Freitag, 21. September 2012

16.Sept. Brandberg – Etosha (Okaukuejo)

Nachdem ich es kaum fassen konnte, in der vergangenen Nacht Blitze über Namibia zu sehen, hatte sich das Wetter heute morgen beruhigt. Nach dem Frühstück nahm ich mir noch vor ein wenig über die White Lady Ranch zu fahren. Vielleicht bekäme ich ja doch noch einen Wüstenelefanten zu Gesicht. Das Gelände ist wirklich sehr schon und führt am Ende in Tal wo man am weiteren Verlauf zum Flußlauf kommt (der jetzt natürlich trocken ist). In diesem war aber eine gute Fahrspur vorhanden, also bin ich erst einmal reingefahren, setzte mir aber gleich ein Limit. Wenn kein Elefant bis 10.00 Uhr gesichtet, dann umdrehen, sonst wird’s für Etosha zu spät. Das Limit wurde dann kurze Zeit später erreicht. Ich suchte ein Stück mit etwas festeren Untergrund, damit ich wenden konnte. Dies wurde schnell gefunden und ab gings in die Wende. Es kam wie es kommen musste, das Stück entpuppte sich als absolut nicht fest, ich verlor den Schwung und hatte mich fest gefahren. Auch mit Differentialsperre war nichts mehr zu machen. Bevor ich das Auto eingrub, gab ich erst einmal auf. Nun war guter Rat teuer. Erst einmal den Puls runterbringen und Ruhe bewahren. Ich hatte ja wenigstens keine hysterische Frau dabei ;-))). Als die Gedanken dann klarer wurden, kamen dann auch die ersten Maßnahmen. Zuerst den Kardinalfehler beseitigen. Ich Vollhonk war doch tatsächlich mit vollen 2-2,5 bar in ein Tiefsandfeld gefahren !! In der Spur ging das gut, aber das die Wende schief gehen muss, war da wohl klar. Also, Luft raus aus den Reifen ! Dann erst einmal die Räder freibuddeln und danach versuchte ich mit diversen Materialien aus der Umgebung, Grip unter die Räder zu bekommen. Es folgten zwei vergebliche Versuche. Insbesondere die Vorderräder steckten tief im lockeren Sand. Was tun ? Dann kam die Idee, das im Canopy ja einige Bretter verbaut sind und die Klappleiter, die mir ja so wehgetan hat, gabs ja auch noch ! Gesagt, getan und alles hinter die Räder gepackt und diese wieder feigebuddelt. Als ich alles fertig hatte, fand ich auch die Tasche mit dem Klappspaten wieder, die ich sooooo gesucht hatte ! Toll !
Auf zum nächsten Versuch. Und dieser klappte auf Anhieb und ich war wieder in der Fahrspur in der richtigen Fahrtrichtung. Und alle benutzten Gegenstände blieben heil ! Alles wieder eingepackt und nichts wie raus aus diesem Sandfeld ! Als ich dieses erfolgreich hinter mich gebracht hatte, hiess es erst einmal anhalten. Der Minikompressor wurde rausgeholt und erst einmal die Reifen wieder aufgepumpt. Dann nix wie weg von der Farm, ich hatte durch diese Aktion fast zwei Stunden verloren. Danach wie ein Irrer über die Pad und später die befestigten Strassen gehetzt. Die Landschaft konnte ich da nicht geniessen.

Kurz vor Etosha verdunkelte sich der Himmel wieder, oh wenn das keine Gewitter gibt. Doch irgendwie war die Farbe des Himmels komisch. Irgendwann begriff ich es: Das waren keine Wolken und auch kein Dunst ! Das war Rauch ! Die Steppe brannte und das nicht zu knapp ! Ca.20 km vor Etosha kam dann die Feuergrenze. Ab da brannte es nur noch oder es war bereits allles verbrannt. Wie weit die Brände rechts und links der Strasse noch weitergingen, kann ich nicht sagen. Aber die Rauchsäulen verhiessen nichts Gutes. Es dürfte ein Großteil der Ranches südlich von Etosha betroffen sein. Im Etosha angekommen, hörten die Brände nicht auf. Mir schwante schon böses, denn letztes Jahr war schon die Gegend um das Camp Halali abgebrannt. Es sollte doch nicht ausgerechnet jetzt das Gleiche mit Okaukuejo passieren ?? Ca. 8 km vor Okaukuejo hörten die Brände auf und die Landschaft war friedlich und es waren auch sofort die ersten Tieren zu sehen. Nun bekam ich endlich meine ersten Giraffen und Kudus zu Gesicht. Nach der umständlichen Eincheckprozedur fuhr ich zu meinem Chalet. Erfreut stellte ich die Lage des Chalets fest. Ganz am Ende der Reihe und damit wiederum so nah am Wasserloch, das ich quasi um ein schlechter ausgestattes Premium Waterhole Chalet handelte. Nur kurz die Tasche reingeschmissen und ab zum Wasserloch. Dort bekam ich dann Giraffen, Elefanten und ein Warzenschwein bis Sonnenuntergang zu Gesicht. Und auch Bernhilde und Michael aus Braunschweig.

Ich ging danach zum Dinner, welches ganz ok, aber weiss Gott keine Offenbarung war. Danach besuchte ich noch die beiden Braunschweiger und wir tauschten unsere Erlebnisse aus. Als wir auseinandergingen, richtete sich unser Blick nach Süden und unsere Mienen wurden sorgenvoll. Sahen wir doch den glutroten Schein der Buschfeuer am Horizont des Nachthimmels. Für heute Nacht mache ich noch keine Sorgen. Aber wie wird die Lage morgen sein. Um das Camp hören wir schwere Baumaschinen arbeiten. Schlagen sie schon die Feuerschneisen ??? Ich bin gespannt auf morgen. Bisher kommen die Tiere wie normal und so lange das so ist, mache ich mir noch keine Sorgen.

























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