Montag, 10. September 2012

07. September Lüderitz

Hallo,

heute musste ich mal keine Strecke machen. Ich blieb in Lüderitz. Das Wetter war wieder wunderbar. Die Sonne schien wie gewohnt vom strahlend blauen Himmel. Und der Wind hielt sich für Lüderitzer Verhältnisse vornehm zurück. Nach einem guten Frühstück ging es mit zwei weiteren Gästen zu Fuss zum Jetty am Hafen um das Segelschiff MV Sedina zu besteigen. Auf dem Programm stand eine Fahrt zu den Pinguinen auf Halifax Island. Beim Betreten des Bootes stellten wir erfreut fest, das wir die einzigen Gäste waren. Ich hatte vorm Start der Tour leichte Sorgen, das mein 4-fach Zwiebellook nicht ausreichen sollte, um mich warmzuhalten. Doch diese Sorge war glücklicherweise unbegründet. Schon kurz nach Verlassen des Hafens gesellten sich Delphine zu uns. Es war wirklich erstaunlich, wie verspielt sie sind. Sie entdeckten unser Boot von weitem, kamen auf uns zu und schwammen dann direkt vorm Bug unseres gemütlich dahintuckernden Schiffes. In der Luft gesellten sich Basstölpel, Kormorane und Möwen zu uns.

Als uns die Delphine verliessen, passierten wir Diaz Point, wo der Seefahrer Bartholomeu Diaz bereits 1488 ein Steinkreuz errichten liess, um seine Entdeckung zu bezeugen. Auf einer kleinen Insel vor Diaz Point begrüßte uns eine kleine Robbenkolonie. Nächster Stop war bereits Halifax Island mit seinen Pinguinen. Die Insel steht unter Naturschutz, daher darf man sie nicht betreten. Doch die Boote fahren nah genug heran, dass man die Pinguine gut sehen und auch fotografieren kann. Plus einige weitere Seevögel. Nach etwa einer halben Stunde vor Ort machten wir uns auf den Rückweg. Nicht ohne unsere Aufpasser, die Delphine natürlich. Leider sprangen sie nicht so viel aus dem Wasser, so dass man sie nur schlecht fotografieren konnte. Aber beeindruckend war das Schauspiel trotzdem.

Kurze Zeit um auf ein Paradox der Namensgebeung der Lüderitz vorgelagerten Inseln einzugehen: Es gibt Flamingo Island. Dort leben keine Flamingos. Es gibt Seal Island. Ohne Robben. Es gibt Penguin Island und keine Pinguine dort. Und wer glaubt, dass auf Shark Island Haie leben, sollte mal überprüfen, ob der letzte Sundowner nicht doch schlecht gewesen ist.Aber offensichtlich war der letzte Drink des Namensgebers der Inseln wirklich nicht in Ordnung.

Apropos nicht in Ordnung. Nachdem wir wieder an Land waren, begab ich mich erst einmal in ärztliche Behandlung. Leider macht seit gestern mein angeschlagenes Knie wieder Zicken. Da die Wunde ständig in Bewegung ist, verheilt sie nicht und hat sich nun leicht entzündet. Ich kam prompt beim Arzt an die Reihe, und wurde dort sehr freundlich und kompetent behandelt. Ich bekam die komplette pharmazeutische Bandbreite verschrieben um quasi meinen gesamten Körper von innen und aussen antiseptisch zu machen. Kostenpunkt: 35,- EUR für den Arzt und 45,- EUR für die Medikamente und Verbände, die ich in der Apotheke erhielt. Nun wollen wir mal das Beste hoffen, schliesslich geht es morgen wieder in den Busch.

Als ich die Arztpraxis verliess, traute ich meinen augen nicht: Wo kam denn bitte auf einmal der Nebel her ?? Der Seenebel war urplözlich in die Stadt gezogen und so richtig verzog er sich auch für den Rest des Tages nicht mehr. Also nutzte ich die Zeit um erst einmal einige Besorgungen zu machen um den Kühlschrank für die nächsten Campingtage aufzufüllen.

Danach machte ich ich mich auf um die Lüderitz Halbinsel zu erkunden. Dort stellte ich tatsächlich fest, was mir schon auf dem Boot angekündigt wurde: Die Flamingos waren schon da in den Lagunen rund um Lüderitz. Sie ziehen aus den anderen Landesteilen an die Küste, weil sie im Landesinneren kein Wasser zum Trinken mehr finden. Ich erkundete dann Bucht für Bucht auf der Halbinsel, inclusive einer alten norwegischen Walfangstation von 1914. Auf Diaz Point erkundete ich dann das bereits erwähnte Steinkreuz aus der Nähe um dann festzustellen, das es schon (mehrfach ?) ausgetauscht wurde. Nach einem weiteren leckeren Essen im Ritzis ging es dann zurück zum Gästehaus. Gute Nacht !



























Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen