Guten Morgen liebe Welt,
nun ist nach langer Vorbereitung
endlich der Tag gekommen, an dem es für mich das Abenteuer Afrika
beginnen sollte. Nach einem kurzen Arbeitstag, der glücklicherweise
von größeren Katastrophen verschont blieb, gings direkt in den
Urlaub nach Namibia.
Leider etwas umständlicher als
geplant. Durch den Streik des Lufthansa Kabinenpersonals war ich
gezwungen, meinen Zubringer nach Frankfurt zu streichen und auf meine
ach so gehasste Deutsche Bahn umzusteigen. Die Buchung klappte
reibungslos, ich bekam sogar einen 1. Klasse Sparpreis als günstigste
Möglichkeit ausgeworfen. Die Fahrt begann pünktlich und auch ruhig:
Bis in Göttingen eine amerikanische Familie mit 2 Kindern zustieg.
Eins davon war leider ein Kreischkind und dazu auch mit ordentlicher
Kondition ausgestattet. Damit waren die Nerven bei Ankunft in
Frankfurt schon arg strapaziert. Dann ging es direkt zum Air Namibia
Schalter. Besser: Es sollte direkt zum Air Namibia Schalter gehen.
Denn ein direkt vorm Schalter beginnendes Flatterband mit
unfreundlich dreinblickenden Uniformierten dahinter hielt mich davon
ab. Bombenalarm genau an diesem Schalter !! Geht ja gut los. Aber
aufregen hilft nicht also geduldig warten bis das Bombenräumkommando
die Tasche nach Röntgen- und diversen weiteren Untersuchungen als
Mülltüte identifiziert hatte. Etwa 200 Passagieren gelang dies
binnen 20 Sekunden per Augenschein aus 30 Metern Entfernung. Aber
egal, ich flieg ja in den Urlaub !
Vom Flug mit Air Namibia erwartete ich
nicht viel. Und beim Besteigen des Fliegers wurde ich auch nicht
enttäuscht. Die Kabine doch schon ziemlich runtergekommen, mit der
Einrichtung des Vorbesitzers noch eingebaut. Die Overhead Bins
knarrten wenig vertrauenserweckend laut bei jeder noch so kleinen
Bewegung des Flugzeugs. Da fragt man sich als Airliner schon, wenn
die so eine Kleinigkeit nicht reparieren: Was reparieren die sonst
noch so nicht. Vom Service versprach ich mir auch nicht viel, wurde
dort aber positiv überrascht. Vor Erreichen des afrikanischen
Kontinents waren schon drei komplette Getränkeservices vollbracht.
Das darauf folgende warme Essen, war erstaunlich üppig und auch
schmackhaft. Da habe ich bei namhafteren Carriern schon deutlich
schlechter dinniert.
Der Sitzabstand war auch etwas üppiger
als erwartet und ich Wuchtbrumme von 3 Zentnern und 1,91m Größe war
nicht gezwungen die Beine 10 Stunden lang zu falten. Immerhin. Leider
wurden die gewonnenen Zentimeter dadurch zunichte gemacht, daß neben
mir ein nur wenig kleineres Hippo als ich platziert wurde und die
Vorderfrau trotz Bittens es nicht zu tun, die Sitzlehne nach hinten
schraubte. Ein Hoch auf die Rücksichtnahme !! Aber egal, ich flieg
ja in den Urlaub !
Der Vollmond begleitete uns den ganzen
Flug entlang des afrikanischen Kontinents und stand auch wunderschön
über dem Flugzeug als ich es in Windhoek verliess. Die Abholung
durch die Mietwagenfirma klappte reibungslos. Auch wenn ich mir
SOFORT vornahm: So wie der Fahrer fährst DU nicht !! (By the way
:Anschnallen ging auch nicht, Gurt zu kurz !!)
Bei der Mietwagenfirma African 4x4
Rentals Stand dann auch schon mein recht neuer Toyota Hilux mit der
AHA Canopy bereit. Frisch geputzt und poliert. Die Einweisung in die
ganze Technik des Autos und der Canopy wurden vom Chef persönlich
durchgeführt. Beim Probeaufbau der Canopy passierte es dann: der
Wagen ging unter Last von zwei Männern auf der Ladefläche soweit in
die Knie, das die Leitern für den Abstieg aus der Halterung sprang
und als ich sie bertrat, krachend zusammenbrach. Ich plumpste auf die
Ladeflächenkante und dann auf die Erde. Hose hinüber, Knie auch !
Ironie am Rande: Wenige Sekunden vorher hatte Cheffe mir den First
Aid Kit in die Hand gedrückt. Der kam jetzt auch prompt zum Einsatz
!
Nachdem die Mietwagenübergabe dann
erfolgfreich abgeschlossen wurde, auf zum nächsten Abenteuer,
welches keines wurde: Auf zum Einkaufen im Supermarkt ! Dort musste
ich dann feststellen: Alles wie zu Hause ! Das Personal spricht
überwiegend deutsch und die Waren sind es auch. Nur an den Preisen
merkt man, dass Maggi, Nutella und Butterkekse einen weiten Weg
hinter sich haben.
Nun machte sich langsam Müdigkeit
breit. Also ab zur Pension Uhland, einem kleinen aber sehr
gemütlichen Hotel im Norden von Windhoek. Ich wurde gleich direkt am
Auto sehr nett begrüßt und mein Zimmer war glücklicherweise schon
bezugsfertig.
Am Nachmittag machte ich dann noch
einen kleinen Spaziergang durch eine wirklich ausgestorbene Stadt am
Wochenende.
Nun Schreibe ich ich noch diese Zeilen
und dann geht’s ins Bett und morgen dann wieder mit Elan weiter im
Abenteuer Afrika.
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