Hallo Welt, da bin ich wieder !
Nach einer gut durchgeschlafenen Nacht (kein Wunder bei dem Tag vorher !!) Ging es auf in Tag 2 in Namibia. Zuerst ein üppiges und sehr gutes Frühstück in der Pension Uhland und danach geht’s auf Windhoek erkunden. Ich sollte mich noch wundern, wie schnell das erledigt sein sollte.
Zuerst gings zum Bahnhof von Windhoek. Es handelt sich dabei um ein kleines, uriges Gebäude aus der Kolonialzeit. Wie man halt um die Jahrhundertwende in Deutschland Bahnhöfe gebaut hat (und dort leider abreisst anstatt sie zu sanieren). Der Bahnhof ist gut erhalten und beherbergt ein kleines Eisenbahnermuseum (wie fast alles in Windhoek am Sonntag leider geschlossen). Einige Exponate stehen jedoch im Freien und können dort wunderschön fotografiert werden. Da wundert sich der normale Tourist schon, was da teilweise für seltsam aussehende Gefährte auf den Schmalspurgleisen Namibias unterwerwegs gewesen sind. Gerne natürlich mit deutschen Typenschildern.
Nächster Stop war das Kudu Denkmal. Hierbei handelt es sich um eine Statue, die ganz simpel eine Kudu Antilope (oder ist das schon ein Rind ?? Egal, ihr werdet es mir schon sagen !) darstellt. Warum ist sie so interessant ? Weil sie für die Bewohner einen Bezugs- und Treffpunkt ist. Also genau das, was für alle Hannoveraner „unterm Schwanz“ bedeutet. (Für alle nicht Hannoveraner: dabei handelt es sich um ein Reiterdenkmal vorm Bahnhof Hannover. Und unterm Schwanz des selben trifft man sich). Ich wohne also 1. Strasse links und 5. Strasse rechts vom Kudu. Ihr werdet das schon finden........
Nächster Programmpunkt war die Post Street Mall. Hierbei handelt es sich um die Fußgängerzone Windhoeks. Ab hier geht dann auch die Belagerung der Touris mit fliegenden Händlern und Bettlern los. Die sind aber zugegebenermaßen nicht so aufdringlich wie an manch anderen Orten. Und der eine, der aufdringlich wurde, bekam meinen ganzen nordeutschen Charme ab ;-))) (Ich weiss, die Jungs sind ehrlich gesagt echt arme Schweine und ich bin heilfroh, dass es mir nicht so ergeht, aber ich kann die „ich habe kein Geld für meinen Bus nach Hause“-Nummer langsam wirklich nicht mehr hören. Auf dem ganzen Planeten die gleiche Leier. Können die nicht auch mal kreativ sein, dann würde vielleicht mein zugegebenermaßen recht hartes Herz auch mal weich. Aber nur vielleicht …. Tschuldigung war etwas Off-Topic, aber musste mal raus).
Am Ende der Post Street Mall befindet sich das Wernhill Park Centre. Eine Mall, die Größenvergleiche mit europäischen oder amerikanischen Riesenmalls nicht scheuen braucht. Da fragt man sich schon, wie so etwas in einer Stadt mit 250 000 Einwohnern und einem derart niedrigen Durchschnittseinkommen (auch wenn es für afrikanische Verhältnisse üppig sein mag) funktionieren kann, denn das Ding war voll. Irgendwo muss das Geld dann ja wohl doch da sein, was da ausgegeben wird.
Nächster Stop war der Zoo Park. Dies ist ein öffentlicher Park, der bis in die 60er Jahre mal ein Zoo gewesen ist, daher der Name. Hier habe ich mal eine Pause eingelegt und mir das Treiben der einheimischen Bevölkerung, die hier am frühen Nachmittag in größerer Zahl ihre Pause verbringt, anzuschauen. Wer bisher Angst hatte, seine teure Kamera zu zeigen, kann diese hier ganz locker ablegen. Denn ein großes Hobby der Namibier im Zoo Park scheint es zu sein sich dort gegenseitig zu fotografieren.
Für Neu-Namibiatouristen (wie ich ja auch noch einer bin), die mir noch folgen werden hier eine Relativierung von Reiseführerangaben: Wenn in Eurem Reiseführer etwas von „Denkmal“ steht, vergesst es und ersetzt das Wort „Denkmal“ durch „Statue“. Mehr sind die alle nicht. Mit viel gutemWillen trägt das Reiterdenkmal seinen Namen zurecht. Soll keine Herabwürdigung sein, sondern nur ein Tip für Neuankömmlinge nicht nach zu großen Sachen zu suchen. Das „Elefanten-Denkmal“ im Zoo Park war so klein, das ich es im ersten Anlauf stumpf übersehen habe (es war kleiner, als der Baum der davor stand).
Danach ging es zum wohl meistfotografierten Motiv Windhoeks: der Christuskirche. Da ich die Fotos ja erst später nachliefere: stellt euch ein Lebkuchenhaus mit Türmchen vor, dann habt ihr eine gute Vorstellung von dieser Kirche. Was allerdings die Stadtplaner von Windhoek geritten hat, die Nordkoreaner genau daneben diesen hässlichen Klotz namens Independence Museum zu bauen, wird wohl (besser) ihr Geheimnis bleiben.
Nun gings die Robert Mugabe Avenue wieder zurück. Es handelt sich hierbei wohlgemerkt und zweite Hauptstrasse Windhoeks. Auf dem Weg zum Hotel begegneten mir 5 Autos und 1 Mensch ! Nur falls jemand denkt Windhoek wurde auch am Sonntag nachmittag pulsieren. Hier nicht.
Es zeigte sich auch auf dieser Strasse, wie sehr die Assoziationen, des durch europäische Metropolen „versauten“ Normaltouristen bei bestimmten Begriffen verrückt spielen und sämtliche Relationen verlieren. Beispiel „National Theatre“: der europäische Normaltourist denkt da an ein Gebäude in der Architektur des 18. oder 19. Jahrhunderts, groß und prächtig. Und dann steht man vor einem Gebäude das einen eher an EDEKA in Godshorn erinnert als an die Mailänder Scala. Liebe Namibier, das soll keine Herabstufung sein, ich finds toll dass ihr Euch ein Nationaltheater leistet. Es soll nur ein Hinweis an die europäischen Mitbewohner sein, Ihre Vorstellungen und Ansprüche bei bestimmten Begrifflichkeiten auf afrikanisches Niveau runterzuschrauben. Es ist ja dadurch nicht schlechter, halt nur kleiner. Dafür ist hier halt die Natur größer. Mag man sichmal in Ruhe vor Augen halten welche Größe wichtiger ist: die der Natur oder die der Gebäude.
Am Abend wurde dann noch die letzte Institution abgehakt: Joe´s Beerhouse. Man sagt, man hätte Windhoek nicht besucht, wenn man Joe´s nicht besucht hätte. (Blödsinn, auch nur eine Touri-Massenvergnügungsanstalt, wenn auch eine sehr urige und originelle). Dann nimmt man aber die Gelegenheit wahr und nimmt wenigstens ein gutes Stück Wild zu sich, wenn man denn noch keins gesehen hat. Bei mir war es dann ein Spiess von Springbockfilets. Sehr lecker und gut zubereitet.
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