03. Sept. Windhoek - Marienthal (Bagatelle Kalahari Ranch)
Hallo,
nun ist heute der Tag, an dem ich mich aus der wohlbekannten Dimension der Großstadt in die weite Wildnis hinaus begebe. Nach dem Checkout im Hotel hiess es aber erst noch einige den Touristen wohlbekannte Institutionen abklappern, um die Ausrüstung und die Vorräte zu vervollständigen: Cymot Campingbedarf und Eurospar. Mit gut gefülltem Kühlschrank und Küchenschrank ging es raus aus der Stadt. Das Ziel war die Bagatelle Kalahari Ranch bei Marienthal.
Am Abend zuvor hatte ich bei Joe´s einige Mitstreiter getroffen, die eine ähnliche Tour hatten wie ich. Als ich die B1 hinunter fuhr fragte ich mich, wo die alle geblieben waren, denn Richtung Süden war wirklich Totentanz auf der Strasse. Nach wenigen Kilometern ausserhalb der Stadt wurden in meinem Kopf wieder Relationen zurecht gerückt.Ich habe schon mehrere Länder bereist, in denen man lernte, was Weite bedeutet: USA, Irland, Schottland und nicht zuletzt Ostfriesland ;-)) Aber hier in Namibia lernt man wirklich erst wie weit der Horizont wirklich weg ist. Wer hier Besuch bekommt, weiss das mindestens drei Tage vorher.
Die ersten Wildtiere sah man auch am Wegesrand. Emus oder heissen die hier Strausse ??), Springböcke aber auch heimisches wie Schafe und Rinder. Ganz aufdringlich mussten sich natürlich mehrere Pavianherden zeigen, von denen einige Mitglieder meinten recht direkt vor mein Auto springen zu müssen.
Auf der Strecke gab es auch einen Autounfall zu sehen und das ebenfalls ca. 30 km im Voraus. Über der Steppe stand eine Rauchsäule. An der Unfallstelle angekommen, sah man ein ausgebranntes Autowrack am Strassenrand,welches auch gleich einen beträchtlichen Buschbrand auslöste. Es wurde trotz Klimaanlage plötzlich recht kuschelig im Auto. Kurz vor Marienthal kam dann die Abzweigung zur Ranch und wenige Kilometer später kam dann auch die erste (zugegeben harmlose) Schotterpiste. Am Wegesrand grüßte ein Emu (und verschwand natürlich bevor ich die Kamera fertig hatte) und kurze Zeit später erreichte ich das Tor zur Ranch. Die Anfahrt bestand aus einer Piste aus typisch rotem Kalaharisand. Von den Dünen rechts und links beobachteten Springböcke, wer da denn so kommt.
Der Check in war zügig und freundlich, leider wurde mir gleich mitgeteilt, das der Game Drive für den nachmittag schon ausgebucht war. Dafür bekomme ich am nächsten morgen eine Privatführung zu den Geparden der Ranch. Ich bin gespannt. Nachdem mir die Campsite gezeigt wurde (mit eigenem Sanitärgebäude, einfach aber sauber), unternahm ich meinen ersten Spaziergang in die Dünen der Kalahari. Die Springböcke hatten natürlich nicht vor, sich von mir ablichten zu lassen und nahmen gleich reißaus. So mussten halt die Webervögel herhalten, die in einem Baum ein schönes großes Nest gebaut hatten.
Am Abend ging ich dann noch zum Dinner. Vorweg: Ich hätte es lassen sollen. Es war nicht wirklich schlecht. Aber ein selbst gegrilltes Steak wäre besser gewesen.
Als ich nach dem Dinner wieder zur Campsite zurückkehrte, offenbarte sich mir der südliche Sternenhimmel. Die Sterne haben mich ja schon als Kind fasziniert. Als kleiner Junge habe ich sehr oft draussen gestanden mit meiner selbst leuchtenden Sternenkarte aus dem YPS-Heft (kennt ihr die auch noch ??). Damals kannte ich fast alle Sternenbilder. Heute reicht es nur noch für den Großen Balou und Kleinen Balou und für den Orion. Ich hatte mir vor der Reise überlegt, eine Sternenkarte für den Südsternenhimmel mitzunehmen. Ich bin froh, das ich es gelassen habe. Das sind ja soooooooo viele Sterne hier, wie soll man da ein Sternenbild erkennen ??? Und dann die Milchstraße. Ich habe sie noch nie so klar und deutlich gesehen. Einfach beeindruckend.
Nun habe ich meine Canopy erfolgreich aufgebaut und bin gespannt auf meine erste Campingnacht in Afrika. Bis morgen.
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