06. September Fish River Canyon nach Lüderitz (Gästehaus zur Waterkant)
Nach einer Nacht, in der mir endlich Schlaf vergönnt sein sollte (Ohropax sei Dank !), obwohl sie wirklich klirrend kalt war, brach ein neuer schöner Tag an. Die Sonne schien wieder vom strahlend blauen Himmel. Keine Wolke trübte den Himmel, wie schon die ganzen Tage in Namibia. Der kalte Wind hatte über Nacht auch endlich aufgehört und war einer angenehmen leichten Brise gewichen. Ich stand früh zu Sonnenaufgang auf, um noch das schöne Morgenlicht am Canyon geniessen zu können. Noch schnell die Campsite und das Dinner vom Vorabend bezahlt und noch ein paar Aufnahemen vom urigen Roadhouse gemacht und ab ging es zum Canyon. Mit der „erfreulichen“ Aussicht dort auf eine ganze Truppe Hummeldumms zu treffen, die nur wenige Minuten vor mir losgefahren waren (By the way: Hatte ich schon erwähnt, das ich extra das Hörbuch für die langen Strecken im Süden mitgenommen hatte, aber der CD Player im Auto die CD nicht abspielen wollte. Jetzt muss ich es zu Hause hören. Was für ein Stilbruch !!)
An der Einfahrt zum Canyon war dann niemand zu sehen, der mein Permit sehen wollte, also dreist weitergefahren. Der Canyon erstrahlte nun in schönstem Morgenlicht.
An dieser Stelle zeigte sich aber auch, wie unlogisch und oberflächlich Touristen sein können. Der Fish River Canyon liegt in Namibia nun wirklich ab vom Schuss und man muss mehrere Hu dert Kilometer fahren um dort hin zu gelangen. Dort angekommen gibt es den Hauptaussichtspunkt Hobas Point, der laut Reiseführer den schönsten Ausblick auf den Canyon haben soll, mit noch zwei Nebenaussichtpunkten, etwa 500 Meter rechts und links davon.
Wenn man aber etwa 1 km zurück fährt und dann rechts abbiegt und dem Weg folgt, kommt man zu den Aussichtspunkten Rockies Point, The Edge und Sulphur Springs. Insbesondere am Letzteren kann man erst die ganze Größe und Schönheit des Areals sehen und erfassen. Doch was soll ich sagen: ich habe mich dort ganze 2 Stunden aufgehalten und die Schönheit der Landschaft auf mich wirken lassen (und dabei in aller Gemütlichkeit auch das noch fehlende Frühstück nachgeholt). Meine Ruhe hat in der ganzen Zeit kein weiterer Gast gestört !! Es war so still, das man nur das Brummen der Autos hörte, die nach Hobas Point und wieder zurück fuhren. Ach nein, ich selber habe ja auch einmal die Ruhe gestört und das aber richtig !!! Kann mir einer von den einheimischen Namibiern bitte mal erklären, warum man bei Euch im Toyota Hilux im Schlüssel eine Fernbedienung für die HUUUUPE (!!!!!) einbaut ?? Was für einen Sinn hat das ?? Ist das die namibische Version vom Klingelstreich ?? Einmal das Auto beim alten Lehrer vorm Haus parken und dann den roten Knopf am Schlüssel drücken, bis die Polizei kommt ?? Ich bitte um Aufklärung !! Auf jeden Fall, kam es, wie es kommen musste, mitten in der stillsten Stille komme ich irgendwie auf diesen roten Knopf statt das Auto zu öffnen, und hupe damit volles Rohr in den Canyon hinein !! Ich entschuldige mich hiermit bei allen Erdmännchen, die noch in 30 Meilen Entfernung vor Schreck von ihren Aussichtshügeln gefallen sein dürften. (und die Hummeldumms am Hobas Point erst …...).
Da das Licht langsam nicht mehr so schön war und mein Navi schon eine recht späte Ankunftzeit in Lüderitz auswarf, entschloss ich mich, nun besser aufzubrechen.Somit ging es nun auf eine lange, eintönige Fahrstrecke von 360 km Länge: 60 km geradeaus, eine 90° Kurve und nochmal 300 km geradeaus. Alles mit wenig Begleitung auf der Strecke, sondern mit viel Einsamkeit und Einöde. Einzige Abwechslung waren die Wildpferde die kurz hinter Aus nur wenige Meter neben der B4 grasten. Ansonsten wird die Weite der Landschaft hier so groß, das sie zumindest mir langsam Respekt einflößt. Insbesondere als die Steppe sich in Wüste wandelte. Um kurz nach 16.oo Uhr kam ich dann im Gästehaus „Zur Waterkant“ an. Ein kleines, schickes Gästehaus mit sehr netten und hilfreichen Besitzern und einem bombastischen Ausblick auf den Hafen.
Kurz frisch gemacht und schon gings ab zum Ritzi´s Seafood Restaurant. Schöner Ausblick auf den Hafen und lecker Fisch ! Für mich gabs dann die Seafood Platte. Bombastisch und lecker ! Dazu eine Premiere: Austern ! Es wird wohl bei der Premiere bleiben. Vom Hocker gehauen hats mich nicht.
Ab Sonnenuntergang stirbt Lüderitz aus. Daher bin auch ich schnell zurück ins Gästehaus. Schliesslich ist morgen früh schon um 06.00 Uhr aufstehen, denn um 08.00 Uhr geht’s aufs Schiff zum Pinguine gucken. Und nun freue ich mich auf eine Nacht im warmen Hotel …......
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