Freitag, 24. Februar 2017

24.02.17 Von Napier nach Palmerston North



Heute war wieder ein toller Tag. Leider wieder schlecht geschlafen, denn irgendwie sind hier total weiche Betten in der Gegend schwer in Mode. Das letzte anständige Bett hatte ich in Nelson. Aber dafür machten mir meine Gastgeber extra ein Early Bird Frühstück, denn ich musste früh raus. Ich musste schon um 08.15 Uhr am Cape Kidnappers sein. Und ich musste ja noch 70km fahren. Heute erfuhr ich auch warum ich derart ausserhalb schlafen musste, denn in Napiers findet derzeit ein großes Maori Festival statt. Dieses in einem Vorort, darum war gestern die Innenstadt auch so ausgestorben.
Am Cape Kidnappers angekommen stand für mich heute eine Tour zu einer der wenigen auf dem Festland befindlichen Basstölpelkolonien auf dem Programm. Um dorthin zu gelangen muss man erst einmal zum Parkplatz in Clifton. Nun gibt es drei verschiedene Möglichkeiten zum Cape Kidnappers zu kommen.
-          Die Einfache: Man bucht eine Tour mit einem Bus. Der bringt einen über Strassen und Feldwege direkt zum Ziel man muss keinen Meter laufen. Das ist eine Tour für Chinesen.
-          Die harte Tour: Man wandert. Dabei muss man sich an die Gezeiten halten. Die Wanderung ist pro Strecke 9 km und am Ende geht’s mehr als 100m Höhenunterschied steil nach oben. Die Strecke läuft man über Strand, welcher aber sehr steinig und holperig ist. Man muss die Strecke zügig zurück legen, denn bei Flut wird der gesamte Strand überspült und man kommt nicht mehr weiter. 18km über Stock und Stein sind innerhalb einer Tide ein strammes Programm.
-          Die coole Tour: Man fährt auf Anhängern hinter Träckern über den Strand zum Cape Kidnappers. Auch nicht ganz ohne, denn dadurch dass der Strand jede Nacht überspült wird, sieht er jeden Tag anders aus und die Fahrer müssen sich Tag für Tag den Weg neu suchen und teilweise mit Vorschlaghammer und Spitzhacke sich „durchschlagen“.Aber trotzdem eine Riesengaudi, wo der Weg das Ziel ist. Wir sind mit 4 Gespannen gefahren, wovon 3 komplett mit Schulklassen belegt waren. Dort angekommen hat man 90 Minuten Zeit zur Kolonie hochzuklettern und wieder zurück zu kommen. Das habe ich mal schön sein lassen. Ich habe den Weg gesehen und gleich erkannt, dass in der Zeit ich das im Leben nicht schaffe. Zum Glück gab es aber etwa einen halben Kilometer vor unserem Endpunkt eine kleinere Tölpelkolonie die quasi ebenerdig am Strand wohnte. Da bin ich zurück gewandert und habe dem Fahrer Bescheid gesagt, dass er mich auf dem Rückweg da wieder einsammeln kann. War die richtige Entscheidung. Gut die Hälfte der Anderen hat den Aufstieg nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft. Man kann die Zeit aber nicht ausdehnen, denn auch für die Träcker läuft die Zeit mit der aufkommenden Flut. So war ich der einzige an der anderen Kolonie und konnte dass Treiben dort in aller Ruhe beobachten und Genießen. Die Tölpel lassen sich durch die Anwesenheit von Menschen auch nicht aus der Ruhe bringen. Wenn man sich ruhig verhält, fliegen sie in wenigen Zentimetern an einem vorbei. Die  Tölpel kümmern sich derzeit um Ihre Jungen. Diese haben gerade ihre Mauser hinter sich und versuchen sich an den ersten Flugübungen. Sie fliegen dann im März davon und kehren bis zu 5 Jahre nicht wieder. Kurz darauf folgen auch die Eltern und die Kolonie ist wie ausgestorben, bis im August der nächste Brutzyklus beginnt. Auf der Rückfahrt kamen wir dann schon ein wenig in Bedrängnis mit der aufkommenden Flut. Die Fahrer mussten einige Male die Route ein wenig ins Meer verlegen und man bekam etwas nasse Füße auf dem Trailer. Dazu kam, dass die Fahrer auch noch einen Wettstreit machten: Wer bleibt am wenigsten stecken mit seinem Gefährt. So viel sei gesagt, fehlerfrei kam niemand durch den Parcours. Aber am Ende kamen wir heile aber mit einer Stunde Verspätung in Clifton am Parkplatz wieder an.
Nun machte ich mich auf den Weg nach Palmerston North. Auf der Route machte ich aber och einen größeren Umweg, denn ich wollte zu dem Ort mit dem längsten Namen der Welt: Taumata­whakatangihanga­koauau­o­tamatea­turi­pukaka­piki­maunga­horo­nuku­pokai­whenua­ki­tana­tahu. Immerhin satte 85 Buchstaben lang. Auf dem Rückweg nach Palmerston führte mich das Navi dann über Strassen, die wohl nicht mal die Einheimischen kannten. Aber nach elend langer Fahrt kam ich dann irgendwann mal am Ziel an.

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