Sonntag, 28. September 2014

26./27. September Seattle – Washington – Frankfurt – Hannover


Ich war ja fest davon ausgegangen, dass Petrus mich jetzt so richtig veräppelt und zum Abflug mich mit bestem Sonnenschein anlächelt. Aber nachdem ich am Vortag so sauer war, hat er sich das wohl nicht getraut ;-). Also regnete es weiter als ich in aller Herrgottsfrühe um 6 Uhr zur Mietwagenabgabe fuhr. Pünktlich wurde der Flieger geboarded und beim Anlassen der Triebwerke, dann die Nachricht, dass die Flugzeit nach Washington fast 50 Minuten länger als geplant sein wird, weil in Chicago es zu einem Feuer in einem Kontrollzentrum der Flugsicherung gekommen sei und dadurch eine südlichere Route geflogen werden muss. Super, ich hatte sowieso nur 90 Minuten Umsteigezeit. Ich liebe Hektik beim Umsteigen. Wenigstens lagen in Washington die Gates recht dicht beieinander und es gab auch keine lästigen Pass- oder Sicherheitskontrollen. Am Gate angekommen, hatte das Boarding auch schon begonnen. Nun kam noch zusätzliches Chaos auf, weil unser Flieger natürlich nicht der einzig verspätete war. Zudem war der Dauerstreik der Air France immer noch im Gange und mit dieser ganzen Umbucherei war man ein wenig überfordert. Wenigstens liess man mich mit meinem PEP-Ticket bei dem ganzen in Ruhe. Konsequenz war dann aber 1 Stunde Verspätung beim Abflug in Washungton. Meinen Anschluss nach Hannover kann ich wohl vergesssen. In weiser Vorraussicht sowieso gleich Standby gebucht. In Frankfurt waren wir dann doch noch fast so pünktlich, dass ich meinen Anschluss doch noch hätte bekommen können, WENN …........... man nicht auf der neuen Nordwestbahn gelandet wäre und dann auch noch eine Vorfeldposition vor Terminal 2 zugewiesen bekommen hätte. So musste man gefühlt von Mainz bis Offenburg rollen und damit verpassten wirklich nahezu alle ihre Anschlussflüge, denn im Terminal eine wahre Odyssee. Ich bin fast eine Stunde gelaufen, bis ich letztenendes am Gate in A ankam. Man muss im Hinterkopf haben, dass dieser Flughafen mit einer Umsteigezeit von 45 Minuten wirbt ! Bei der unvermeidlichen Sicherheitskontrolle im Transit wurde dann wirklich mein USA Reiseführer auf Sprengstoff untersucht ! Zusammen mit anderen Details bei der Sicherheitskontrolle regierte da bei mir nur noch Fassungslosigkeit. Wahrscheinlich läufts nach dem Motto,wenn der Sprengstoffdetektor da ist, dann muss er auch benutzt werden.
Angekommen in der guten Heimat, das letzte Highlight: Der Koffer kam nicht an. Das hatte ich fast befürchtet und wäre auch nicht so schlimm gewesen. Doch vorm Lufthansa Gepäckermittlungsschalter hing nur noch ein Schild „Wegen Krankheit geschlossen !“. Super ! Servicewüste Deutschland. Ist ja nicht so, dass es nicht genügend weitere Mitarbeiter da waren. Diese wurden auch von mir und den weiteren 10 Gästen, die ebenfalls auf ihr Gepäck warteten in Beschlag genommen. Mal schauen, wann der Koffer kommt.

Zeit für ein Fazit dieser Reise: Unglaubliche gefahrene 5500 Kilometer durch den Westen der USA. Es war wieder ein schöner Trip. Wenn auch ganz klar zweigeteilt. Die Nationalparks waren alle toll und haben meine Erwartungen erfüllt und zum Teil sogar übertroffen. In den Städten war es leider anders. Noch nie habe ich auf einber Reise mein Besuchsprogramm so derart oft ändern müssen. In den Städten habe ich nur in.L.A. Einen Plan A auch mal durchziehen können. Der gesamte Rest der Reise bestand in den Städten aus Alternativprogramm. So etwas hatte in diesem Ausmass noch nie und ich hoffe, dass ich das auch nie wieder haben werde, denn mit zunehmender Reisedauer hat einen das immer mehr genervt.

Los Angeles ist als Reiseziel in meinen Augen Zeitverschwendung.Las Vegas ist ein Ziel dass man mal gesehen haben muss und einen mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Bewunderung zurücklässt. Bitter zu sehen ist, dass sich in Kalifornien sehr viel ändern muss (und leider sehr wenig ändert), sonst geht dieser Staat an seinen Umweltproblemem (insbesondere Wassermangel) zugrunde.

Bitter ist auch zu sehen, dass bei jedem USA Besuch, die soziale Schere immer weiter aufzugehen scheint und der Mittelstand zusehends schwindet.Und diejenigen, die noch in der Mittelschicht sind, müssen irre Aufwendungen betreiben, um diesen Standard noch halten zu können. Das relativiert einiges Gemecker in unserem Land und man lernt bekannte Standards wieder mehr zu schätzen.

Am Ende wird es wie immer sein, ich werde mir vornehmen, dieses Land aufgrund der immer entwürdigender werdenden Datenschnüffelei, Immigration Procedure und sonstigen Sicherheitspanik und gesellschalftlicher Bigotterie länger nicht zu besuchen. Und am Ende bin ich wahrscheinlich in weniger als 5 Jahren wieder da gewesen.

Aber ich nehme mir ja auch immer wieder vor, weniger und gesünder zu essen …..... (und denke dabei gerade an die tollen Porterhouse Steaks in den vergangenen Wochen …...)

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