Sonntag, 2. September 2012

Guten Morgen liebe Welt,

nun ist nach langer Vorbereitung endlich der Tag gekommen, an dem es für mich das Abenteuer Afrika beginnen sollte. Nach einem kurzen Arbeitstag, der glücklicherweise von größeren Katastrophen verschont blieb, gings direkt in den Urlaub nach Namibia.

Leider etwas umständlicher als geplant. Durch den Streik des Lufthansa Kabinenpersonals war ich gezwungen, meinen Zubringer nach Frankfurt zu streichen und auf meine ach so gehasste Deutsche Bahn umzusteigen. Die Buchung klappte reibungslos, ich bekam sogar einen 1. Klasse Sparpreis als günstigste Möglichkeit ausgeworfen. Die Fahrt begann pünktlich und auch ruhig: Bis in Göttingen eine amerikanische Familie mit 2 Kindern zustieg. Eins davon war leider ein Kreischkind und dazu auch mit ordentlicher Kondition ausgestattet. Damit waren die Nerven bei Ankunft in Frankfurt schon arg strapaziert. Dann ging es direkt zum Air Namibia Schalter. Besser: Es sollte direkt zum Air Namibia Schalter gehen. Denn ein direkt vorm Schalter beginnendes Flatterband mit unfreundlich dreinblickenden Uniformierten dahinter hielt mich davon ab. Bombenalarm genau an diesem Schalter !! Geht ja gut los. Aber aufregen hilft nicht also geduldig warten bis das Bombenräumkommando die Tasche nach Röntgen- und diversen weiteren Untersuchungen als Mülltüte identifiziert hatte. Etwa 200 Passagieren gelang dies binnen 20 Sekunden per Augenschein aus 30 Metern Entfernung. Aber egal, ich flieg ja in den Urlaub !

Vom Flug mit Air Namibia erwartete ich nicht viel. Und beim Besteigen des Fliegers wurde ich auch nicht enttäuscht. Die Kabine doch schon ziemlich runtergekommen, mit der Einrichtung des Vorbesitzers noch eingebaut. Die Overhead Bins knarrten wenig vertrauenserweckend laut bei jeder noch so kleinen Bewegung des Flugzeugs. Da fragt man sich als Airliner schon, wenn die so eine Kleinigkeit nicht reparieren: Was reparieren die sonst noch so nicht. Vom Service versprach ich mir auch nicht viel, wurde dort aber positiv überrascht. Vor Erreichen des afrikanischen Kontinents waren schon drei komplette Getränkeservices vollbracht. Das darauf folgende warme Essen, war erstaunlich üppig und auch schmackhaft. Da habe ich bei namhafteren Carriern schon deutlich schlechter dinniert.
Der Sitzabstand war auch etwas üppiger als erwartet und ich Wuchtbrumme von 3 Zentnern und 1,91m Größe war nicht gezwungen die Beine 10 Stunden lang zu falten. Immerhin. Leider wurden die gewonnenen Zentimeter dadurch zunichte gemacht, daß neben mir ein nur wenig kleineres Hippo als ich platziert wurde und die Vorderfrau trotz Bittens es nicht zu tun, die Sitzlehne nach hinten schraubte. Ein Hoch auf die Rücksichtnahme !! Aber egal, ich flieg ja in den Urlaub !

Der Vollmond begleitete uns den ganzen Flug entlang des afrikanischen Kontinents und stand auch wunderschön über dem Flugzeug als ich es in Windhoek verliess. Die Abholung durch die Mietwagenfirma klappte reibungslos. Auch wenn ich mir SOFORT vornahm: So wie der Fahrer fährst DU nicht !! (By the way :Anschnallen ging auch nicht, Gurt zu kurz !!)

Bei der Mietwagenfirma African 4x4 Rentals Stand dann auch schon mein recht neuer Toyota Hilux mit der AHA Canopy bereit. Frisch geputzt und poliert. Die Einweisung in die ganze Technik des Autos und der Canopy wurden vom Chef persönlich durchgeführt. Beim Probeaufbau der Canopy passierte es dann: der Wagen ging unter Last von zwei Männern auf der Ladefläche soweit in die Knie, das die Leitern für den Abstieg aus der Halterung sprang und als ich sie bertrat, krachend zusammenbrach. Ich plumpste auf die Ladeflächenkante und dann auf die Erde. Hose hinüber, Knie auch ! Ironie am Rande: Wenige Sekunden vorher hatte Cheffe mir den First Aid Kit in die Hand gedrückt. Der kam jetzt auch prompt zum Einsatz !

Nachdem die Mietwagenübergabe dann erfolgfreich abgeschlossen wurde, auf zum nächsten Abenteuer, welches keines wurde: Auf zum Einkaufen im Supermarkt ! Dort musste ich dann feststellen: Alles wie zu Hause ! Das Personal spricht überwiegend deutsch und die Waren sind es auch. Nur an den Preisen merkt man, dass Maggi, Nutella und Butterkekse einen weiten Weg hinter sich haben.

Nun machte sich langsam Müdigkeit breit. Also ab zur Pension Uhland, einem kleinen aber sehr gemütlichen Hotel im Norden von Windhoek. Ich wurde gleich direkt am Auto sehr nett begrüßt und mein Zimmer war glücklicherweise schon bezugsfertig.

Am Nachmittag machte ich dann noch einen kleinen Spaziergang durch eine wirklich ausgestorbene Stadt am Wochenende.

Nun Schreibe ich ich noch diese Zeilen und dann geht’s ins Bett und morgen dann wieder mit Elan weiter im Abenteuer Afrika.

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