Freitag, 10. Februar 2017

10.02.17 Dunedin - The Catlins - Invercargill



Nachdem es gestern ja recht spät wurde, ging es heute auch später aus den Federn. Ohne mir Dunedin wenigstens noch kurz angeschaut zu haben, wollte ich aber nicht fahren. So ging es noch kurz in die Innenstadt. Dunedin hat einen sehr schönen und alten Bahnhof. Dieses Gebäude soll das meistfotografierte von Neuseeland sein. Vorstellbar ist das auf jeden Fall. Dabei fahren an diesem Bahnhof nur 1-2 Touristenzüge am Tag ab. Vom Bahnhof ging es weiter zur Innenstadt. Diese ist in Dunedin wie ein Achteck angelegt. Es gibt einen achteckigen Zentralplatz und in einem zweiten Ring führt eine Achteckige Strasse.  Diese Gestaltung mit Sechs- oder Achtecken ist in mehreren Städten in Neuseeland zu finden. Auf dem Weg zurück zum Auto dann noch festgestellt, dass ich hinter einer der bedeutendsten Schokoladenfabriken geparkt habe. Die bekannten Cadbury´s werden in Dunedin hergestellt. Zeitmangel führte leider dazu, dass ein Besuch der Fabrik gestrichen werden musste (vielleicht auch besser so. Wer weiss, was der Anblick von sooo viel Schokolade anrichtet).
So ging es zum nächsten Ziel des Tages. Auf der sogenannten „Southern Scenic Route“ ging es durch das Gebiet der Catlins. Dieses Gebiet zeichnet sich durch ausgedehnte und wunderschöne Strände und im hinteren Teil durch ausgedehnte Wälder aus. Das Gebiet eignet sich hervorragend zur Wildbeobachtung auf eigene Faust. So lohnt es sich an jeder Bucht mal einen Halt zu machen und zu schauen, ob es dort was interessantes zu entdecken gibt. Manche Buchten sind auch für regelmäßige Wildsichtungen bekannt. So zum Beispiel die die Surat Bay, welche dafür bekannt ist, dass dort regelmäßig Seelöwen anzutreffen sind, die sich dort am Strand ausruhen. Seelöwen sind um einiges größer als Robben und haben ein anderes Fell und eine plattere Schnauze. Während Robben lieber auf vorgelagerten Felsen ruhen, lieben die Seelöwen einfach den platten Strand. Da ist das Klettern auf Felsen wohl zu anstrengend. Die Seelöwen sind auch seeehr ausgeglichen. Auf Menschen in der Nähe reagieren sie überhaupt nicht, so lange man wenigstens 10 Meter Abstand hält und auch sonst keine Spirenzchen macht. Man muss sich das mal vorstellen: dieser Strand ist nicht abgesperrt, niemand kassiert ab und es gibt keine Ranger, die das Treiben beobachten und maßregeln. So was wäre in Deutschland undenkbar. Und man muss sich jetzt nicht vorstellen, dass dieser Strand überlaufen wäre mit Touristen. Auf diesem Strand von mehreren Kilometern Länge war ich für etwa eine halbe Stunde komplett allein mit 2 Seelöwen. Einfach nur schön.
Nun wollte ich eigentlich nochmal auf Pinguinjagd in der Curio Bay gehen. Das Prinzip ist dort eigentlich ähnlich wie bei den Seelöwen. Leider war auf dem Weg eine Brücke gesperrt. Die Umleitung war über 20km lang, führte über unbefestigte Strassen und dauerte fast eine Stunde. So war ich leider zu spät dran und musste diesen Programmpunkt schweren Herzens streichen. Aber ich hatte ja gestern genug Pinguine gesehen und ich hoffe noch auf den Doubtful Sound.
Was mir beim Fahren noch auffiel. Irgendwie muss es hier ein Fahrverbot ausserhalb von Städten nach 18.00 Uhr geben von dem ich nichts weiß. Irgendwie sind ab diesem Zeitpunkt auf einmal alle Autos auf den Strassen verschwunden. Man hat fast ein schlechtes Gewissen noch unterwegs zu sein. Ist irgendwie, als hätte den anderen Mutti gesagt: „Um sechs seit ihr alle zu Hause, dann gibt´s Abendessen.“
Am späten Abend traf ich dann in Ivercargill ein. Auf den ersten Blick eine sehr trostlose Stadt am Ende der Welt (ist immerhin die südlichste Stadt der Südinsel, danach kommt nur noch Stewart Island und dann lange nix und dann die Antarktis).

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