Montag, 7. Januar 2019

02.01.19 Dalcahue-Quellon



Zum Aufstehen erwartete mich typisches Chiloé Wetter. Alle 5 Minuten was Anderes. Im Laufer des Tages besserte sich dieses aber. Nach einem Frühstück zu dem, wie in diesen Gegenden üblich auch Kuchen gereicht wird, der übrigends hier in der Regel hausgemacht ist (und daher meist sehr lecker) und dazu auch „Kuchen“ heißt. Das liegt an den deutschen Einwanderern, die diese Tradition hierher gebracht haben. Darum wird der Kuchen, der nicht hausgemacht ist, auch in einem „Kuchenladen“ gekauft. Die heißen hier wirklich so. In manchen Reiseführern wird auch das hiesige Brot gerühmt. Das kann ich bisher nicht nachvollziehen. Nur wenn es auch hausgemacht ist, entspricht es dem, was wir Deutschen unter Brot verstehen.
Es ging auf die Reise zum Südende der Insel. Der Morgen bestand aus einem Besichtigungsprogramm der Kirchen von Chiloé. Wie bereits früher erwähnt. Habe ich mit der Kirche nichts zu tun. Aber Kirchen als Bauwerke faszinieren mich schon und werden, wann immer möglich besichtigt. Die Kirchen von Chiloé sind besonders faszinierend, denn sie sind wie alle anderen Bauwerke der Insel auch komplett aus Holz gebaut. Und dabei sehen sie unseren bekannten Kirchen aus  Stein in Form und Größe sehr ähnlich. Die Chiloten haben in den Kirchen sogar die Säulen aus Holz nachgebaut. Und nicht, in diese gefräst wurden. Die Säulen bestehen weitestgehend aus Brettern. Die Kirchen der Insel, es sollen insgesamt etwa 150 sein sind von der Bauart weitgehend gleich. Unterscheiden sich aber in Farbe und Größe und im Aufwand des Innenausbaus. 16 dieser Kirchen wurden von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. 7 davon habe ich heute besichtigt. Die meisten davon tragen ihren Unesco Titel zurecht. Insbesondere die Kirche von Castro. Von außen wirkt sie nicht sonderlich spektkulär. Das ändert sich aber, wenn man die Kirche betritt. Was die Schreiner hier bewerkstelligt haben, lässt einen nur mit offenen Mund staunend hier stehen. Und auch hier wurde nur sehr sparsam gefräst. Das meiste ist aus Brettern gebaut.
Der Nachmittag gehörte dem Nationalpark von Chiloé. Hier kann man einen (für Wanderanfänger wie mich) sehr angenehmen Rundgang von etwa 7km machen, in dem man sich die typische Waldvegetation der Gegend anschauen kann. Die ist entweder sehr sumpfig. Hier wurden in die Sümpfe Stege hineingebaut, damit die Gebiete ohne Schaden betreten werden können. Oder es geht im hinteren Teil in eine Art Regenwald. Sehr dicht und sehr feucht. Mit vielen Moosen und Farnen bewachsen. Diese Art von Wäldern mit einem der Hausbäume Chiles, der Alerce (eine Art Verwandter des Kalifornischen Mammutbaums) ist auch in Nordpatagonien häufig anzutreffen. Die Alerce wurde in der Vergangenheit überholzt. Daher wird sie in vielen Reservaten nun geschützt, denn ihr Wachstum geschieht sehr langsam.
Am Abend traf ich in Quellón ein, wo ich mal wieder mit einem (Vor-)Urteil über chilenische Hafenstädte konfrontiert wurde. So sprang mir am Ortseingang gleich fast ein besoffener Hafenarbeiter mit Flasche in der Hand vor das Auto. Er war auch mit reichlich Suffkumpels im Stadtbild gesegnet. Bei der Tristesse, die diese Stadt zu bieten hat, fällt es mir schwer zu solchen Lebenswandeln abwertende Urteile zu fällen. Nachdem ich ohne weitere Suffopfer zu überfahren in der Stadt angekommen war, stürmte ich erst einmal direkt in das Büro von Naviera Austral , um meine Buchung für die Fähre am nächsten Tag abzuklären. Ich hatte zwar reserviert, konnte aber kein Ticket ausdrucken. Dies haben die Damen am Schalter dann dankend nachgeholt. Wieder eine Sorge weniger. Diese Fähre fährt nur zweimal pro Woche. Es wartete eine kurze Nacht im hafennahen Hostal auf mich.

Mittwoch, 2. Januar 2019

01.01.2019 Puerto Montt – Dalcahue (Insel Chiloé)



Nach einer kurzen Nacht, das Ende eines Open Air Konzerts zum Jahreswechsel musste noch abgewartet werden, machte ich mich auf den Weg zur Insel Chiloé. Diese ist eine der größten Inseln Südamerikas und liegt vor der Chilenischen Küste. Sie ist nur mit der Fähre zu erreichen. Es war geplant, eine Brücke zu bauen. Dieses Unterfangen ist aber erst einmal zu den Akten gelegt. Die Fähren in Verlängerung der Interamericana fahren in kurzem Takt und in etwa 30 Minuten ist man auf der Insel angekommen. Dort führte mich der Weg über die ehemalige Inselhauptstadt Ancud zum „Monumento Natural Islotes de Puñihuil“. Es handelt sich dabei um drei vorgelagerte Inselfelsen auf denen sich ein paar Seevögel,sowie eine gemeinsame Kolonie von Humboldt- und Magellanpinguinen befindet. Von Ancud gelangt durch eine wunderschöne und sehr grüne Landschaft, die mich sehr an Irland und die schottischen Highlands erinnert hat, zu einem Strand von dem Fischerboote zu den Inseln fahren. An der Einfahrt zum Strand wird man gleich von „Schleppern“ in Empfang genommen, die einen gleich zu einem der ansässigen Bootsleute bugsieren. Kann man ruhig mit sich machen lassen. Die Boote sind alle ähnlich und die Preise auch.. Mit recht abenteuerlichen Selbstbaukonstruktionen, die verhindern sollen (und es auch tun) daß man nasse Füße bekommt, wird man zu den Booten geschoben, die auf dem Strand in der Brandung liegen. Dann geht’s raus aufs Meer. Wobei die Strecke vielleicht bestenfalls einen halben Kilometer beträgt. Die Anzahl der Vögel ist recht überschaubar. Aber sie sind sichtbar. Die Boote fahren dicht an die Inseln heran. Man darf sie aber nicht betreten. Aber so kommt man den Tieren mal ein wenig näher. Schauen ist einfach. Fotografieren leider nicht, denn in den kleinen Booten wird das zu einer wackeligen Angelegenheit. Dazu wird man von einem Guide mit Informationen versorgt, natürlich auf Spanisch. Es war ein sher netter Trip, den ich so nicht erwartet hätte. Zumal heute ja Feiertag ist und ansonsten die Insel wirklich komplett lahmgelegt ist. Es hat wirklich gar nichts auf. Es fuhren nur die Fähren und die Fischer. Immerhin das Wichtigste.
Am Nachmittag machte ich mich dann auf den Rundweg um die berühmten Holzkirchen von Chiloé zu besuchen. Dies wurde in doppelter Hinsicht zum Reinfall. Zum einen habe ich mich verfahren und habe damit locker eine Stunde verplempert. Und als dann endlich eine Kirche vor mir stand, war sie wegen des Feiertags natürlich geschlossen. Also muss ich das morgen früh nachholen, bevor es in den Nationalpark geht.

Dienstag, 1. Januar 2019

31.12.2018 Pucón - Puerto Montt



Nachdem ich gestern von dem Villarica so angefixt war, hätte ich gerne mit dem Osorno heute den nächsten Bilderbuchvulkan in Angriff genommen. Aber leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Da sich das vom Wetterbericht schon angekündigt hatte, nahm ich mir wenigstens noch vor den Nachbarsee zu umfahren. Dort wollte ich wenigstens vor Ankunft der Schlechtwetterfront noch einige entspannende Momente am Wasser verbringen, was auch gelang. Danach wurde der Tag leider nur ein Fahrtag. Am Lago Llanquihue, an dem der Osorno liegt führte die Interamericana genau entlang. Das Wetter war aber inzwischen so schlecht geworden, dass ich noch nicht einmal das Fundament des Vulkans entdecken konnte. Also fuhr ich ohne Halt durch bis Puerto Montt.
Ich werde einfach nicht warm mit den chilenischen Hafenstädten. Nach Valparaiso ist das hier wieder so ein ……….. (ich schreib`s lieber nicht) wo man gar nicht aus dem Auto aussteigen möchte. Im Hotel angekommen, lasen sich die Sicherheitsanweisungen im Zimmer, als würde man in einem Panic Room leben. Mit Sicherheit übertrieben, aber es gibt angenehmere Orte. Das Holiday Inn Express war auf einem Shopping Centre gebaut. In dieses ging ich dann noch hinunter, zum Bummeln und sicherheitshalber Essen fassen, wer weiß ob es heute abend noch was gibt. Ein Stadtbummel fiel angesichts obiger Beschreibung aus. Im Dunkeln gehe ich hier nicht raus. Das Einkaufszentrum war ganz ok. Es hatte aber wie der Rest der Stadt auch schon die besten Tage hinter sich. Für eine Übernachtung, wenn man am nächsten Tag die Fähre nehmen muss, ist der Ort ok. Sonst solle man sich lohnendere Ziele suchen.
Am Abend begab ich mich noch in die Hotellobby im 11. Stock um den Blick über den Hafen zu genießen. Pünktlich zu Mitternacht wurde da ber geschlossen und ich ging wieder ins Zimmer. Von dort konnte ich dann die große Überraschung des Abends bewundern. In dieser kleinen Hafenstadt wurde ein Feuerwerk abgefeuert, welches mit dem großer bekannter Metropolen locker mithalten kann. Abgeschossen wurde dieses von zwei Fährschiffen, die in der Bucht vor der Stadt lagen. Die gesamte Stadt versammelte sich hierfür an der Hafenpromenade. Ein schöner Übergang ins neue Jahr war gelungen.