Montag, 7. Januar 2019

04.01.19 Futaleufú



Ein entspannter Tag in Futaleufú mit einem kleinem Trip über die nur 10km entfernte Granze nach Argentinien war geplant. So entspannt wurde es leider nicht, doch dazu später mehr. Nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg an die Grenze. Dafür, daß hier Unmengen an Stempeln auf diversen Papieren und meinem Pass landeten, waren die Kontrollen relativ flott. Nach der Grenze fuhr ich zum Ort Trevelin. Dort wollte ich mich mit argentinischem Bargeld versorgen für den zweiten Übergang im Süden, wo ich die ungünstige Kombination von Kreditkartenunwilligen Unterkünften und Mangel an Geldautomaten hatte.  Auf halben Wege auf der eigentlich ganz passablen Schotterpiste erwischte es mich dann: Reifenpanne. Mist ! In ganz Afrika blieb ich verschont und nun gleich auf der ersten Etappe. Und als ich beim Reifenwechsel das Ersatzrad rausholte der nächste Schock. Was sich bei der Kontrolle noch als vollständiges Ersatzrad präsentierte, war in Wahrheit doch nur ein Notrad. Es war nämlich eine Nummer kleiner als alle anderen Räder. Damit würde ich den Rest der Carretera nicht überstehen. Ich musste was tun. Zuerst hielten zwei nette Chilenen an und halfen mir beim Radwechsel, der mit den zusätzlichen Händen in Windeseile erledigt war. In Trevelin angekommen plünderte ich wie geplant den Geldautomaten. Die schröpfen einen hier mit unverschämten Gebühren. Unglaublich. Satte 10% !! Naja, irgendwie müssen sie ja bei der Hyperinflation ihr Geld verdienen. Danach suchte ich einen Reifenhändler. Dieser machte glatt vor meiner Nase zu und verabschiedete sich ins Wochenende. Super !. So schleppte ich mich hoffend und betend, dass der Reifen hält zurück nach Futaleufú, in der Hoffnung dort erfolgreicher zu sein. Das Besichtigungsprogramm  in Argentinien entfiel damit. Schade, die Landschaft präsentierte sich mit weiten Ebenen vor der Andenkulisse zwar anders aber nicht weniger beeindruckend.
Hinter der Grenze fuhr ich erst einmal tanken. Nicht das die Tankstelle am Wochenende keinen Sprit mehr hat und ich meine nächste Etappe nicht schaffe. An so etwas muss man hier alles denken. Aber für einen gelernten Logistiker natürlich alles kein Problem ! An der Tankstelle erzählte ich von meinem Problem und dort schickte man mich zu einer Autowerkstatt. Dort angekommen, war Chef nicht da und Angestellter erst unwillig, nach Überzeugungsarbeit dann unfähig. Er erklärte meinen Reifen zu einem Totalschaden. Wollte ich nicht glauben, denn ein Loch auf der Lauffläche kann man fast immer reparieren. Dann kam Chef zurück, schaute sich den Schlamassel an und siehe da, alles kein Problem. Einfach jede Menge Gummistreifen ins Loch gestopft, ordentlich Vulkanisierungsmasse drübergekippt und fertig ist der Reifen geflickt. Haben wir früher beim Fahrrad auch nicht anders gemacht. Das ganze für gerade mal umgerechnet 8 Euro. Da war auch noch Trinkgeld drin. Neuer Reifen wäre wohl deutlich teurer gekommen.Mal sehen, wie lange das hält Der geplante Hike für den Nachmittag war damit aber auch hinüber. Also nur noch Abendessen, nach Hause fahren, den reparierten Reifen wieder aufziehen und die Heimat über den Tag informieren ……..

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