic National Park- Medford


Der Blick zum Himmel machte sofort klar, heute wird es eher ein grauer Tag. Schade, bisher hatte ich ausschließlich Sonnentage in den Nationalparks. Heute war Sonntag und ich erwartete einen ordentlichen Besuch im Park, doch die Situation war seeeehr entspannt. Der Park ist für Touristen doch zu sehr ab von den üblichen Routen und für die einheimischen sind die Ferien schon vorbei und wie mir die Rezeptionistin am Vorabend erzählte, mögen die Einheimischen den Park auch eher im Winter, wenn Schnee liegt.

Nach der Einfahrt befindet sich ein Visitor Centre, welches über eine sehr informative Ausstellung über die verschiedenen im Park befindlichen Vulkane verfügt. Die größte Feld für Rauchsäulen und kochende Schlammlöcher befindet sich bereits kurz hinter dem Visitor Centre und kündigt sich dem Fahrer mit offenem Fenster bereits vorweg mit ordentlichem Schwefelgeruch an. Das Ganze befindet sich sehr Besucherfreundlich in der Nähe zur Straße. Aufgrund der Gefährlichkeit gibt es keine Wege in das Feld hinein. Alle weiteren Thermalquellen sind nur nur durch kletterintensive Hikes zu erreichen. Da musste ich passen. Der Park liegt in der kompletten Ausdehnung zwischen 2000 und 2600 Metern. Da noch bis zu 300m Höhenunterschied zu Fuss zu wuppen übersteigt meine körperliche Konstitution. Aber auch die restliche Landschaft hat einiges zu bieten. Sehr schöne Berg- und Seepanoramen zum Beispiel. So kann man den Lassen Peak sehr schön spiegelnd im Lake Helen aufnehmen. Wenn der Wettergott denn will. Ich konnte die Aufnahme heute machen, es war jedoch gerade die Sonne hinter Wolken verschwunden. Es war aber absehbar, dass sie wiederkommt. Also wartete ich und die Sonne kam auch wieder, doch nun fing Petrus an, über das Wasser des Sees zu pusten, so dass der Spiegelungseffekt weg war. Kurze Zeit später war die Sonne weg und der Wind auch und ich fühlte mich von Petrus ein wenig veräppelt. Aber da er das schon die ganze Reise mit mir macht …..... gewöhne ich mich mal dran.

Weiter ging es durch den Park, der von sehr schönen Wäldern geprägt ist. Und da es nur sehr wenige Besucher gab, konnte man den Park in Ruhe und stressfrei erkunden. Ein paar wenige meinten natürlich trotzdem mit 50 Meilen/Stunde durch den Park brettern zu müssen. Da war ich am Ende meiner Tour durch den Park sehr erfreut, als ich einen Polizisten mit einer Radarpistole in der Hand sah, der einer bedröppelten Familie eine Gardinenpredigt hielt (und wohl nicht nur das).

Zum Schluss erkundete ich den Lake Manzanita. Er fungiert als eine Art Naherholungsgebiet und hat auch eine üppige Tierwelt. So konnte ich hier reichlich Eichhörnchen und Vögel aufnehmen (habe ich bereits erwähnt, dass ich mein neues 150-600mm Zoom saugeil finde ?? Dann möchte das hiermit (nochmal) tun ! :-))

Damit war der Tag im Nationalpark auch schon vorbei und es ging auf den langen Weg nach Medford, wo für die nächste Station übernachtet werdne sollte. Einen Zwischenstopp gab es noch am Flughafen von Redding, wo es einige Waldbrandlöschflugzeuge zu bewundern gab.

Die Reise nach Medford über die I-5 zog sich wie Kaugummi. Insgesamt habe ich auch das Gefühl, dass die Meilen hier in Nordkalifornien und jetzt Oregon doppelt so lang sind, wie bisher. Ich fahr und fahr und fahr und der Meilenzähler wird nicht kleiner und die Routen sind hier eh schon so lang.

Zum Schluss des Tages auch noch das erste Mal in diesem Urlaub so richtig grottig gegessen.“The Purple Plum Family Restaurant“ in Yreka. Finger weg. Dann lieber Junk Food. Dieser Ort ist aber auch wirklich klasse. Ich kam so gegen 20.20 Uhr dort an. Die Läden an der Autobahn hatten auf, der Rest des Ortes war original schon komplett verdunkelt. Ich bekam noch mein Essen und ab 21.00 Uhr wurde man auch am Highway hinausgefegt. Selbst Subway machte zu. Das hatte was von schottischen Highlands. Da war das ähnlich.

Gegen 22.00 Uhr kam ich endlich in Medford im Hotel an. Morgen nochmal so eine lange Tour. Von Medford über den Crater Lake bis nach Portland. Aber das ist dann auch schon die vorletzte Etappe des Urlaubs. Schnief !

Sonntag, 21. September 2014

20. September San Francisco – Corning


Heute war Abschied nehmen von San Francisco angesagt und ein Fahrtag lag vor mir, der sich deutlich länger gestalten sollte, als vorgesehen.

Der Abschied von Frisco fieal mir schon deutlich schwerer als von L.A.. Die stadt hat erheblich mehr Flair und die Leute sind schon deutlich relaxter und netter. Aber da kommt das Beste ja zum Schluss der Reise.

Nach dem Aufstehen ging wieder der bange Blick zum Himmel und ich hätte ihn mir sparen sollen. Schon wieder Seenebel ! Sche.....e ! Naja, trotzdem zur Golden Gate Bridge gefahren. Die Nebeluntergrenze lag immerhin etwas höher als gestern und nur die Spitzen der Brückentürme verschwanden im Nebel. Immerhin, ließ sich so ein kleiner Blick von den in reichlicher Anzahl vorhanden alten Geschützstellungen erhaschen. Der am Besten gelegene Aussichtspunkt lag aber bereits so hoch, dass man von der Brücke gar nicht mehr sah. Bleibt festzuhalten: Golden Gate Bridge, mit Dir habe ich noch eine Rechnung offen ! (Schon die zweite offene Rechnung nach der Route 66). Immerhin bin ich mal drüber gefahren.

Nach der Golden Gate fuhr ich weiter an der Küste entlang. In dem Gürtel der alten Geschützstellungen, befand sich auch eine stillgelegte Nike-Raketenabschussbasis. Als ehemaliger Raketenschütze der Bundeswehr interessierte mich natürlich, wie so eine Stellung in Wirklichkeit ausgesehen hat. Leider war kein Raketen-Dummie als Ausstellungsstück vorhanden.

Weiter ging es Richtung Norden an der Küste entlang auf dem Highway 1. Eine schöne Küstenstrasse mit tollen Ausblicken auf das Meer und aufregenden Landschaften im Hinterland. Westküsten sind auf diesem Planeten immer noch die schönsten und aufregendsten Küsten ! Hat mich streckenweise an Irland und Schottland erinnert.
Genervt haben heute nur die wirklich seeehr vielen Radfahrer. Heute fand eines von (weie ich gelernt habe vielen) Amateurrennen entlang des Highway 1 statt.

Nach einer schönen Aussichtspause am Meer, befand ich, es wäre Zeit sich auf den Weg nach Corning aufzumachen, wo ich die Nacht verbringen wollte. Dort wollte ich zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr ankommen. Dann der Schock: Das Navi schmiss als Ankuntszeit 22.10 Uhr aus !!! Und die meiste Strecke ging durch die Berge. Und es war nur noch etwa 1:30 Stunden hell ! Na, ganz großes Kino. Es stellte sich glücklicherweise als nicht ganz so schlimm heraus. Nur die ersten 20 Meilen waren ätzendes Serpentinenfahren, danach kam ein Freeway, der durchs Tal führte, an einem riesigen See entlang. Und als es dunkel war kam auch schon der Interstate 5, welche kerzengerade nach Norden führte. So kam ich auch schon um 21:20 Uhr im Hotel an, welches neben einem riiiiiieeeeesigen Truck Stop steht. Mindestens einen Quadratkilometer nur Trucks !! Wahnsinn !

Morgen ist dann der nächste Nationalpark angesagt: Lassen Volcanic National Park. Blubbernde Schlammlöcher und Geysire gucken. Ich freu mich ! (wenn auch nicht so auf den Schwefelgestank, aber der gehört wohl leider dazu !)