Nach dem Aufstehen lachte Die Sonne wieder von einem
makellos blauen Himmel. Aber es war ziemlich kühl und blieb es auch. Über 14°C
sollte das Thermometer nicht mehr hinauskommen. Und das bei einem recht
frischen Wind.
Auf dem Programm stand heute die Erkundung der Otago
Peninsula vor Dunedin. Zuerst besuchte ich Larnach Castle. Dieses Schloss wurde
vom schottischen Bankier William Larnach im 19. Jahrhundert erbaut. Nach den
Guides ist es das einzige Schloß auf der südlichen Hemisphäre. Überprüft habe
ich die Aussage nicht. Es ist für ein Schloss dieser Gegend ganz passsabel
anzuschauen und hat auch einen sehr schönen und gepflegten botanischen Garten
mit verschiedenen Themenbereichen. Das Schloss hat seinem Herren leider kein
Glück beschert. Seine erste Frau starb, seine zweite Frau (die Schwester der
ersten Ehefrau) starb ebenfalls jung. Und der Sohn brannte dann mit Ehefrau
Nummer drei durch. Da brachte sich William Larnach in einem Nebenzimmer des
neuseeländischen Parlaments um. Da lebe ich doch lieber in meinem Kuhstall und
bin glücklich.
Der Rest des Tages sollte im Zeichen von Tierbeobachtung
stehen. Den Anfang machte die Albatross Kolonie. Auf der Otago Peninsula
befindet sich die einzige Festlands Albatross Kolonie. Hier ist der große Royal
Albatross ansässig. Dieser reicht mit seinem Kopf wenn er normal steht, einem
Menschen bis zur Hüfte. Seine Spannweite beträgt mehr 3m. Wenn die Jungvögel
die Kolonie verlassen, betreten Sie für die nächsten 5 Jahre kein Land und
leben nur auf See. In dieser umrunden einmal komplett die Antarktis und kehren
dann an den Platz Ihrer Geburt zurück. Dort gehen sie in ersten Jahr mit dem
ausgewählten Partner eine Beziehung auf Probe ein und brüten nicht. Erst im
darauf folgenden Jahr brütet das Paar.
Die Kolonie kann besichtigt werden. Ich war sehr enttäuscht.
Wer nur ein wenig mit dem Fernglas gucken möchte, für den mag die Tour was
sein. Für den Fotografen die pure Enttäuschung. Man ist hinter stark gefärbten
Glas und kann nur einen kleinen Teil der Kolonie einsehen. Das Gebäude hätte
man innerhalb der Kolonie besser platzieren können. So ist der Preis von 50 NZD
auch hoffnungslos überteuert. Wer eine ordentliche Brennweite hat, stellt sich
besser auf den Parkplatz und fotografiert die Vögel in der Luft. Ist eh viel
schöner.
Da war das nächste Erlebnis schon vielversprechender. Das Team
von „Natures Wonders Naturally“ bieten Touren auf Privatgelände an, welches
komplett naturbelassen ist. Auch die Wildtiere lässt man komplett in Ruhe und
markiert sie auch nicht. Man die Tour entweder in einem Bus (49 NZD) oder in
einem 8 Rad Geländefahrzeug machen (99 NZD). Ich habe letzteres gemacht, bevor
ich in einem Bus voller Chinesen lande. Mit dem Geländefahrzeug fährt man auch
eine andere Tour. Man kann sehen: Robben, Gelbaugenpinguine, Blaupinguine und
mit Glück auch Seeelefanten (das Glück hatte ich leider nicht). Zuerst ging es
zu einer Robbenkolonie. Dort war reichlich Nachwuchs am Start. An keine
Robbenkolonie kam ich bisher so nah dran (zumindest von Land). Als nächstes
ging es zum Strand. Gleich als wir rauskamen kletterte ein Gelbaugenpinguin aus
dem Wasser. Als wir den Gang zurück gingen, öffnete unser Guide eine „Geheimtür“
und im dahinter öffnete er in der Wand eine klien Holzschiebtür, welche in
kleines Loch freigab. Dahinter erschien , Ohne Glas oder sonstigen Schutz, eine
Blaupinguin Mama mit ihrem gerade geschlüpften Küken. Ganz schwerer „Oh wie
niedlich“-Alarm !! Diese Szene durften wir nicht fotografieren, da dies die
Tiere gestört hätte. Wer diese Tour auch machen möchte (sie lohnt sich
wirklich), bitte an zwei Dinge denken: Alte Klamotten anziehen und eine
Plastiktüte für die Kamera. Die Tour in dem Geländefahrzeug ist seeeeehr
staubig. Ihr habt den Tip jetzt. Ich hatte ihn nicht …………
Dann suchte ich mir erst einmal was zu Essen. Apropos Essen gehen
in Neuseeland. Das ist hier eine echt teure Angelegenheit. Deutlich teurer als
in Deutschland. Dafür sind die Portionen
teilweise irrwitzig groß. Das kann echt kein Mensch alleine Essen. Vorspeise
ist eine absolute Verschwendung oder eine vollwertige Mahlzeit, je nach
persönlicher Präferenz.
Zum Abschluss gab es zur Abenddämmerung einen Ausflug zur
Blaupinguinkolonie die gleich neben den Albatrossen ist. Blaupinguine verbringen
den Tag im Meer und kehren zur Dämmerung wieder zurück. Die Kolonie bestand aus
etwa 80-90 Tieren, welche in 4-5 Gruppen an Land kamen. Ein wirklich tolles
Erlebnis und Highlight des Tages. Kurz nach Mitternacht kehrte ich zufrieden in
die Unterkunft zurück. Dunedin habe ich mir noch kein Stück anschauen können.
Vielleicht hole ich das morgen nach.
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