Nachdem mir Santiago auf den ersten Blick nicht so zusagte,
nahm ich mir vor zuerst die nahe Pazifikküste zu erkunden. Nach persönlichen
und Reiseführerempfehlungen begab ich mich nach Valparaiso. Den Beschreibungen
nach sollte mich ein charmanter Schmuddel erwarten. Nach Durchfahrt durch die
Stadt definierte ich das eher als abgewracktes Drecksloch. Was nicht nur für
die Gebäude sondern leider auch für einen Großteil der Bewohner galt. Bin da ja
eigentlich nicht so empfindlich. Aber hier entschied ich, das Auto nicht zu
verlassen und den nächsten Ort Vina del Mar anzusteuern. Hier sollte es den Beschreibungen
deutlich hübscher werden. Ok, die Betonburgen waren jetzt auch mal geputzt
(waren aber immer noch häßliche Betonburgen) und es gab ein paar Blumenbeete.
Immerhin. Die Mühe soll man ja anerkennen. War mir also auch keine weitere Besichtigung
wert. Je weiter man nach Norden kam wurden die Orte immer kleiner, die Häuser
zunehmend flacher und die Strände und das Wetter schöner. Nach kurzer Zeit
erreichte ich den Roca Oceanica. Einen Felsen auf dem sich eine bunte Mischung
an Seevögeln rumtrieb und im Wasser konnte ich auch die ein oder andere Robbe
erspähen. Im Wasser vor den Felsen trieb sich wohl gerade ein großer Fischschwarm
herum. Und es war imposant zu beobachten, wie die jeweiligen Vogelarten anfingen,
diesen mit ihren jeweiligen Jagdmethoden zu „bearbeiten“. Pelikane hielten
einfach den Schnabel in Wasser, Kormorane tauchten von der Oberfläche in die Tiefe
und ein „Geschwader“ Basstölpel flog ihre beeindruckenden Sturzflugangriffe.
Und die Möwen fraßen wie immer und überall, das was runterfiel und schrien
dabei lauter als alle anderen zusammen….. Nachdem Ich diesem interessanten
Schauspiel längere Zeit zuschaute, fuhr ich weiter nach Norden und erkundete
Ort um Ort, bis ich schließlich im kleinen Chacagua landete. Dies ist ein
wirklich schöner und ursprünglicher Ort mit vielen kleinen Holzhäusern. Ein
schöner Strand endet an einer Halbinsel und etwa 100 m vorgelagert ist eine
etwa 5ha große Insel auf denen sich wieder Pelikane und Kormorane und Möwen
tummelten. Aber es waren auch einige Humboldt Pinguine dazwischen. Yeah !! Es
handelt sich dabei um Chiles nördlichste Pinguinkolonie mit immmerhin fast 2000
Tieren. Ich sah aber nur etwa 100 davon.
Nach ausgiebiger Betrachtung der Insel und Ihrer Bewohner
ging es wieder auf den Heimweg. Die Interamericana führte mich durch
Landschaften, die von der Vegetation her mich stark an Namibia erinnerten. Ich
wartete nur noch darauf, dass eine Giraffe erschien …….
Ein leckeres und ergiebiges Mahl beim Sushi Mann beschloß
den Tag.
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