Heute hiess es früh aufstehen, denn der Tag würde lang
werden. Es stand eine lange Etappe von Haast nach Greymouth an. Insgesamt ca.
450 km auf Neuseelands Strassen, die selten geradeaus gehen. Aber es strahlte
die Sonne und das Wetter war so gar nicht Westküstenmäßig. Denn normalerweise
regnet es hier nur und wenn es nicht regnet, scheint zumindest nicht die Sonne.
Heute stattdessen blauer Himmel und knapp über 20°C und der kalte Wind der
letzten Tage war auch endlich weg.
Zuerst machte ich einen Umweg von Haast in die Jackson Bay.
Es ging ca 50km durch unendliche Urwälder als Ende der Welt. Denn in Jacckson
Bay geht’s wirklich nicht mehr weiter. Strasse vorbei. Dahinter kommt
Fjordland. Absolut unberührte Natur in der der Mensch nichts mehr verloren hat.
Und das auf etwa einem Viertel der Südinsel. Toll, dass es noch Länder gibt,
die sich so etwas erlauben.
Dann ging es nordwärts an der Küste entlang an unendlichen
Stränden. Nächste Station war für mich der Fox Gletscher. Ich hatte ihn zwar
schon vom Flugzeug aus gesehen, aber ich wollte ihn auch von nah sehen.
Angesichts der Tatsache, dass die großen Gletscher Neuseelands seit bereits
fast 300 Jahren auf dem Rückzug sind (damals reichten sie fast bis ans Meer,
heute fehlen da ein paar Kilometer) mag man fast am Klimawandel zweifeln. Der
Weg vom Parkplatz sollte etwa 30 Minuten dauern und nach einer Ecke sah ich
das, was ich befürchtet hatte: Es ging stramm aufwärts, sehr stramm aufwärts.
Ich wollte schon kneifen, denn man konnte den Gletscher auch aus einer Ecke von
unten sehen, zwar nicht so gut, aber es ging ……… Aber dann sah ich was mir
entgegenkam, Mammuts dreimal so breit wie ich, Rentner mit Krückstock, Frauen
mit Knieschienen oder mit Kind im Rucksack. Da war ich an meiner meiner Ehre
gepackt und schwang meine Zentner den Berg hoch. Ich habe natürlich für einen
Weg so lange gebraucht wie eigentlich auch für den Rückweg kalkuliert war, aber
egal. Ich war fertig aber oben. Und hatte einen tollen Ausblick auf den
Gletscher.
Danach ging gleich nebenan zum nächsten Gletscher, dem Franz
Josef Gletscher. Mag man gar nict glauben, dass man in Neuseeland einen
Gletscher so nennt, aber wenn der Entdecker nunmal so heisst ……..
Dieser Gletscher endete vor 200 Jahren mal direkt im
Regenwald. Heute fehlen da leider auch ein paar Kilometer. Von meiner ersten „Gletscherbesteigung“
ermutigt. Ging ich auch hier los. Der weg ist allerdings viel einfacher und
auch kürzer. Zumindest bis zum ersten Lookout.
Danach hatte ich noch eine ordentliche Fahrstrecke von 200km
bis greymouth, wo ich dann am späten Abend ankam und müde ins Bett fiel.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen