16.Sept. Brandberg – Etosha
(Okaukuejo)
Nachdem ich es kaum fassen konnte, in
der vergangenen Nacht Blitze über Namibia zu sehen, hatte sich das
Wetter heute morgen beruhigt. Nach dem Frühstück nahm ich mir noch
vor ein wenig über die White Lady Ranch zu fahren. Vielleicht bekäme
ich ja doch noch einen Wüstenelefanten zu Gesicht. Das Gelände ist
wirklich sehr schon und führt am Ende in Tal wo man am weiteren
Verlauf zum Flußlauf kommt (der jetzt natürlich trocken ist). In
diesem war aber eine gute Fahrspur vorhanden, also bin ich erst
einmal reingefahren, setzte mir aber gleich ein Limit. Wenn kein
Elefant bis 10.00 Uhr gesichtet, dann umdrehen, sonst wird’s für
Etosha zu spät. Das Limit wurde dann kurze Zeit später erreicht.
Ich suchte ein Stück mit etwas festeren Untergrund, damit ich wenden
konnte. Dies wurde schnell gefunden und ab gings in die Wende. Es
kam wie es kommen musste, das Stück entpuppte sich als absolut
nicht fest, ich verlor den Schwung und hatte mich fest gefahren. Auch
mit Differentialsperre war nichts mehr zu machen. Bevor ich das Auto
eingrub, gab ich erst einmal auf. Nun war guter Rat teuer. Erst
einmal den Puls runterbringen und Ruhe bewahren. Ich hatte ja
wenigstens keine hysterische Frau dabei ;-))). Als die Gedanken dann
klarer wurden, kamen dann auch die ersten Maßnahmen. Zuerst den
Kardinalfehler beseitigen. Ich Vollhonk war doch tatsächlich mit
vollen 2-2,5 bar in ein Tiefsandfeld gefahren !! In der Spur ging das
gut, aber das die Wende schief gehen muss, war da wohl klar. Also,
Luft raus aus den Reifen ! Dann erst einmal die Räder freibuddeln
und danach versuchte ich mit diversen Materialien aus der Umgebung,
Grip unter die Räder zu bekommen. Es folgten zwei vergebliche
Versuche. Insbesondere die Vorderräder steckten tief im lockeren
Sand. Was tun ? Dann kam die Idee, das im Canopy ja einige Bretter
verbaut sind und die Klappleiter, die mir ja so wehgetan hat, gabs ja
auch noch ! Gesagt, getan und alles hinter die Räder gepackt und
diese wieder feigebuddelt. Als ich alles fertig hatte, fand ich auch
die Tasche mit dem Klappspaten wieder, die ich sooooo gesucht hatte !
Toll !
Auf zum nächsten Versuch. Und dieser
klappte auf Anhieb und ich war wieder in der Fahrspur in der
richtigen Fahrtrichtung. Und alle benutzten Gegenstände blieben heil
! Alles wieder eingepackt und nichts wie raus aus diesem Sandfeld !
Als ich dieses erfolgreich hinter mich gebracht hatte, hiess es erst
einmal anhalten. Der Minikompressor wurde rausgeholt und erst einmal
die Reifen wieder aufgepumpt. Dann nix wie weg von der Farm, ich
hatte durch diese Aktion fast zwei Stunden verloren. Danach wie ein
Irrer über die Pad und später die befestigten Strassen gehetzt. Die
Landschaft konnte ich da nicht geniessen.
Kurz vor Etosha verdunkelte sich der
Himmel wieder, oh wenn das keine Gewitter gibt. Doch irgendwie war
die Farbe des Himmels komisch. Irgendwann begriff ich es: Das waren
keine Wolken und auch kein Dunst ! Das war Rauch ! Die Steppe brannte
und das nicht zu knapp ! Ca.20 km vor Etosha kam dann die
Feuergrenze. Ab da brannte es nur noch oder es war bereits allles
verbrannt. Wie weit die Brände rechts und links der Strasse noch
weitergingen, kann ich nicht sagen. Aber die Rauchsäulen verhiessen
nichts Gutes. Es dürfte ein Großteil der Ranches südlich von
Etosha betroffen sein. Im Etosha angekommen, hörten die Brände
nicht auf. Mir schwante schon böses, denn letztes Jahr war schon die
Gegend um das Camp Halali abgebrannt. Es sollte doch nicht
ausgerechnet jetzt das Gleiche mit Okaukuejo passieren ?? Ca. 8 km
vor Okaukuejo hörten die Brände auf und die Landschaft war
friedlich und es waren auch sofort die ersten Tieren zu sehen. Nun
bekam ich endlich meine ersten Giraffen und Kudus zu Gesicht. Nach
der umständlichen Eincheckprozedur fuhr ich zu meinem Chalet.
Erfreut stellte ich die Lage des Chalets fest. Ganz am Ende der Reihe
und damit wiederum so nah am Wasserloch, das ich quasi um ein
schlechter ausgestattes Premium Waterhole Chalet handelte. Nur kurz
die Tasche reingeschmissen und ab zum Wasserloch. Dort bekam ich dann
Giraffen, Elefanten und ein Warzenschwein bis Sonnenuntergang zu
Gesicht. Und auch Bernhilde und Michael aus Braunschweig.
Ich ging danach zum Dinner, welches
ganz ok, aber weiss Gott keine Offenbarung war. Danach besuchte ich
noch die beiden Braunschweiger und wir tauschten unsere Erlebnisse
aus. Als wir auseinandergingen, richtete sich unser Blick nach Süden
und unsere Mienen wurden sorgenvoll. Sahen wir doch den glutroten
Schein der Buschfeuer am Horizont des Nachthimmels. Für heute Nacht
mache ich noch keine Sorgen. Aber wie wird die Lage morgen sein. Um
das Camp hören wir schwere Baumaschinen arbeiten. Schlagen sie schon
die Feuerschneisen ??? Ich bin gespannt auf morgen. Bisher kommen die
Tiere wie normal und so lange das so ist, mache ich mir noch keine
Sorgen.
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