Ein weiteres Highlight im Süden Patagoniens steht an. Der Torres del Paine Nationalpark. Die
Anreise von Puerto Natales, der nächstgelegenen Stadt, gestaltet sich etwas
langwierig. Etwa 80 Kilometer mit überwiegend Baustelle und Schotterpiste zu
sich über gut 90 Minuten. Es handelt sich um den bekanntesten Nationalpark in
Chile. Er ist auch der meistbesuchte. Merkt man mal wieder daran, daß meine
lieben Freunde aus China auch hier das touristische Bild mitprägen. Was die Torres
del Paine von den meisten anderen Bergmassiven in den Anden unterscheidet, es
besteht zum größten Teil aus Granit. Und so thronen die Torres als 3
Granitspitzen über dem Park. Im Park herrscht subpolare Steppe vor. In dieser
Leben unter anderem der Andenfuchs, der Graufuchs, jede Menge Guanacos die hier
im Gegensatz zum Rest des Landes recht zutraulich sind. Die checken nur: Bist
du Mensch oder Puma (die leben hier auch, zeigen sich aber sehr selten) ?
Mensch ? Ok, du bist nicht gefährlich.
Ich mag die Viecher irgendwie. Sie haben so eine gewisse Eleganz der
Dämlichkeit entwickelt. Irgendwie finde ich die charmant. Wie sie so vollkommen
unbeeindruckt von der Welt um sie herum so vor sich hin rülpsen und furzen. Wie
war das nochmal mit den vielen Chinesen hier ??? Ach lassen wir das !
Der Torres del Paine Nationalpark verfügt für einen chilenischen
Nationalpark über ein hervorragend ausgebautes Straßennetz. Alles Schotterpisten,
aber in gutem Zustand. Der richtige Reiz erschließt sich erst beim Wandern. Ich
wollte eigentlich auch ein paar kleine Hikes hier machen. Ich kann keine Mehrtageswanderungen
machen. Aber kleine Hikes wären schon drin und waren auch gewünscht. Da habe
ich aber die Rechnung nicht mit den Chilenen gemacht. Wenn man da bei den Nationalparkrangern
nach Hikes in der Größenordnung 1-3 Stunden fragt, bekommt man ein müdes
Lächeln. Antwort: Die Zahl stimmt schon. Aber über die Zeiteinheit müssen wir
nochmal reden. Hier redet man eher in Tagen oder gar Wochen. Im Torres del
Paine kommt noch dazu, das die meisten Hikes im Einbahnstraßensystem sind. Man
kann also noch nicht einmal einfach eine Kurzetappe hin- und zurücklaufen. So
blieb mir nur das Auto. Aber an den Straßen sind auch einige tolle Viewpoints
angelegt und heute war das Wetter so gut, dass ausreichend Sicht auf die Attraktionen
vorhanden war. So ging die Zeit ins Land um gegen 19 Uhr verliess ich den inzwischen
weitgehend verwaisten Park, in dem nur noch die Mehrtageswanderer
zurückblieben.
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