- September Swakopmund (Living Desert Tour)
Heute morgen hiess es mal wieder früh
aufstehen. Langsam bekomme ich Übung darin. Gefallen tut es mir
trotzdem nicht. Zumal ich nach mehreren Tagen Camping aus diesem
warmen, kuscheligen Bett überhaupt nicht rauswollte. Ich riss mich
trotzdem zusammen.
Nach einem guten Frühstück, wurde ich
pünktlich um 08.00 Uhr von Dan von Living Desert Adventures
abgeholt. Heute ging es in die Dünen der Namib um die „Small 5“
Namibias kennenzulernen. Auf dem Weg machten wir noch an einer
weiteren Unterkunft halt, wo wir 4 zusätzliche Gäste aufnahmen, von
denen ich 2 bereits von der Tour in Kolmannskoop kannte. Man trifft
sich hier auf der Tour immer wieder. Mal sehen, wen ich morgen auf
dem Boot treffe.
Am Eingang zum Park der Namib Wüste
trafen wir uns mit zwei weiteren Autos der Firma. Nachdem die Luft
aus den Reifen auf ein dünentaugliches Maß heruntergelassen wurde,
ging es los. Nach kurzer Zeit der erste Stop und beim Aussteigen
blieb kleines, dickes, doofes Balou mit dem Stiefel an der Stufe
hängen und fiel erst einmal der Länge nach hin. Diesmal wenigstens
weich auf Sand, sonst wäre jetzt das zweite Knie auch hin. Aber beim
Chef Chris hatte ich gleich den Spitznamen „the Diver“ weg. Den
Rest der Tour durfte (sollte) ich dann bei ihm im Auto verbringen, da
mehr Platz auf dem Beifahrersitz sei. Das stimmte zwar, aber der
Einstieg war weiterhin abenteuerlich, da entweder sie Sitzfläche zu
hoch oder die Einstiegshöhe der Tür zu niedrig war. Kann sich jeder
aussuchen. Das passt bei meinem Hilux besser, wenn der Landrover auch
cooler aussieht. Chris hielt uns dann erst einmal einen längeren,
aber sehr kurzweiligen Vortrag über das Leben in der Wüste Namib.
Er versteht es auch sehr, die Spuren im Sand zu lesen und die
entsprechenden Tiere zu finden und ggfs. auszubuddeln. So fand er
denn auch den ersten Gecko, der dann eine ausführliche Fotosession
über sich ergehen lassen musste und dieses sehr widerwillig tat.
Danach folgten kleine Eidechsen und darauf zwei Schlangen. Zuerst
eine Sandviper, die die meisten schon aus Filmen kennen, denn sie
schlängelt sich ausschliesslich seitwärts. Man kann da aber mal
sehen, wie sehr Film und Fernsehen die Größenverhältnisse
verfälschen.Die Schlange ist in Wirklichkeit sehr klein.
Danach gab es eine Hornotter zu sehen.
Eine ebenfalls nicht harmlose Schlangenart, die ich mir auch größer
vorgestellt hatte.
Zum Abschluss der Tiere fanden wir noch
zwei Chamäleons. Ein erwachsenes Tier und ein „Kind“. Sie wurden
mit Larven gefüttert, um zu zeigen, wie das fangen der Larven mit
der elend langen Zunge funktioniert. Das kleine Chamäleon brauchte
zwei Anläufe. Hat im ersten vor Aufregung daneben gezielt.
Danach machten wir noch eine Scenic
Tour durch die Dünen, wo auch eine wenig fahrerische Action geboten
wurde. Aber auch einige wirklich faszinierende Aussichten über die
Dünen gezeigt wurden. Nach 5 Stunden war die Tour dann vorüber. Ich
wurde in die Unterkunft zurück gebracht.
Leider hatte sich noch nichts neues zu
meinem Rundflug ergeben. Bei einer Company stehe ich nun auf
Warteliste. Wenn sie noch 2 Gäste bekommen fliegen wir. Wenn nicht,
dann fällt auch das aus. Ich bin schon ziemlich pissed off.
Insbesondere von den Jungs von Sossusfly. Die schossen den Vogel ab,
mit der Begründung mich mit meinem Gewicht nicht mitzunehmen, sei
eine Erhöhung der Flugsicherheit. Hat der sie noch alle ?? Weight
and Balance einer Cessna 208 bei einem 3 Zentner Passagier ist
wirklich nicht einfach, aber möglich und nix anderes erwarte ich von
einem Commercial Air Operator. Nennen wir die Sache doch einfach beim
Namen: Fette Menschen zu fliegen kostet den Mann Geld (weil er einen
Pax am Boden lassen muss) und er hat nicht den Arsch in der Hose,
dieses seinen Kunden auch zu sagen und schiebt deswegen die
Sicherheit vor. Naja, er meinte ja auch seinen Mitarbeiter vorm
Kunden runterputzen zu müssen, da kann man wohl nicht viel mehr
verlangen. Aber wie so oft im Leben, sind solche Honks auch noch
Marktführer.
Am Nachmittag schaute ich mir dann noch
ein paar Ecken von Swakopmund an. Es sind einige alte Bauten aus
deutschen Zeiten geblieben. Schön anzusehen. Auch der Strand ist
wirklich toll. Aber bei 10-12° Wassertemperatur ????
Was mir tierisch auf die Nerven ging
waren diese Beads-Verkäufer. Diese versuchen, geschnitzte Holzkugeln
an Touristen zu verkaufen. Und sie sind ziemlich pentrant dabei. Zum
einen wird man fast alle 50 Meter angesprochen, dann kleben einem die
Typen so lange an den Hacken, bis man entweder welche gekauft hat
(nicht mit mir Freunde !!!!) oder sie mit einer charmanten Mischung
aus Wikinger, King Kong und Godzilla vertrieben hat. Ich wurde echt
aggro auf diese Typen, da diese Bettler ( wie mir auch schon in
Windhoek aufgefallen war), sämtliche auf allen Kontinenten dieser
Welt geltenden Richtlinien zum Höflichkeitsabstand gegenüber
fremden Menschen konsequent ignorierten. Da kann ich ja drauf !
Nummer 1+2 wurden noch (halbwegs) freundlich abgewimmelt. Ab Nummer
drei wurds hässlich. Nummer fünf bekam von mir schon aus 30m
Entfernung ein „freundliches“ „NO BEADS !!!!!!!“
entgegengeschnettert.(mit entsprechend freundlichem Gesichtsausdruck
natürlich kostenfrei dazu , versteht sich !).
Zum Einbruch der Dunkelheit begab ich
mich dann in den „Western Saloon“ zum Essen. Dort gibt es eine
der besten Fischplatten der Stadt (vermutet man in einem solchen
Etablissement doch glatt, oder ???)
Die Platte für 1 Person wurde
bestellt. Geliefert wurde für 3 Personen. Mir war es zuviel und auch
mehr Masse statt Klasse. Insgesamt bin ich bisher von der
Fischzubereitung unzufrieden. Entweder totgebraten oder totpaniert
oder beides.
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