- September 2012 Von Lüderitz zu den Tirasbergen ( Ranch Koiimasis)
Nach einer Nacht in der ich
das erste Mal in durchgängigen Tiefschlaf gefallen bin, so tief, das
ich selbst das Hundeheulkonzert der Nacht, welches den Hausherrn aus
den Bett getrieben hat, nicht mitbekam. Nach einem guten Frühstück
verabschiedete ich mich von den Helbigs, bei denen ich mich sehr gut
aufgehoben gefühlt habe. Schade, das sie Ihr Hotel bald aufgeben
werden.
Der erste Programmpunkt war
heute der Besuch der Geisterstadt Kolmannskoop. Es handelt sich
hierbei um eine alte, verlassene Diamantengräberstadt. Sie war vor
dem zweiten Weltkrieg eine der reichsten Städte Namibias. Es fand
hier die Namibische Version des American Goldrush statt. Nur halt mit
Diamanten. Doch der Reichtum währte nur kurz, denn noch vor 1930
fand man in Oranjemund viel größere Diamanten und alle
Einwohner.suchten ihr neues Glück weiter südwärts. Bis auf 5
Familien, die in Kolmannskoop blieben. Doch auch sie verliessen 1956
den Ort und die Wanderdünen holten sich wieder, was der Mensch ihnen
abgerungen hatte. Vor etwa 10 Jahren machte Namibia dann eine
Museumsstätte aus dem Ort, den man bis heute nur mit einem Permit
der Namdeb (das sind die namibischen Diamantenschürfer) betreten
darf. Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher technischen Finesse
sich die Menschen damals einen lebenswerten Ort der Heimat schufen in
einer absolut lebensfeindlichen Umwelt. Es gab eine
Gemeinschaftshalle, eine Schlachterei, eine Eisfabrik (!!!!! Mitten
in der Wüste) eine Telegrafenstation, eine Bücherei und, und.......
Heute ist das meiste halb verfallen und die Dünen wandern wieder
durch die Gebäude durch. Einige wenige Gebäude konnten die Namibier
erhalten. Aber auch die die verfallen (oder auch gerade die) haben
ihren Reiz.
Ich machte die Führung um
09.30 Uhr mit. Natürlich verfolgte mich der gleiche Hummeldumm Bus,
der mir schon am Vortag an der Felsenkirche in Lüderitz begegnet
war. So waren wir eine sehr große Gruppe. Diese wurde dann in eine
für Deutschsprachige und eine Gruppe für englisch und Afrikaans
aufgeteilt. War ich froh, dass ich Fremdsprachen kann ;-)))
Intensivbetreuung in einer kleinen, netten Gruppe. Einfach schön !!
Nach einer informativen
Führung durften wir alle auf eigene Faust das Gelände erkunden und
die Chipkarte in der Kamera rauchte !! So ging es viel später als
geplant auf den Weg in die Tirasberge. Die B4 nach Aus war wieder ein
Hort der Einsamkeit. Kurz vor Aus stattete ich den Wildpferden einen
Besuch ab, die sich diesmal an der Quelle in Garas befanden. Eines
davon sah den Rückspiegel meines Autos als einen Kratzbaum an. Ich
war kurz in der Mittagshitze eingedöst und merkte auf einmal nur,
wie das ganze Auto wackelte und die Beifahrerseite auf einmal so
dunkel wurde.
Dann ging es weiter über
die hoppelige C13 zur berühmten D707 in den Tirasbergen. Hierbei
soll es sich um die schönste Strasse Namibias handeln. Auf den
ersten 30 km wurde mir noch nicht so richtig klar warum. Es war ganz
nett. Aber gemessen an den Jubelstürmen, die ich vorher im Internet
gelesen habe........ Doch in etwa ab Höhe der Namtib Farm etwa 15 km
vor meinem Ziel gab die Landschaft aber so richtig Gas. Dazu auch
noch gespickt mit eingen Wildtieren: Strausse, Oryxe und Springböcke.
Ein Springbock hoppelte genau vor meinem Auto herum. Den hätte ich
verfolgen können, bis er einen Herzinfarkt bekommen hätte. Der
wollte partout nicht an die Seite ins Gras hoppeln. Irgendwann hatte
ich ein Einsehen mit dem Kerl und fuhr etwas schneller, so musste er
an die Seite springen. Dann erreichte ich die Einfahrt zur Farm
Koiimasis. Mein Tagesziel. Als ich die Einfahrt passierte, glaubte
ich nicht, was mein Navi mir anzeigte: Noch 21 Kilometer bis zum Ziel
! Na das nenne ich mal eine Hofeinfahrt. Die Ranch ist wirklich
brutal schön. Ich kann Familie Izko nur zu gut verstehen, dass sie
sich diesen schönen Fleck Erde ausgesucht hat, um sich hier
niederzulassen. Auch was sie hier gebaut haben, verdient höchsten
Respekt. Die ganze Farm fügt sich in die Landschaft ein und ist mit
viel Liebe zum Detail gebaut worden. Und ich Doof habe hier nur eine
Nacht gebucht !!!! (Jetzt kommen bestimmt viel Namibia Fomis und
belehren mich, dass sie mir das gleich hätten sagen können). Aber
nun denn ich habe die Landschaft genossen. Und auch sonst geht es mir
gut. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich unter dem immer
wieder beeindruckenden Sternenhimmel Namibias, neben mir ein Teller
auf dem sich bis eben noch zwei Steaks und ein Paar Grillkartoffeln
tummelten und daneben ein kühles Windhuk Lager. Das Feuer brennt,
die Grillen zirpen, mir geht es gut. Meinem Camp Nachbar wohl nicht.
Zu spät angekommen und nun kämpft er seit etwa 1 Stunde, sein
Anhänger Zelt aufzubauen. Na wenn der das den ganzen Urlaub machen
darf, viel Spass.
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