Heute stand ein weiteres Highlight an. Es sollte zu den
Delfinen gehen. Dolphin Encounter bietet zwei verschiedene Arten von
Entdeckungstouren zu den Schwarzdelfinen an. Entweder man bleibt auf dem Boot
und guckt. Oder man kann mit diesen geselligen Tierchen, die in Gruppen von 100
bis 300 Tieren zusammen leben schwimmen. Ich wollte natürlich letzteres
probieren. Im Vorwege große Korrespondenz schon aus Deutschland, ob das mit
meiner Größe (wegen der Schwimmanzüge) und meinem Gesundheitszustand überhaupt möglich
ist. Ergebnis: Wird nicht leicht aber geht. Am Vortag schon Anprobe des
Schwimmanzugs. Den musste ich auch gleich zum Robbenschwimmen mitnehmen. Die
hatten nämlich keinen passenden (wobei passend ist seeeehr wohlwollend
formuliert. Ich sah aus wie Wurst in Pelle kurz vor der Explosion. Und so
fühlte ich mich auch). Nachdem das Robbenschwimmen schon sehr anstrengend war,
kam es wie es kommen musste. Das Delfinschwimmen fand etwa 1-2 km vor der Küste
statt bei leichtem bis mäßigen Seegang. Das war für meinen Allgemeinzustand
dann leider doch zuviel. Schon nach wenigen Sekunden plagten mich Krämpfe und
ich musste aufgeben und war froh als ich heil das Boot erreicht hatte. Wieder
was gelernt. Ozeanschwimmen ist doch was Anderes als Wellenbad an der Ostsee.
So blieben mir nur die Fotos von der Rückfahrt, wo die Delfine das bekannte
Wettschwimmen mit unseren Booten machten. Immerhin auch meinen ersten Albatros
gesehen. Wenn auch noch nicht den ganz großen. Aber man muss sich ja auch noch
steigern können.
Nach Rückkehr wollte ich mir noch eine örtliche (und daher
ausgeschilderte) Robbenkolonie anschauen. Diese hatte aber aufgrund der
veränderten geologischen Gegebenheiten (die Bucht in der sie lebten ragte nach
dem Erdbeben jetzt etwa 2m aus dem Wasser) ihren Standort gewechselt. Sich die
angehobene Bucht anzuschauen war aber auch interessant. Weiter ging es mit
Erdbebentourismus. Ich wusste, dass die Strasse nach Norden gesperrt war, aber
nicht wie weit man noch vorankam. Also ausprobieren. Und nach etwa 20 km war
Schluss. Ein kapitaler Erdrutsch versperrte die Straße. Die Absperrung wurde
von 2 Frauen überwacht. Mit sehr charmanten Umgangshinweisen nach dem Motto „
Schreien Sie uns bitte nicht an, die Strasse ist zu und sie bleibt auch zu“ Das
war bestimmt wieder auf meine freundlichen Lieblingsasiaten gemünzt. Für die
gab es schon in Singapore nette Umgangslektionen(„bitte nicht spucken“). An der
Sperrung mit einer von den beiden Damen unterhalten (die kam aus Nordirland.
Ich habe sie trotzdem verstanden J
). Die Sperrung nach Norden wird noch mindestens 12 Monate andauern. So lange
wird man brauchen, bis man sich durch die ganzen Erdrutsche gefräst hat und die
anliegenden Hänge vor weiteren Erdrutschen gesichert hat. Dieser Umstand
bereitet der Wirtschaft dieser Stadt große Schwierigkeiten. Die Mitarbeiterin
beim Robbenschwimmen erklärte mir gestern, dass die meisten Firmen vom
Saisongeschäft im Sommer leben und sich im Winter mit den Durchreisenden
durchhangeln Nun kam genau zum Beginn der Saison das Beben und die
Durchreisenden gibt es nicht, weil die Straßen gesperrt sind. Viele Firmen
drohen den Winter nicht zu überleben, falls der Staat nicht hilft und da gibt
es noch keine Zusagen.Ansonsten fand ich die Aussage auf meine Frage, was denn
das beeindruckendste an dem Beben gewesen sei: „it was Charakter building“.
Wenn man den Gedanken weiter spinnt, sollte es in Europa und in den USA auch
mal so kräftig rumsen, dass man von der
Außenwelt abgeschnitten ist, wie es Kaikoura 4 Wochen lang war.
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