Donnerstag, 9. Februar 2017

09.02.17 Otago Peninsula



Nach dem Aufstehen lachte Die Sonne wieder von einem makellos blauen Himmel. Aber es war ziemlich kühl und blieb es auch. Über 14°C sollte das Thermometer nicht mehr hinauskommen. Und das bei einem recht frischen Wind.
Auf dem Programm stand heute die Erkundung der Otago Peninsula vor Dunedin. Zuerst besuchte ich Larnach Castle. Dieses Schloss wurde vom schottischen Bankier William Larnach im 19. Jahrhundert erbaut. Nach den Guides ist es das einzige Schloß auf der südlichen Hemisphäre. Überprüft habe ich die Aussage nicht. Es ist für ein Schloss dieser Gegend ganz passsabel anzuschauen und hat auch einen sehr schönen und gepflegten botanischen Garten mit verschiedenen Themenbereichen. Das Schloss hat seinem Herren leider kein Glück beschert. Seine erste Frau starb, seine zweite Frau (die Schwester der ersten Ehefrau) starb ebenfalls jung. Und der Sohn brannte dann mit Ehefrau Nummer drei durch. Da brachte sich William Larnach in einem Nebenzimmer des neuseeländischen Parlaments um. Da lebe ich doch lieber in meinem Kuhstall und bin glücklich.
Der Rest des Tages sollte im Zeichen von Tierbeobachtung stehen. Den Anfang machte die Albatross Kolonie. Auf der Otago Peninsula befindet sich die einzige Festlands Albatross Kolonie. Hier ist der große Royal Albatross ansässig. Dieser reicht mit seinem Kopf wenn er normal steht, einem Menschen bis zur Hüfte. Seine Spannweite beträgt mehr 3m. Wenn die Jungvögel die Kolonie verlassen, betreten Sie für die nächsten 5 Jahre kein Land und leben nur auf See. In dieser umrunden einmal komplett die Antarktis und kehren dann an den Platz Ihrer Geburt zurück. Dort gehen sie in ersten Jahr mit dem ausgewählten Partner eine Beziehung auf Probe ein und brüten nicht. Erst im darauf folgenden Jahr brütet das Paar.
Die Kolonie kann besichtigt werden. Ich war sehr enttäuscht. Wer nur ein wenig mit dem Fernglas gucken möchte, für den mag die Tour was sein. Für den Fotografen die pure Enttäuschung. Man ist hinter stark gefärbten Glas und kann nur einen kleinen Teil der Kolonie einsehen. Das Gebäude hätte man innerhalb der Kolonie besser platzieren können. So ist der Preis von 50 NZD auch hoffnungslos überteuert. Wer eine ordentliche Brennweite hat, stellt sich besser auf den Parkplatz und fotografiert die Vögel in der Luft. Ist eh viel schöner.
Da war das nächste Erlebnis schon vielversprechender. Das Team von „Natures Wonders Naturally“ bieten Touren auf Privatgelände an, welches komplett naturbelassen ist. Auch die Wildtiere lässt man komplett in Ruhe und markiert sie auch nicht. Man die Tour entweder in einem Bus (49 NZD) oder in einem 8 Rad Geländefahrzeug machen (99 NZD). Ich habe letzteres gemacht, bevor ich in einem Bus voller Chinesen lande. Mit dem Geländefahrzeug fährt man auch eine andere Tour. Man kann sehen: Robben, Gelbaugenpinguine, Blaupinguine und mit Glück auch Seeelefanten (das Glück hatte ich leider nicht). Zuerst ging es zu einer Robbenkolonie. Dort war reichlich Nachwuchs am Start. An keine Robbenkolonie kam ich bisher so nah dran (zumindest von Land). Als nächstes ging es zum Strand. Gleich als wir rauskamen kletterte ein Gelbaugenpinguin aus dem Wasser. Als wir den Gang zurück gingen, öffnete unser Guide eine „Geheimtür“ und im dahinter öffnete er in der Wand eine klien Holzschiebtür, welche in kleines Loch freigab. Dahinter erschien , Ohne Glas oder sonstigen Schutz, eine Blaupinguin Mama mit ihrem gerade geschlüpften Küken. Ganz schwerer „Oh wie niedlich“-Alarm !! Diese Szene durften wir nicht fotografieren, da dies die Tiere gestört hätte. Wer diese Tour auch machen möchte (sie lohnt sich wirklich), bitte an zwei Dinge denken: Alte Klamotten anziehen und eine Plastiktüte für die Kamera. Die Tour in dem Geländefahrzeug ist seeeeehr staubig. Ihr habt den Tip jetzt. Ich hatte ihn nicht …………
Dann suchte ich mir erst einmal was zu Essen. Apropos Essen gehen in Neuseeland. Das ist hier eine echt teure Angelegenheit. Deutlich teurer als in Deutschland.  Dafür sind die Portionen teilweise irrwitzig groß. Das kann echt kein Mensch alleine Essen. Vorspeise ist eine absolute Verschwendung oder eine vollwertige Mahlzeit, je nach persönlicher Präferenz.
Zum Abschluss gab es zur Abenddämmerung einen Ausflug zur Blaupinguinkolonie die gleich neben den Albatrossen ist. Blaupinguine verbringen den Tag im Meer und kehren zur Dämmerung wieder zurück. Die Kolonie bestand aus etwa 80-90 Tieren, welche in 4-5 Gruppen an Land kamen. Ein wirklich tolles Erlebnis und Highlight des Tages. Kurz nach Mitternacht kehrte ich zufrieden in die Unterkunft zurück. Dunedin habe ich mir noch kein Stück anschauen können. Vielleicht hole ich das morgen nach.

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