Heute stand ein Reisetag an. Nach meinem Mißgeschick von
gestern hätte ich sowieso nicht viel machen können. Heute fühlte sich der Fuß
aber schon viel besser an. Wie gut, dass ich zu Hause daran gedacht habe, die
noch unbenutzte Großtube Voltaren forte einzupacken. Die hat mir hier schon
gute Dienste geleistet und tut es jetzt wieder.
Nach dem Frühstück traf ich mich um 10 Uhr mit dem Vertreter
der Autovermietung um den Mietwagen zu übergeben. Ich hatte anfangs etwas
Zweifel. Aber er hat zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Dann ging es ans
finale Kofferpacken und um 12 Uhr wurde ich von der Autovermietung abgeholt und
zum Flughafen gebracht. Es ging mit Aerovias DAP einer Fluggesellschaft, die sich
auf Flüge in Südpatagonien, Feuerland und Antarktis spezialisiert hat, nach
Ushuaia auf der argentinischen Seite von Feuerland. Der selbsternannt südlichsten Stadt der Welt. Dort geht es dann am Montag
auf das Schiff in die Antarktis. Beim Check In durfte ich erst einmal für 28kg
Übergepäck zahlen. Ich hätte ja auch einen Tarif mit mehr Gepäck gebucht. Den
gab es aber nicht. Aber 90 EUR umgerechnet für diese Gepäckmenge fand ich noch
human. Da regte mich der Check in Agent in Hannover schon eher auf, weil ich
die Koffer nicht paritätisch auf 2x23 kg gepackt hatte, sondern 1x28kg und 1x
16 kg gabs 75 EUR Gebühr. Das fand ich unverschämt. Nach der lässigsten
Sicherheitskontrolle und Ausreiseabfertigung seit Jahren begab ich mich ins Gate.
Ich wusste von vornherein, dass mich mit der geplanten DeHavilland Twin Otter
mit 15 Sitzplätzen jetzt nicht gerade ein Riese von Flugzeug erwarten würde. Ich
bin mit diesem Typ schon zweimal in Kanada und Schottland geflogen. Wir waren
nur 7 Passagiere und so wurde aus ziemlich kleinem Flugzeug ein noch kleineres
Flugzeug. Eine Beech King Air 100. 9 Sitzplätze. Auf den 2 freien Plätzen lag
mein Übergepäck. Da sich bei inzwischen auch bei mir die Jahresringe mehren,
kommt es inzwischen selten vor, dass ich in einem Flugzeug sitze, das älter ist
als ich. Heute war es mal wieder soweit. Die gute Dame hatte schon 49
Dienstjahre auf dem Buckel und das sah man ihr (im Gegensatz zu mir ……) auch
an. Trotzdem war es ein angenehmer Flug, das Flugwetter war gut. Und gegen die
dröhnenden Motoren habe ich immer einen Satz Ohropax in der Fototasche.
Planespotter sind für sowas halt gerüstet. Nach 50 Minuten Flugzeit landeten
wir pünktlich in Ushuaia. Dort durfte ich die nächste unterschiedliche
Einreiseformalität in Argentinien kennenlernen. Hier wurde sogar fotografiert
und Fingerabdrücke genommen. Auf jeder Grenzstation mal was anderes. Dann
Übergabe des nächsten Mietwagens und ab ins Hotel. Dieses liegt direkt am Beagle
Kanal mit Blick auf die Berge dahinter. Den Ausblick konnte ich am Kanal auch
schön genießen. Seit Wochen der erste Tag ohne Wind. Toll. Wird aber wohl eine
Eintagsfliege. Ab morgen stehen wieder Böen bis 60 km/h auf der Agenda.
Im Hotel noch ein Abendessen eher mittlerer Qualität
eingenommen. Hier wieder festgestellt, wie irre spät die Argentinier essen gehen.
Die Chilenen sind schon nicht früh dran, aber die Argentinier toppen das noch.
Vor 2100 Uhr geht hier fast niemand essen. Ab 2200 Uhr geht das Geschäft erst
los. Auf der Estancia vor Perito Moreno Stadt vor 10 Tagen kam nach eine
Gruppe, die aßen um halb zwölf. Und das ist hier nicht so ungewöhnlich. Ich
frage mich zwar, wie die dann schlafen können, denn die Portionen in
Argentinien sind üppig und manchmal sogar seeeeehr üppig. Ich könnte mit so
einer Tellermine im Bauch nicht schlafen gehen.
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