Montag, 7. Januar 2019

06.01.2019 Futaleufú - Puyuhuapi



Nach dem aufregenden Tag gestern wird es nu deutlich ruhiger. Es geht weiter südwärts. Am frühen Morgen machte ich mich auf den Weg zurück zur Carretera Austral. Inzwischen musste ich lernen, daß mein Respekt vor dieser Straße vollkommen übertrieben war, denn die Informationen aus meinen Reiseführern sind inzwischen vollkommen veraltet. Die Carretera ist inzwischen zu zwei Dritteln asphaltiert.(und ich habe heute die ganze Zeit gewartet, wann der Asphalt endet) Ich habe nur noch am Ende etwa 100km auf Schotter und dann etwa 150 km bis zur argentinischen Grenze. Der Rest ist nur reine Tanklogistik. Wenn mich nicht wieder der Plattfußteufel trifft, wird alles klappen. Ich kann also hoffentlich etwas entspannen.
Nach dem ich die Täler um Futaleufú verlassen hatte, kam ich in die Ebene an der Carretera. Hier verwandeln sich die glasklaren Bergbäche in Flüsse von tiefem Smaragdgrün. Ich an der Carretera haben die chilenischen Straßenbauer erstmals daran gedacht auch mal Parkplätze zu bauen und diese sogar an schönen Aussichtsplätzen zu platzieren. So konnte ich einige schöne Stops einrichten und die Landschaft genießen. Durch die durchgängig asphaltierte Straße kam ich viel früher als geplant an meinem Tagesziel Puerto Puyuhuapi an. Hier bei handelt es sich um ein kleines Dorf im absoluten Nirgendwo (mal wieder, wird mir wohl noch öfter passieren. Gibt hier ja genügend Dörfer dieser Sorte. ) am Ende eines langezogenen Fjordes. Interessanterweise ist der Deutsche Einfluß hier sehr groß, denn das Dorf wurde einst von 4 sudetendeutschen Junggesellen gegründet, die hier die Bais für eine deutsche Gemeinde legen wollten. Die Geschichte wollte es anders und so durchkreuzte der Weltkrieg die Pläne der 4 Jungs und sie mussten sich chilenische Kumpel für Ihre Pläne suchen. Doch bis heute tragen die Straßen hier überwiegend deutsche Namen und es gibt an jeder Ecke Kuchen (der auch wieder so heißt. Heute abend gab es im Restaurant „Kuchen de manzana“ (Apfelkuchen)).
Ich bezog in Puyuhuapi ein kleines B&B (mehr gibt´s hier auch nicht) und ansonsten tat ich einfach mal nichts. Ich setzte mich an den Steg und ließ die Landschaft auf mich wirken und geoß die himmlische Ruhe. Am Ende wurde ich mit einem tollen Doppelregenbogen belohnt. Dazu erschienen nach einer guten Stunde im Fjord eine Familie Seeotter und boten die ottertypische Spielshow. Bevor ich nach Chile kam, wußte ich gar nicht, dass es eine Salzwasserart von Ottern gibt. Diese sind in der Größe etwa in der Mitte zwischen den uns bekannten Flußottern und Robben angesiedelt. Also schon ordentlich groß. Leider ließen sie sich nicht fotografieren, aber der Eindruck zählt, denn ich habe noch im Leben zuvor frei lebende Otter gesehen.

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