Ein entspannter Tag in Futaleufú mit einem kleinem Trip über
die nur 10km entfernte Granze nach Argentinien war geplant. So entspannt wurde
es leider nicht, doch dazu später mehr. Nach einem gemütlichen Frühstück machte
ich mich auf den Weg an die Grenze. Dafür, daß hier Unmengen an Stempeln auf
diversen Papieren und meinem Pass landeten, waren die Kontrollen relativ flott.
Nach der Grenze fuhr ich zum Ort Trevelin. Dort wollte ich mich mit
argentinischem Bargeld versorgen für den zweiten Übergang im Süden, wo ich die
ungünstige Kombination von Kreditkartenunwilligen Unterkünften und Mangel an Geldautomaten
hatte. Auf halben Wege auf der
eigentlich ganz passablen Schotterpiste erwischte es mich dann: Reifenpanne.
Mist ! In ganz Afrika blieb ich verschont und nun gleich auf der ersten Etappe.
Und als ich beim Reifenwechsel das Ersatzrad rausholte der nächste Schock. Was
sich bei der Kontrolle noch als vollständiges Ersatzrad präsentierte, war in
Wahrheit doch nur ein Notrad. Es war nämlich eine Nummer kleiner als alle
anderen Räder. Damit würde ich den Rest der Carretera nicht überstehen. Ich musste
was tun. Zuerst hielten zwei nette Chilenen an und halfen mir beim Radwechsel,
der mit den zusätzlichen Händen in Windeseile erledigt war. In Trevelin
angekommen plünderte ich wie geplant den Geldautomaten. Die schröpfen einen
hier mit unverschämten Gebühren. Unglaublich. Satte 10% !! Naja, irgendwie
müssen sie ja bei der Hyperinflation ihr Geld verdienen. Danach suchte ich
einen Reifenhändler. Dieser machte glatt vor meiner Nase zu und verabschiedete
sich ins Wochenende. Super !. So schleppte ich mich hoffend und betend, dass
der Reifen hält zurück nach Futaleufú, in der Hoffnung dort erfolgreicher zu
sein. Das Besichtigungsprogramm in
Argentinien entfiel damit. Schade, die Landschaft präsentierte sich mit weiten
Ebenen vor der Andenkulisse zwar anders aber nicht weniger beeindruckend.
Hinter der Grenze fuhr ich erst einmal tanken. Nicht das die
Tankstelle am Wochenende keinen Sprit mehr hat und ich meine nächste Etappe
nicht schaffe. An so etwas muss man hier alles denken. Aber für einen gelernten
Logistiker natürlich alles kein Problem ! An der Tankstelle erzählte ich von
meinem Problem und dort schickte man mich zu einer Autowerkstatt. Dort
angekommen, war Chef nicht da und Angestellter erst unwillig, nach
Überzeugungsarbeit dann unfähig. Er erklärte meinen Reifen zu einem
Totalschaden. Wollte ich nicht glauben, denn ein Loch auf der Lauffläche kann
man fast immer reparieren. Dann kam Chef zurück, schaute sich den Schlamassel
an und siehe da, alles kein Problem. Einfach jede Menge Gummistreifen ins Loch
gestopft, ordentlich Vulkanisierungsmasse drübergekippt und fertig ist der
Reifen geflickt. Haben wir früher beim Fahrrad auch nicht anders gemacht. Das
ganze für gerade mal umgerechnet 8 Euro. Da war auch noch Trinkgeld drin. Neuer
Reifen wäre wohl deutlich teurer gekommen.Mal sehen, wie lange das hält Der
geplante Hike für den Nachmittag war damit aber auch hinüber. Also nur noch
Abendessen, nach Hause fahren, den reparierten Reifen wieder aufziehen und die
Heimat über den Tag informieren ……..
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