Nachdem es gestern ja recht spät wurde, ging es heute auch
später aus den Federn. Ohne mir Dunedin wenigstens noch kurz angeschaut zu
haben, wollte ich aber nicht fahren. So ging es noch kurz in die Innenstadt.
Dunedin hat einen sehr schönen und alten Bahnhof. Dieses Gebäude soll das
meistfotografierte von Neuseeland sein. Vorstellbar ist das auf jeden Fall.
Dabei fahren an diesem Bahnhof nur 1-2 Touristenzüge am Tag ab. Vom Bahnhof
ging es weiter zur Innenstadt. Diese ist in Dunedin wie ein Achteck angelegt.
Es gibt einen achteckigen Zentralplatz und in einem zweiten Ring führt eine
Achteckige Strasse. Diese Gestaltung mit
Sechs- oder Achtecken ist in mehreren Städten in Neuseeland zu finden. Auf dem
Weg zurück zum Auto dann noch festgestellt, dass ich hinter einer der
bedeutendsten Schokoladenfabriken geparkt habe. Die bekannten Cadbury´s werden
in Dunedin hergestellt. Zeitmangel führte leider dazu, dass ein Besuch der
Fabrik gestrichen werden musste (vielleicht auch besser so. Wer weiss, was der
Anblick von sooo viel Schokolade anrichtet).
So ging es zum nächsten Ziel des Tages. Auf der sogenannten „Southern
Scenic Route“ ging es durch das Gebiet der Catlins. Dieses Gebiet zeichnet sich
durch ausgedehnte und wunderschöne Strände und im hinteren Teil durch
ausgedehnte Wälder aus. Das Gebiet eignet sich hervorragend zur Wildbeobachtung
auf eigene Faust. So lohnt es sich an jeder Bucht mal einen Halt zu machen und
zu schauen, ob es dort was interessantes zu entdecken gibt. Manche Buchten sind
auch für regelmäßige Wildsichtungen bekannt. So zum Beispiel die die Surat Bay,
welche dafür bekannt ist, dass dort regelmäßig Seelöwen anzutreffen sind, die
sich dort am Strand ausruhen. Seelöwen sind um einiges größer als Robben und
haben ein anderes Fell und eine plattere Schnauze. Während Robben lieber auf
vorgelagerten Felsen ruhen, lieben die Seelöwen einfach den platten Strand. Da
ist das Klettern auf Felsen wohl zu anstrengend. Die Seelöwen sind auch seeehr
ausgeglichen. Auf Menschen in der Nähe reagieren sie überhaupt nicht, so lange
man wenigstens 10 Meter Abstand hält und auch sonst keine Spirenzchen macht. Man
muss sich das mal vorstellen: dieser Strand ist nicht abgesperrt, niemand
kassiert ab und es gibt keine Ranger, die das Treiben beobachten und maßregeln.
So was wäre in Deutschland undenkbar. Und man muss sich jetzt nicht vorstellen,
dass dieser Strand überlaufen wäre mit Touristen. Auf diesem Strand von
mehreren Kilometern Länge war ich für etwa eine halbe Stunde komplett allein
mit 2 Seelöwen. Einfach nur schön.
Nun wollte ich eigentlich nochmal auf Pinguinjagd in der
Curio Bay gehen. Das Prinzip ist dort eigentlich ähnlich wie bei den Seelöwen.
Leider war auf dem Weg eine Brücke gesperrt. Die Umleitung war über 20km lang,
führte über unbefestigte Strassen und dauerte fast eine Stunde. So war ich
leider zu spät dran und musste diesen Programmpunkt schweren Herzens streichen.
Aber ich hatte ja gestern genug Pinguine gesehen und ich hoffe noch auf den
Doubtful Sound.
Was mir beim Fahren noch auffiel. Irgendwie muss es hier ein
Fahrverbot ausserhalb von Städten nach 18.00 Uhr geben von dem ich nichts weiß.
Irgendwie sind ab diesem Zeitpunkt auf einmal alle Autos auf den Strassen
verschwunden. Man hat fast ein schlechtes Gewissen noch unterwegs zu sein. Ist
irgendwie, als hätte den anderen Mutti gesagt: „Um sechs seit ihr alle zu
Hause, dann gibt´s Abendessen.“
Am späten Abend traf ich dann in Ivercargill ein. Auf den
ersten Blick eine sehr trostlose Stadt am Ende der Welt (ist immerhin die
südlichste Stadt der Südinsel, danach kommt nur noch Stewart Island und dann
lange nix und dann die Antarktis).
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen