Montag, 10. September 2012

  1. September 2012 Von Lüderitz zu den Tirasbergen ( Ranch Koiimasis)

Nach einer Nacht in der ich das erste Mal in durchgängigen Tiefschlaf gefallen bin, so tief, das ich selbst das Hundeheulkonzert der Nacht, welches den Hausherrn aus den Bett getrieben hat, nicht mitbekam. Nach einem guten Frühstück verabschiedete ich mich von den Helbigs, bei denen ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Schade, das sie Ihr Hotel bald aufgeben werden.

Der erste Programmpunkt war heute der Besuch der Geisterstadt Kolmannskoop. Es handelt sich hierbei um eine alte, verlassene Diamantengräberstadt. Sie war vor dem zweiten Weltkrieg eine der reichsten Städte Namibias. Es fand hier die Namibische Version des American Goldrush statt. Nur halt mit Diamanten. Doch der Reichtum währte nur kurz, denn noch vor 1930 fand man in Oranjemund viel größere Diamanten und alle Einwohner.suchten ihr neues Glück weiter südwärts. Bis auf 5 Familien, die in Kolmannskoop blieben. Doch auch sie verliessen 1956 den Ort und die Wanderdünen holten sich wieder, was der Mensch ihnen abgerungen hatte. Vor etwa 10 Jahren machte Namibia dann eine Museumsstätte aus dem Ort, den man bis heute nur mit einem Permit der Namdeb (das sind die namibischen Diamantenschürfer) betreten darf. Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher technischen Finesse sich die Menschen damals einen lebenswerten Ort der Heimat schufen in einer absolut lebensfeindlichen Umwelt. Es gab eine Gemeinschaftshalle, eine Schlachterei, eine Eisfabrik (!!!!! Mitten in der Wüste) eine Telegrafenstation, eine Bücherei und, und....... Heute ist das meiste halb verfallen und die Dünen wandern wieder durch die Gebäude durch. Einige wenige Gebäude konnten die Namibier erhalten. Aber auch die die verfallen (oder auch gerade die) haben ihren Reiz.
Ich machte die Führung um 09.30 Uhr mit. Natürlich verfolgte mich der gleiche Hummeldumm Bus, der mir schon am Vortag an der Felsenkirche in Lüderitz begegnet war. So waren wir eine sehr große Gruppe. Diese wurde dann in eine für Deutschsprachige und eine Gruppe für englisch und Afrikaans aufgeteilt. War ich froh, dass ich Fremdsprachen kann ;-))) Intensivbetreuung in einer kleinen, netten Gruppe. Einfach schön !!

Nach einer informativen Führung durften wir alle auf eigene Faust das Gelände erkunden und die Chipkarte in der Kamera rauchte !! So ging es viel später als geplant auf den Weg in die Tirasberge. Die B4 nach Aus war wieder ein Hort der Einsamkeit. Kurz vor Aus stattete ich den Wildpferden einen Besuch ab, die sich diesmal an der Quelle in Garas befanden. Eines davon sah den Rückspiegel meines Autos als einen Kratzbaum an. Ich war kurz in der Mittagshitze eingedöst und merkte auf einmal nur, wie das ganze Auto wackelte und die Beifahrerseite auf einmal so dunkel wurde.

Dann ging es weiter über die hoppelige C13 zur berühmten D707 in den Tirasbergen. Hierbei soll es sich um die schönste Strasse Namibias handeln. Auf den ersten 30 km wurde mir noch nicht so richtig klar warum. Es war ganz nett. Aber gemessen an den Jubelstürmen, die ich vorher im Internet gelesen habe........ Doch in etwa ab Höhe der Namtib Farm etwa 15 km vor meinem Ziel gab die Landschaft aber so richtig Gas. Dazu auch noch gespickt mit eingen Wildtieren: Strausse, Oryxe und Springböcke. Ein Springbock hoppelte genau vor meinem Auto herum. Den hätte ich verfolgen können, bis er einen Herzinfarkt bekommen hätte. Der wollte partout nicht an die Seite ins Gras hoppeln. Irgendwann hatte ich ein Einsehen mit dem Kerl und fuhr etwas schneller, so musste er an die Seite springen. Dann erreichte ich die Einfahrt zur Farm Koiimasis. Mein Tagesziel. Als ich die Einfahrt passierte, glaubte ich nicht, was mein Navi mir anzeigte: Noch 21 Kilometer bis zum Ziel ! Na das nenne ich mal eine Hofeinfahrt. Die Ranch ist wirklich brutal schön. Ich kann Familie Izko nur zu gut verstehen, dass sie sich diesen schönen Fleck Erde ausgesucht hat, um sich hier niederzulassen. Auch was sie hier gebaut haben, verdient höchsten Respekt. Die ganze Farm fügt sich in die Landschaft ein und ist mit viel Liebe zum Detail gebaut worden. Und ich Doof habe hier nur eine Nacht gebucht !!!! (Jetzt kommen bestimmt viel Namibia Fomis und belehren mich, dass sie mir das gleich hätten sagen können). Aber nun denn ich habe die Landschaft genossen. Und auch sonst geht es mir gut. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich unter dem immer wieder beeindruckenden Sternenhimmel Namibias, neben mir ein Teller auf dem sich bis eben noch zwei Steaks und ein Paar Grillkartoffeln tummelten und daneben ein kühles Windhuk Lager. Das Feuer brennt, die Grillen zirpen, mir geht es gut. Meinem Camp Nachbar wohl nicht. Zu spät angekommen und nun kämpft er seit etwa 1 Stunde, sein Anhänger Zelt aufzubauen. Na wenn der das den ganzen Urlaub machen darf, viel Spass.



































































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