Heute war Abreise auch Christchurch auf dem Programm. Es
ging quasi von einem Erdbebengebiet ins Nächste, nach Kaikoura. Hier hat erst
am 19.11.2016 die Erde gebebt. Die Auswirkungen sind enorm, doch erkennt man
sie eigentlich erst, wenn man weiß, dass sie vor dem Beben gar nicht da waren.
So wirken manche Strassenarbeiten wie ganz normale Arbeiten. Aber wenn man die
Berghänge hochschaut, erkennt man erst, dass die Krater in der Strasse von
Steinschlag nach dem Beben herrühren. Die Eisenbahlinie ist streckenweise immer
noch verschüttet. Man hat sich erst einmal darauf konzentriert die Strasse
freizuschaufeln. Im Stadtbild gibt es immer noch einige Gebäude, die
unbenutzbar und abgesperrt sind. Aber zum einen sind es viel weniger Gebäude
und auch viel kleinere Gebäude als in Christchurch. Weiteres Kennzeichen des
Erdbebens: In der gesamten Bucht von Kaikoura ragen auf einmal Felsen aus dem
Meer. Diese lagen vorher allesamt unter dem Wasserspiegel. Darum ist der Hafen von
Kaikoura derzeit auch unbenutzbar. Der Boden hat sich soweit angehoben, das
kein Schiff mehr auslaufen kann.
Nach Ankunft in Kaikoura, das Wetter war blendend mit blauem
Himmel und fast 25°C, begab ich mich zu
Dolphin Encounter um mein Delphinschwimmen für den folgenden Tag zu bestätigen
und einen passenden Schwimmanzug auszuwählen. Es gab immerhin einen
Schwimmanzug, der naja nicht passte, aber meine Dimensionen umschloß. Diesen
musste ich auch sogleich zum Robbenschwimmen mitnehmen, da die nur kleinere
Anzüge hatten. Das Robbenschwimmen stellte sich als guter Test heraus. Zum
einen für den Anzug und den darin befindlichen Schwimmer. Für mich waren das
Schwimmen mit Anzug, Maske, Schnorchel und das alles in nur Milimeter kaltem
Wasser (Männer verstehen was ich meine) irgendwie zuviel für meine
Koordination. Ich habe vorher in meinem Leben noch nichts davon gemacht. Jedes
einzeln wäre nicht so wild gewesen. Aber alles zusammen………….No Way ! So
entschied ich mich, die Eitelkeit über Bord zu werfen und das Angebot einer
Schwimmhilfe in Anspruch zu nehmen. So schwamm ich nun mit Styroporbrett vor
der Brust wie ein Kind in der Grundschule. Besser als im offenen Pazifik
abzusaufen. Für morgen gleich das gleiche Prozedere angemeldet. Zudem konnte
ich hierbei mal das ausgeliehene Spielzeug testen. Die GoPro Hero. Technik habe
ich einwandfrei zum Laufen bekommen. Aber der Kameramann muss noch an den
Motiven arbeiten. So sollte die genannte Schwimmhilfe nicht das halbe Bild
verdecken (Facepalm !!!!!). Das Robbenschwimmen hat leider nur bedingt
funktioniert. Hatte die vorherige Gruppe tolle Action mit den Robben, waren
diese bei uns doch eher faul. Die ein oder andere gute Aufnahme ließ sich aber
doch noch machen. (Für diejenigen, die nach Fotos schreien. Die gibt’s erst
nach der Reise. Ich bin abends echt nur damit beschäftigt, mein Tagebuch zu
schreiben und die Technik für den nächsten Tag wieder zum Laufen zu bekommen.
Stichwort Steckdosenlogistik !). Aber als Training war es ok. Morgen geht’s nun
zu den Delphinen. Ich bin gespannt und aufgeregt.
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