15.Sept. Swakopmund – Brandberg
(Brandberg White Lady Lodge Campsite)
Beim Aufstehen grüßte mich der
übliche Swakopmunder Seenebel zum Abschied. Heute verlasse ich die
bekannte Zivilisation wieder und raus geht es in die Weite Einsamkeit
Namibias. Ich verabschiedete mich bei den wirklich sehr netten und
hilfsbereiten Gastgebern des Fishreiher Guesthouse und machte mich
auf den Weg. Zuerst noch zum Supermarkt Vorräte auffüllen, in die
Apotheke Verbandsmaterial auffüllen (dem Knie geht’s schon viel
besser seitdem ich endlich anständiges Verbandszeug habe) und zur
Tankstelle Tank auffüllen.
Zuerst ging es direkt an der Küste gen
Norden. Ziel war die große Robbenkolonie bei Cape Cross. Auf dem Weg
dorthin fiel mir am Strand ein Wrack eines Fischtrawlers auf, welches
wirklich direkt vorm Strand lag und von der Dünung ziemlich
mitgenommen wurde. Als ich diese Szenerie fotografierte, kam ein
Einheimischer auf mich zu, welcher mir Mineralsteine aus Namibia
verkaufen wollte (diese Verkäufer findet man ab Swakop aufwärts
gefühlt alle 5 Meter). Diese Gruppe war aber irgendwie anders, denn
sie war an einem Punkt wirklich im Nirgendwo und musste sich vor der
Kälte (und vielleicht auch noch vor anderen Dingen) in den Dünen
verstecken. Der Mann kam auf mich zu und merkte recht schnell, das
ich an seinen Steinen aber wirklich überhaupt kein Interesse hatte
und fragte mich dann „Let´s leave the Stones. Can you give me some
water or food ?“ Da wird sogar mein Herz weich. Da ich mir aber
nicht sicher war, ob mir die Gruppe geheuer war, lieferte ich nur
Halbpension: Einen 5 Liter Kanister Wasser. (Trinken ist wichtiger
als Essen, wie wir alle wissen): Mit dem Gefühl besser gar nicht
wissen zu wollen, welche Geschichte hinter diesen drei Jungs steckte,
fuhr ich weiter.
Einige Kilometer weiter lag ein
weiteres Wrack an der Küste. Diesmal viel größer, sah nach einem
Fabrikschiff aus, welches wohl auf See ausgebrannt war. Aber
irgendetwas muss an diesem Wrack wohl gefährlich sein, denn die
namibischen Behörden haben den Strand an dieser Stelle weiträumig
abgesperrt.
Weiter gings zur Robbenkolonie. Am
Parkplatz angekommen, empfingen einem schon beim Aussteigen Wolken
der Ausdünstungen der Robbenhinterlassenschaften. Nach allen
Beschreibungen, die ich vorab gelesen hatte, hatte ich es mir
schlimmer vorgestellt. Die Namibier haben hier einen Steg gebaut, auf
dem man hautnah an die Robben herankommt und dem Treiben in der
Kolonie aus nächster Nähe zuschauen kann.
Nun machte ich mich auf Richtung
Brandberg. Die Strecke dorthin ist sowas von unspektakulär, dass ich
echt Schwierigkeiten hatte, mich wach zu halten. Das Wetter war auch
sehr merkwürdig. Der Dunst hörte im Landesinneren diesmal nicht
auf. Und als ich diese Zeilen schreibe, merke ich auch warum: Es
fängt hier gerade mitten in der Trockenzeit an zu REGNEN !! So ist
dies auch die erste Nacht, die ich nicht unter dem Sternenhimmel
Namibias verbringe, denn dieser ist heute überhaupt nicht zu sehen.
Frechheit ! Wolken hatte ich nicht gebucht !
So werde ich mich morgen wohl früh auf
den Weg machen. Das Navi schmeisst mir 4 Stunden Fahrzeit bis zum
nächsten Camp im Etosha Nationalpark aus. Da werden dann eh
mindestens 5 draus. Und ich will ja morgen dann endlich mal ein paar
Tierchen sehen. Heute gabs den schwächsten Wildsichtungstag des
ganzen Urlaubs. Nur ein einziger Springbock ! Von den hier heimischen
Wüstenelefanten war auch nichts zu sehen. Langsam werde ich
unruhig.......
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen