Samstag, 19. Januar 2019

18.01.19 Punta Arenas – Ushuaia



Heute stand ein Reisetag an. Nach meinem Mißgeschick von gestern hätte ich sowieso nicht viel machen können. Heute fühlte sich der Fuß aber schon viel besser an. Wie gut, dass ich zu Hause daran gedacht habe, die noch unbenutzte Großtube Voltaren forte einzupacken. Die hat mir hier schon gute Dienste geleistet und tut es jetzt wieder.
Nach dem Frühstück traf ich mich um 10 Uhr mit dem Vertreter der Autovermietung um den Mietwagen zu übergeben. Ich hatte anfangs etwas Zweifel. Aber er hat zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Dann ging es ans finale Kofferpacken und um 12 Uhr wurde ich von der Autovermietung abgeholt und zum Flughafen gebracht. Es ging mit Aerovias DAP einer Fluggesellschaft, die sich auf Flüge in Südpatagonien, Feuerland und Antarktis spezialisiert hat, nach Ushuaia auf der argentinischen Seite von Feuerland. Der selbsternannt südlichsten Stadt der Welt. Dort geht es dann am Montag auf das Schiff in die Antarktis. Beim Check In durfte ich erst einmal für 28kg Übergepäck zahlen. Ich hätte ja auch einen Tarif mit mehr Gepäck gebucht. Den gab es aber nicht. Aber 90 EUR umgerechnet für diese Gepäckmenge fand ich noch human. Da regte mich der Check in Agent in Hannover schon eher auf, weil ich die Koffer nicht paritätisch auf 2x23 kg gepackt hatte, sondern 1x28kg und 1x 16 kg gabs 75 EUR Gebühr. Das fand ich unverschämt. Nach der lässigsten Sicherheitskontrolle und Ausreiseabfertigung seit Jahren begab ich mich ins Gate. Ich wusste von vornherein, dass mich mit der geplanten DeHavilland Twin Otter mit 15 Sitzplätzen jetzt nicht gerade ein Riese von Flugzeug erwarten würde. Ich bin mit diesem Typ schon zweimal in Kanada und Schottland geflogen. Wir waren nur 7 Passagiere und so wurde aus ziemlich kleinem Flugzeug ein noch kleineres Flugzeug. Eine Beech King Air 100. 9 Sitzplätze. Auf den 2 freien Plätzen lag mein Übergepäck. Da sich bei inzwischen auch bei mir die Jahresringe mehren, kommt es inzwischen selten vor, dass ich in einem Flugzeug sitze, das älter ist als ich. Heute war es mal wieder soweit. Die gute Dame hatte schon 49 Dienstjahre auf dem Buckel und das sah man ihr (im Gegensatz zu mir ……) auch an. Trotzdem war es ein angenehmer Flug, das Flugwetter war gut. Und gegen die dröhnenden Motoren habe ich immer einen Satz Ohropax in der Fototasche. Planespotter sind für sowas halt gerüstet. Nach 50 Minuten Flugzeit landeten wir pünktlich in Ushuaia. Dort durfte ich die nächste unterschiedliche Einreiseformalität in Argentinien kennenlernen. Hier wurde sogar fotografiert und Fingerabdrücke genommen. Auf jeder Grenzstation mal was anderes. Dann Übergabe des nächsten Mietwagens und ab ins Hotel. Dieses liegt direkt am Beagle Kanal mit Blick auf die Berge dahinter. Den Ausblick konnte ich am Kanal auch schön genießen. Seit Wochen der erste Tag ohne Wind. Toll. Wird aber wohl eine Eintagsfliege. Ab morgen stehen wieder Böen bis 60 km/h auf der Agenda.
Im Hotel noch ein Abendessen eher mittlerer Qualität eingenommen. Hier wieder festgestellt, wie irre spät die Argentinier essen gehen. Die Chilenen sind schon nicht früh dran, aber die Argentinier toppen das noch. Vor 2100 Uhr geht hier fast niemand essen. Ab 2200 Uhr geht das Geschäft erst los. Auf der Estancia vor Perito Moreno Stadt vor 10 Tagen kam nach eine Gruppe, die aßen um halb zwölf. Und das ist hier nicht so ungewöhnlich. Ich frage mich zwar, wie die dann schlafen können, denn die Portionen in Argentinien sind üppig und manchmal sogar seeeeehr üppig. Ich könnte mit so einer Tellermine im Bauch nicht schlafen gehen.

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