Freitag, 21. September 2012

15.Sept. Swakopmund – Brandberg (Brandberg White Lady Lodge Campsite)

Beim Aufstehen grüßte mich der übliche Swakopmunder Seenebel zum Abschied. Heute verlasse ich die bekannte Zivilisation wieder und raus geht es in die Weite Einsamkeit Namibias. Ich verabschiedete mich bei den wirklich sehr netten und hilfsbereiten Gastgebern des Fishreiher Guesthouse und machte mich auf den Weg. Zuerst noch zum Supermarkt Vorräte auffüllen, in die Apotheke Verbandsmaterial auffüllen (dem Knie geht’s schon viel besser seitdem ich endlich anständiges Verbandszeug habe) und zur Tankstelle Tank auffüllen.

Zuerst ging es direkt an der Küste gen Norden. Ziel war die große Robbenkolonie bei Cape Cross. Auf dem Weg dorthin fiel mir am Strand ein Wrack eines Fischtrawlers auf, welches wirklich direkt vorm Strand lag und von der Dünung ziemlich mitgenommen wurde. Als ich diese Szenerie fotografierte, kam ein Einheimischer auf mich zu, welcher mir Mineralsteine aus Namibia verkaufen wollte (diese Verkäufer findet man ab Swakop aufwärts gefühlt alle 5 Meter). Diese Gruppe war aber irgendwie anders, denn sie war an einem Punkt wirklich im Nirgendwo und musste sich vor der Kälte (und vielleicht auch noch vor anderen Dingen) in den Dünen verstecken. Der Mann kam auf mich zu und merkte recht schnell, das ich an seinen Steinen aber wirklich überhaupt kein Interesse hatte und fragte mich dann „Let´s leave the Stones. Can you give me some water or food ?“ Da wird sogar mein Herz weich. Da ich mir aber nicht sicher war, ob mir die Gruppe geheuer war, lieferte ich nur Halbpension: Einen 5 Liter Kanister Wasser. (Trinken ist wichtiger als Essen, wie wir alle wissen): Mit dem Gefühl besser gar nicht wissen zu wollen, welche Geschichte hinter diesen drei Jungs steckte, fuhr ich weiter.

Einige Kilometer weiter lag ein weiteres Wrack an der Küste. Diesmal viel größer, sah nach einem Fabrikschiff aus, welches wohl auf See ausgebrannt war. Aber irgendetwas muss an diesem Wrack wohl gefährlich sein, denn die namibischen Behörden haben den Strand an dieser Stelle weiträumig abgesperrt.

Weiter gings zur Robbenkolonie. Am Parkplatz angekommen, empfingen einem schon beim Aussteigen Wolken der Ausdünstungen der Robbenhinterlassenschaften. Nach allen Beschreibungen, die ich vorab gelesen hatte, hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Die Namibier haben hier einen Steg gebaut, auf dem man hautnah an die Robben herankommt und dem Treiben in der Kolonie aus nächster Nähe zuschauen kann.

Nun machte ich mich auf Richtung Brandberg. Die Strecke dorthin ist sowas von unspektakulär, dass ich echt Schwierigkeiten hatte, mich wach zu halten. Das Wetter war auch sehr merkwürdig. Der Dunst hörte im Landesinneren diesmal nicht auf. Und als ich diese Zeilen schreibe, merke ich auch warum: Es fängt hier gerade mitten in der Trockenzeit an zu REGNEN !! So ist dies auch die erste Nacht, die ich nicht unter dem Sternenhimmel Namibias verbringe, denn dieser ist heute überhaupt nicht zu sehen. Frechheit ! Wolken hatte ich nicht gebucht !

So werde ich mich morgen wohl früh auf den Weg machen. Das Navi schmeisst mir 4 Stunden Fahrzeit bis zum nächsten Camp im Etosha Nationalpark aus. Da werden dann eh mindestens 5 draus. Und ich will ja morgen dann endlich mal ein paar Tierchen sehen. Heute gabs den schwächsten Wildsichtungstag des ganzen Urlaubs. Nur ein einziger Springbock ! Von den hier heimischen Wüstenelefanten war auch nichts zu sehen. Langsam werde ich unruhig.......



















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen