07. September Lüderitz
Hallo,
heute musste ich mal keine Strecke
machen. Ich blieb in Lüderitz. Das Wetter war wieder wunderbar. Die
Sonne schien wie gewohnt vom strahlend blauen Himmel. Und der Wind
hielt sich für Lüderitzer Verhältnisse vornehm zurück. Nach einem
guten Frühstück ging es mit zwei weiteren Gästen zu Fuss zum Jetty
am Hafen um das Segelschiff MV Sedina zu besteigen. Auf dem Programm
stand eine Fahrt zu den Pinguinen auf Halifax Island. Beim Betreten
des Bootes stellten wir erfreut fest, das wir die einzigen Gäste
waren. Ich hatte vorm Start der Tour leichte Sorgen, das mein 4-fach
Zwiebellook nicht ausreichen sollte, um mich warmzuhalten. Doch diese
Sorge war glücklicherweise unbegründet. Schon kurz nach Verlassen
des Hafens gesellten sich Delphine zu uns. Es war wirklich
erstaunlich, wie verspielt sie sind. Sie entdeckten unser Boot von
weitem, kamen auf uns zu und schwammen dann direkt vorm Bug unseres
gemütlich dahintuckernden Schiffes. In der Luft gesellten sich
Basstölpel, Kormorane und Möwen zu uns.
Als uns die Delphine verliessen,
passierten wir Diaz Point, wo der Seefahrer Bartholomeu Diaz bereits
1488 ein Steinkreuz errichten liess, um seine Entdeckung zu bezeugen.
Auf einer kleinen Insel vor Diaz Point begrüßte uns eine kleine
Robbenkolonie. Nächster Stop war bereits Halifax Island mit seinen
Pinguinen. Die Insel steht unter Naturschutz, daher darf man sie
nicht betreten. Doch die Boote fahren nah genug heran, dass man die
Pinguine gut sehen und auch fotografieren kann. Plus einige weitere
Seevögel. Nach etwa einer halben Stunde vor Ort machten wir uns auf
den Rückweg. Nicht ohne unsere Aufpasser, die Delphine natürlich.
Leider sprangen sie nicht so viel aus dem Wasser, so dass man sie nur
schlecht fotografieren konnte. Aber beeindruckend war das Schauspiel
trotzdem.
Kurze Zeit um auf ein Paradox der
Namensgebeung der Lüderitz vorgelagerten Inseln einzugehen: Es gibt
Flamingo Island. Dort leben keine Flamingos. Es gibt Seal Island.
Ohne Robben. Es gibt Penguin Island und keine Pinguine dort. Und wer
glaubt, dass auf Shark Island Haie leben, sollte mal überprüfen, ob
der letzte Sundowner nicht doch schlecht gewesen ist.Aber
offensichtlich war der letzte Drink des Namensgebers der Inseln
wirklich nicht in Ordnung.
Apropos nicht in Ordnung. Nachdem wir
wieder an Land waren, begab ich mich erst einmal in ärztliche
Behandlung. Leider macht seit gestern mein angeschlagenes Knie wieder
Zicken. Da die Wunde ständig in Bewegung ist, verheilt sie nicht und
hat sich nun leicht entzündet. Ich kam prompt beim Arzt an die
Reihe, und wurde dort sehr freundlich und kompetent behandelt. Ich
bekam die komplette pharmazeutische Bandbreite verschrieben um quasi
meinen gesamten Körper von innen und aussen antiseptisch zu machen.
Kostenpunkt: 35,- EUR für den Arzt und 45,- EUR für die Medikamente
und Verbände, die ich in der Apotheke erhielt. Nun wollen wir mal
das Beste hoffen, schliesslich geht es morgen wieder in den Busch.
Als ich die Arztpraxis verliess, traute
ich meinen augen nicht: Wo kam denn bitte auf einmal der Nebel her ??
Der Seenebel war urplözlich in die Stadt gezogen und so richtig
verzog er sich auch für den Rest des Tages nicht mehr. Also nutzte
ich die Zeit um erst einmal einige Besorgungen zu machen um den
Kühlschrank für die nächsten Campingtage aufzufüllen.
Danach machte ich ich mich auf um die
Lüderitz Halbinsel zu erkunden. Dort stellte ich tatsächlich fest,
was mir schon auf dem Boot angekündigt wurde: Die Flamingos waren
schon da in den Lagunen rund um Lüderitz. Sie ziehen aus den anderen
Landesteilen an die Küste, weil sie im Landesinneren kein Wasser zum
Trinken mehr finden. Ich erkundete dann Bucht für Bucht auf der
Halbinsel, inclusive einer alten norwegischen Walfangstation von
1914. Auf Diaz Point erkundete ich dann das bereits erwähnte
Steinkreuz aus der Nähe um dann festzustellen, das es schon
(mehrfach ?) ausgetauscht wurde. Nach einem weiteren leckeren Essen
im Ritzis ging es dann zurück zum Gästehaus. Gute Nacht !
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