Samstag, 4. Februar 2017

04.02.17 Kaikoura



Heute stand ein weiteres Highlight an. Es sollte zu den Delfinen gehen. Dolphin Encounter bietet zwei verschiedene Arten von Entdeckungstouren zu den Schwarzdelfinen an. Entweder man bleibt auf dem Boot und guckt. Oder man kann mit diesen geselligen Tierchen, die in Gruppen von 100 bis 300 Tieren zusammen leben schwimmen. Ich wollte natürlich letzteres probieren. Im Vorwege große Korrespondenz schon aus Deutschland, ob das mit meiner Größe (wegen der Schwimmanzüge) und meinem Gesundheitszustand überhaupt möglich ist. Ergebnis: Wird nicht leicht aber geht. Am Vortag schon Anprobe des Schwimmanzugs. Den musste ich auch gleich zum Robbenschwimmen mitnehmen. Die hatten nämlich keinen passenden (wobei passend ist seeeehr wohlwollend formuliert. Ich sah aus wie Wurst in Pelle kurz vor der Explosion. Und so fühlte ich mich auch). Nachdem das Robbenschwimmen schon sehr anstrengend war, kam es wie es kommen musste. Das Delfinschwimmen fand etwa 1-2 km vor der Küste statt bei leichtem bis mäßigen Seegang. Das war für meinen Allgemeinzustand dann leider doch zuviel. Schon nach wenigen Sekunden plagten mich Krämpfe und ich musste aufgeben und war froh als ich heil das Boot erreicht hatte. Wieder was gelernt. Ozeanschwimmen ist doch was Anderes als Wellenbad an der Ostsee. So blieben mir nur die Fotos von der Rückfahrt, wo die Delfine das bekannte Wettschwimmen mit unseren Booten machten. Immerhin auch meinen ersten Albatros gesehen. Wenn auch noch nicht den ganz großen. Aber man muss sich ja auch noch steigern können.
Nach Rückkehr wollte ich mir noch eine örtliche (und daher ausgeschilderte) Robbenkolonie anschauen. Diese hatte aber aufgrund der veränderten geologischen Gegebenheiten (die Bucht in der sie lebten ragte nach dem Erdbeben jetzt etwa 2m aus dem Wasser) ihren Standort gewechselt. Sich die angehobene Bucht anzuschauen war aber auch interessant. Weiter ging es mit Erdbebentourismus. Ich wusste, dass die Strasse nach Norden gesperrt war, aber nicht wie weit man noch vorankam. Also ausprobieren. Und nach etwa 20 km war Schluss. Ein kapitaler Erdrutsch versperrte die Straße. Die Absperrung wurde von 2 Frauen überwacht. Mit sehr charmanten Umgangshinweisen nach dem Motto „ Schreien Sie uns bitte nicht an, die Strasse ist zu und sie bleibt auch zu“ Das war bestimmt wieder auf meine freundlichen Lieblingsasiaten gemünzt. Für die gab es schon in Singapore nette Umgangslektionen(„bitte nicht spucken“). An der Sperrung mit einer von den beiden Damen unterhalten (die kam aus Nordirland. Ich habe sie trotzdem verstanden J ). Die Sperrung nach Norden wird noch mindestens 12 Monate andauern. So lange wird man brauchen, bis man sich durch die ganzen Erdrutsche gefräst hat und die anliegenden Hänge vor weiteren Erdrutschen gesichert hat. Dieser Umstand bereitet der Wirtschaft dieser Stadt große Schwierigkeiten. Die Mitarbeiterin beim Robbenschwimmen erklärte mir gestern, dass die meisten Firmen vom Saisongeschäft im Sommer leben und sich im Winter mit den Durchreisenden durchhangeln Nun kam genau zum Beginn der Saison das Beben und die Durchreisenden gibt es nicht, weil die Straßen gesperrt sind. Viele Firmen drohen den Winter nicht zu überleben, falls der Staat nicht hilft und da gibt es noch keine Zusagen.Ansonsten fand ich die Aussage auf meine Frage, was denn das beeindruckendste an dem Beben gewesen sei: „it was Charakter building“. Wenn man den Gedanken weiter spinnt, sollte es in Europa und in den USA auch mal so kräftig rumsen, dass man von  der Außenwelt abgeschnitten ist, wie es Kaikoura 4 Wochen lang war.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen