Donnerstag, 13. September 2012

  1. September Swakopmund (Living Desert Tour)

Heute morgen hiess es mal wieder früh aufstehen. Langsam bekomme ich Übung darin. Gefallen tut es mir trotzdem nicht. Zumal ich nach mehreren Tagen Camping aus diesem warmen, kuscheligen Bett überhaupt nicht rauswollte. Ich riss mich trotzdem zusammen.

Nach einem guten Frühstück, wurde ich pünktlich um 08.00 Uhr von Dan von Living Desert Adventures abgeholt. Heute ging es in die Dünen der Namib um die „Small 5“ Namibias kennenzulernen. Auf dem Weg machten wir noch an einer weiteren Unterkunft halt, wo wir 4 zusätzliche Gäste aufnahmen, von denen ich 2 bereits von der Tour in Kolmannskoop kannte. Man trifft sich hier auf der Tour immer wieder. Mal sehen, wen ich morgen auf dem Boot treffe.

Am Eingang zum Park der Namib Wüste trafen wir uns mit zwei weiteren Autos der Firma. Nachdem die Luft aus den Reifen auf ein dünentaugliches Maß heruntergelassen wurde, ging es los. Nach kurzer Zeit der erste Stop und beim Aussteigen blieb kleines, dickes, doofes Balou mit dem Stiefel an der Stufe hängen und fiel erst einmal der Länge nach hin. Diesmal wenigstens weich auf Sand, sonst wäre jetzt das zweite Knie auch hin. Aber beim Chef Chris hatte ich gleich den Spitznamen „the Diver“ weg. Den Rest der Tour durfte (sollte) ich dann bei ihm im Auto verbringen, da mehr Platz auf dem Beifahrersitz sei. Das stimmte zwar, aber der Einstieg war weiterhin abenteuerlich, da entweder sie Sitzfläche zu hoch oder die Einstiegshöhe der Tür zu niedrig war. Kann sich jeder aussuchen. Das passt bei meinem Hilux besser, wenn der Landrover auch cooler aussieht. Chris hielt uns dann erst einmal einen längeren, aber sehr kurzweiligen Vortrag über das Leben in der Wüste Namib. Er versteht es auch sehr, die Spuren im Sand zu lesen und die entsprechenden Tiere zu finden und ggfs. auszubuddeln. So fand er denn auch den ersten Gecko, der dann eine ausführliche Fotosession über sich ergehen lassen musste und dieses sehr widerwillig tat. Danach folgten kleine Eidechsen und darauf zwei Schlangen. Zuerst eine Sandviper, die die meisten schon aus Filmen kennen, denn sie schlängelt sich ausschliesslich seitwärts. Man kann da aber mal sehen, wie sehr Film und Fernsehen die Größenverhältnisse verfälschen.Die Schlange ist in Wirklichkeit sehr klein.
Danach gab es eine Hornotter zu sehen. Eine ebenfalls nicht harmlose Schlangenart, die ich mir auch größer vorgestellt hatte.
Zum Abschluss der Tiere fanden wir noch zwei Chamäleons. Ein erwachsenes Tier und ein „Kind“. Sie wurden mit Larven gefüttert, um zu zeigen, wie das fangen der Larven mit der elend langen Zunge funktioniert. Das kleine Chamäleon brauchte zwei Anläufe. Hat im ersten vor Aufregung daneben gezielt.
Danach machten wir noch eine Scenic Tour durch die Dünen, wo auch eine wenig fahrerische Action geboten wurde. Aber auch einige wirklich faszinierende Aussichten über die Dünen gezeigt wurden. Nach 5 Stunden war die Tour dann vorüber. Ich wurde in die Unterkunft zurück gebracht.

Leider hatte sich noch nichts neues zu meinem Rundflug ergeben. Bei einer Company stehe ich nun auf Warteliste. Wenn sie noch 2 Gäste bekommen fliegen wir. Wenn nicht, dann fällt auch das aus. Ich bin schon ziemlich pissed off. Insbesondere von den Jungs von Sossusfly. Die schossen den Vogel ab, mit der Begründung mich mit meinem Gewicht nicht mitzunehmen, sei eine Erhöhung der Flugsicherheit. Hat der sie noch alle ?? Weight and Balance einer Cessna 208 bei einem 3 Zentner Passagier ist wirklich nicht einfach, aber möglich und nix anderes erwarte ich von einem Commercial Air Operator. Nennen wir die Sache doch einfach beim Namen: Fette Menschen zu fliegen kostet den Mann Geld (weil er einen Pax am Boden lassen muss) und er hat nicht den Arsch in der Hose, dieses seinen Kunden auch zu sagen und schiebt deswegen die Sicherheit vor. Naja, er meinte ja auch seinen Mitarbeiter vorm Kunden runterputzen zu müssen, da kann man wohl nicht viel mehr verlangen. Aber wie so oft im Leben, sind solche Honks auch noch Marktführer.

Am Nachmittag schaute ich mir dann noch ein paar Ecken von Swakopmund an. Es sind einige alte Bauten aus deutschen Zeiten geblieben. Schön anzusehen. Auch der Strand ist wirklich toll. Aber bei 10-12° Wassertemperatur ????

Was mir tierisch auf die Nerven ging waren diese Beads-Verkäufer. Diese versuchen, geschnitzte Holzkugeln an Touristen zu verkaufen. Und sie sind ziemlich pentrant dabei. Zum einen wird man fast alle 50 Meter angesprochen, dann kleben einem die Typen so lange an den Hacken, bis man entweder welche gekauft hat (nicht mit mir Freunde !!!!) oder sie mit einer charmanten Mischung aus Wikinger, King Kong und Godzilla vertrieben hat. Ich wurde echt aggro auf diese Typen, da diese Bettler ( wie mir auch schon in Windhoek aufgefallen war), sämtliche auf allen Kontinenten dieser Welt geltenden Richtlinien zum Höflichkeitsabstand gegenüber fremden Menschen konsequent ignorierten. Da kann ich ja drauf ! Nummer 1+2 wurden noch (halbwegs) freundlich abgewimmelt. Ab Nummer drei wurds hässlich. Nummer fünf bekam von mir schon aus 30m Entfernung ein „freundliches“ „NO BEADS !!!!!!!“ entgegengeschnettert.(mit entsprechend freundlichem Gesichtsausdruck natürlich kostenfrei dazu , versteht sich !).

Zum Einbruch der Dunkelheit begab ich mich dann in den „Western Saloon“ zum Essen. Dort gibt es eine der besten Fischplatten der Stadt (vermutet man in einem solchen Etablissement doch glatt, oder ???)
Die Platte für 1 Person wurde bestellt. Geliefert wurde für 3 Personen. Mir war es zuviel und auch mehr Masse statt Klasse. Insgesamt bin ich bisher von der Fischzubereitung unzufrieden. Entweder totgebraten oder totpaniert oder beides.

Nun denn, der Tag ist rum und die Nacht wieder kurz. Morgen geht’s schon wieder früh los auf die Katamaran Tour.

















































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