Nach dem aufregenden Tag gestern wird es nu deutlich ruhiger.
Es geht weiter südwärts. Am frühen Morgen machte ich mich auf den Weg zurück
zur Carretera Austral. Inzwischen musste ich lernen, daß mein Respekt vor
dieser Straße vollkommen übertrieben war, denn die Informationen aus meinen
Reiseführern sind inzwischen vollkommen veraltet. Die Carretera ist inzwischen
zu zwei Dritteln asphaltiert.(und ich habe heute die ganze Zeit gewartet, wann
der Asphalt endet) Ich habe nur noch am Ende etwa 100km auf Schotter und dann
etwa 150 km bis zur argentinischen Grenze. Der Rest ist nur reine Tanklogistik.
Wenn mich nicht wieder der Plattfußteufel trifft, wird alles klappen. Ich kann
also hoffentlich etwas entspannen.
Nach dem ich die Täler um Futaleufú verlassen hatte, kam ich
in die Ebene an der Carretera. Hier verwandeln sich die glasklaren Bergbäche in
Flüsse von tiefem Smaragdgrün. Ich an der Carretera haben die chilenischen
Straßenbauer erstmals daran gedacht auch mal Parkplätze zu bauen und diese
sogar an schönen Aussichtsplätzen zu platzieren. So konnte ich einige schöne
Stops einrichten und die Landschaft genießen. Durch die durchgängig
asphaltierte Straße kam ich viel früher als geplant an meinem Tagesziel Puerto
Puyuhuapi an. Hier bei handelt es sich um ein kleines Dorf im absoluten
Nirgendwo (mal wieder, wird mir wohl noch öfter passieren. Gibt hier ja genügend
Dörfer dieser Sorte. ) am Ende eines langezogenen Fjordes. Interessanterweise
ist der Deutsche Einfluß hier sehr groß, denn das Dorf wurde einst von 4
sudetendeutschen Junggesellen gegründet, die hier die Bais für eine deutsche
Gemeinde legen wollten. Die Geschichte wollte es anders und so durchkreuzte der
Weltkrieg die Pläne der 4 Jungs und sie mussten sich chilenische Kumpel für
Ihre Pläne suchen. Doch bis heute tragen die Straßen hier überwiegend deutsche
Namen und es gibt an jeder Ecke Kuchen (der auch wieder so heißt. Heute abend
gab es im Restaurant „Kuchen de manzana“ (Apfelkuchen)).
Ich bezog in Puyuhuapi ein kleines B&B (mehr gibt´s hier
auch nicht) und ansonsten tat ich einfach mal nichts. Ich setzte mich an den
Steg und ließ die Landschaft auf mich wirken und geoß die himmlische Ruhe. Am Ende
wurde ich mit einem tollen Doppelregenbogen belohnt. Dazu erschienen nach einer
guten Stunde im Fjord eine Familie Seeotter und boten die ottertypische
Spielshow. Bevor ich nach Chile kam, wußte ich gar nicht, dass es eine
Salzwasserart von Ottern gibt. Diese sind in der Größe etwa in der Mitte
zwischen den uns bekannten Flußottern und Robben angesiedelt. Also schon ordentlich
groß. Leider ließen sie sich nicht fotografieren, aber der Eindruck zählt, denn
ich habe noch im Leben zuvor frei lebende Otter gesehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen