Heute morgen erschien der Himmel in Greymouth grau in grau.
Mein Holiday Park lag direkt am Strand also nutzte ich die Gelegenheit und
setzte mich erst einmal für eine Stunde dahin. Gleich nebenan war auch der
kleine Flugplatz von Greymouth. <der ist aber so klein, dass er auch Nicht
Flugzeugfans nicht stören dürfte. Ein Gyrokopter drehte eine Handvoll
Platzrunden. Das war es dann auch schon an Flugbewegungen. Nach einer Stunde
riß der Himmel auf und es strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Ich begab mich
auf die weitere Reise nach Norden. Mein heutiges Etappenziel war Nelson.
Irgendwie sah die Etappe auf der Karte kleiner aus. Als auf dem Highway 320
Kilometer angezeigt wurden, war ich doch etwas erschrocken. Ihr fuhr auf dem
Küstenhighway SH6 weiter nach norden. Auf diesem Abschnitt verlief die strasse
fast nur direkt an der Küste. Entlang an endlosen Stränden mit ordentlicher
Brandung. Das Spray der Brandung legte sich wie ein kleiner Nebel über die
Hänge der Berge auf der anderen Seite der Strasse. Wenn man nordwärts gegen die
Sonne blickte ergab dies eine sehr eigenartige Lichtstimmung.
Je weiter man vorankam desto mehr änderte sich mal wieder
die Vegetation. Immer mehr Palmen bestimmten das Bild. Man merkte halt, dass
man dem Äquator seit Bluff im Süden etwa 550km Luftlinie näher gekommen ist.
Im Paparoa National Park kam ich dann zu den Pancake Rocks
and Blowholes. Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende Felsformation an
der Küste. Es sind steil aufragende Küstenfelsen, denen die Erosion über die Jahrtausende
das Aussehen von übereinandergeschichteten Pfannkucken gegeben hat. Daher der
Name. Innerhalb dieser Felsformation gibt es Höhlen und Durchgänge durch die
die imposanten Wellen hineinschießen und durch den entstehenden Druck entstehen
kleine „Meerwasser Geysire“. Wobei so klein sind die gar nicht. Die Blowholes
haben einen durchmesser von etwa 20 Metern ………
Weiter ging es nach Norden wieder an endlosen Stränden
vorbei. Ich könnte davon schreiben und damit auch langweilen. Widmen wir uns
doch heute einfach mal anderen Themen. Zum Beispiel dem Autoverkehr in
Neuseeland. Gut hier wird links gefahren. Das macht man in anderen Ländern
auch, daher bekommen das die meisten auch hin. Schwieriger wird’s da mit einer
Besonderheit auf Neuseelands Straßen: Etwa 80-90% der Brücken in Neuseeland (und
es gibt hier wirklich viele Brücken) sind EINSPURIG. Das bedeutet, es wird
sowohl mit einem Schild als auch mit Hinweisen auf die Strasse gemalt, die
Vorfahrt an dieser Brücke geregelt wird. Wenn hier nur Neuseeländer fahren
würden, würde dieses Prinzip reibungslos funktionieren. Aber dann gibt´s ja
noch Touristen und dahben komischerweise immer die ein Problem, die auf der
Seite stehen, wo man die Vorfahrt gewähren muss. Echt merkwürdig ……. ( ich
könnte jetzt nochmal auf die Fahrkünste meiner Lieblingsasiaten zu sprechen
kommen, die bei den Kiwis auch ausserordentlich hoch im Kurs stehen) aber ich
lass das diesmal sein. Es gibt dann noch eine Steigerungsform. Manche Brücken
sind mehr als einen halben Kilometer lang und trotzdem einspurig. Die
Vorfahrtregelung gibt es weiterhin. Funktioniert praktisch aber nie denn kaum
ist man auf die Brücke draufgefahren will von vorne auch jeamd rüber. Also hat
man in der Mitte dann sogenannte Passing Bays eingebaut. In diese fährt man
dann rein und der Gegenverkehr kann passieren. Dann gibt’s die Meisterklasse.
Einspurige Brücken mit Eisenbahnschienen. Auf der einspurigen Strasse
wohlgemerkt. Als ich über so eine Brücke rüber bin habe ich nur gebetet, dass
kein Zug von vorne kommen möge. Ich hätte echt nicht gewusst, was ich hätte tun
sollen. Aussteigen und in den Fluss springen vielleicht …..
Man muss dann auch noch insgesamt über die
Brückenkonstruktionen reden. Die meisten Brücken sehen so aus las wären sie aus
einem Western entsprungen und in der Goldgräberzeit gebaut worden……… was bei
den meisten Brücken auch gar nicht sooooooo weit weg von der Wahrheit sein
dürfte. Dememtsprechend wackelig sehen die Konstruktionen inzwischen aus und
oft genug sind sie es auch. Ich muss sagen, ich habe NULL Vetrauen in diese
Dinger und ich bete immer, dass ich heil ankomme, wenn auch ein LKW mit mir auf
der Brücke ist. Bisher bin ich aber noch in kein Flussbett gefallen. Also alles
gut.
Eine weitere Anekdote ist der Strassenverkehr m Wochenende.
Da ändert sich das Strassenbild mächtig, denn in Neuseeland gibt es eine Menge
Oldtimer. Und diese führt der gemeine Kiwi am Wochenende nunmal aus. So sieht
man jede Menge alte Fahrzeuge aller Fabrikate und jeden Alters. Aber wirklich
alle in TOP Zustand (was man von den normalen Autos, die hier von den Kiwis
gefahren werden absolut nicht sagen kann. Neue Wagen gibt’s nur als Leihwagen).
Aber es ist wirklich toll anzusehen und es lockert das schier endlose Defilee
an Wohnmobilen ein wenig auf.
Am späten Abend erreichte ich Nelson. Mein B&B wird von
deutschen Auswanderern betrieben. Sieht man sofort. Einrichtung Schick aber
sachlich und modern.Mde in Germany am anderen Ende der Welt.
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