Ich war ja fest davon ausgegangen, dass
Petrus mich jetzt so richtig veräppelt und zum Abflug mich mit
bestem Sonnenschein anlächelt. Aber nachdem ich am Vortag so sauer
war, hat er sich das wohl nicht getraut ;-). Also regnete es weiter
als ich in aller Herrgottsfrühe um 6 Uhr zur Mietwagenabgabe fuhr.
Pünktlich wurde der Flieger geboarded und beim Anlassen der
Triebwerke, dann die Nachricht, dass die Flugzeit nach Washington
fast 50 Minuten länger als geplant sein wird, weil in Chicago es zu
einem Feuer in einem Kontrollzentrum der Flugsicherung gekommen sei
und dadurch eine südlichere Route geflogen werden muss. Super, ich
hatte sowieso nur 90 Minuten Umsteigezeit. Ich liebe Hektik beim
Umsteigen. Wenigstens lagen in Washington die Gates recht dicht
beieinander und es gab auch keine lästigen Pass- oder
Sicherheitskontrollen. Am Gate angekommen, hatte das Boarding auch
schon begonnen. Nun kam noch zusätzliches Chaos auf, weil unser
Flieger natürlich nicht der einzig verspätete war. Zudem war der
Dauerstreik der Air France immer noch im Gange und mit dieser ganzen
Umbucherei war man ein wenig überfordert. Wenigstens liess man mich
mit meinem PEP-Ticket bei dem ganzen in Ruhe. Konsequenz war dann
aber 1 Stunde Verspätung beim Abflug in Washungton. Meinen Anschluss
nach Hannover kann ich wohl vergesssen. In weiser Vorraussicht
sowieso gleich Standby gebucht. In Frankfurt waren wir dann doch noch
fast so pünktlich, dass ich meinen Anschluss doch noch hätte
bekommen können, WENN …........... man nicht auf der neuen
Nordwestbahn gelandet wäre und dann auch noch eine Vorfeldposition
vor Terminal 2 zugewiesen bekommen hätte. So musste man gefühlt von
Mainz bis Offenburg rollen und damit verpassten wirklich nahezu alle
ihre Anschlussflüge, denn im Terminal eine wahre Odyssee. Ich bin
fast eine Stunde gelaufen, bis ich letztenendes am Gate in A ankam.
Man muss im Hinterkopf haben, dass dieser Flughafen mit einer
Umsteigezeit von 45 Minuten wirbt ! Bei der unvermeidlichen
Sicherheitskontrolle im Transit wurde dann wirklich mein USA
Reiseführer auf Sprengstoff untersucht ! Zusammen mit anderen
Details bei der Sicherheitskontrolle regierte da bei mir nur noch
Fassungslosigkeit. Wahrscheinlich läufts nach dem Motto,wenn der
Sprengstoffdetektor da ist, dann muss er auch benutzt werden.
Angekommen in der guten Heimat, das
letzte Highlight: Der Koffer kam nicht an. Das hatte ich fast
befürchtet und wäre auch nicht so schlimm gewesen. Doch vorm
Lufthansa Gepäckermittlungsschalter hing nur noch ein Schild „Wegen
Krankheit geschlossen !“. Super ! Servicewüste Deutschland. Ist
ja nicht so, dass es nicht genügend weitere Mitarbeiter da waren.
Diese wurden auch von mir und den weiteren 10 Gästen, die ebenfalls
auf ihr Gepäck warteten in Beschlag genommen. Mal schauen, wann der
Koffer kommt.
Zeit für ein Fazit dieser Reise:
Unglaubliche gefahrene 5500 Kilometer durch den Westen der USA. Es
war wieder ein schöner Trip. Wenn auch ganz klar zweigeteilt. Die
Nationalparks waren alle toll und haben meine Erwartungen erfüllt
und zum Teil sogar übertroffen. In den Städten war es leider
anders. Noch nie habe ich auf einber Reise mein Besuchsprogramm so
derart oft ändern müssen. In den Städten habe ich nur in.L.A.
Einen Plan A auch mal durchziehen können. Der gesamte Rest der Reise
bestand in den Städten aus Alternativprogramm. So etwas hatte in
diesem Ausmass noch nie und ich hoffe, dass ich das auch nie wieder
haben werde, denn mit zunehmender Reisedauer hat einen das immer mehr
genervt.
Los Angeles ist als Reiseziel in meinen
Augen Zeitverschwendung.Las Vegas ist ein Ziel dass man mal gesehen
haben muss und einen mit einer Mischung aus Kopfschütteln und
Bewunderung zurücklässt. Bitter zu sehen ist, dass sich in
Kalifornien sehr viel ändern muss (und leider sehr wenig ändert),
sonst geht dieser Staat an seinen Umweltproblemem (insbesondere
Wassermangel) zugrunde.
Bitter ist auch zu sehen, dass bei
jedem USA Besuch, die soziale Schere immer weiter aufzugehen scheint
und der Mittelstand zusehends schwindet.Und diejenigen, die noch in
der Mittelschicht sind, müssen irre Aufwendungen betreiben, um
diesen Standard noch halten zu können. Das relativiert einiges
Gemecker in unserem Land und man lernt bekannte Standards wieder mehr
zu schätzen.
Am Ende wird es wie immer sein, ich
werde mir vornehmen, dieses Land aufgrund der immer entwürdigender
werdenden Datenschnüffelei, Immigration Procedure und sonstigen
Sicherheitspanik und gesellschalftlicher Bigotterie länger nicht zu
besuchen. Und am Ende bin ich wahrscheinlich in weniger als 5 Jahren
wieder da gewesen.
Aber ich nehme mir ja auch immer wieder
vor, weniger und gesünder zu essen …..... (und denke dabei gerade
an die tollen Porterhouse Steaks in den vergangenen Wochen …...)
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