Kaum zu glauben, aber heute geht es schon auf die letzte
Etappe meiner Rundreise. Nach dem Frühstück ging es von Rotorua zunächst in ein
ehemals verschlafenes Dorf namens Matamata. Dieses Dorf wäre heute eigentlich
immer noch verschlafen und kein Mensch würde es kennen, wenn ……… ja wenn nicht
vor vielen Jahren ein Scout aus Peter Jacksons Filmteam für „Herr der Ringe“
nicht die Farm eines ortsansässigen Schaffarmers für soooooo schön befunden
hätte, dass man darauf unbedingt das Auenland der Hobbits drauf bauen müsste.
Dabei hätte das Dorf weiterhin unbekannt bleiben können, denn nach Abschluss
der Dreharbeiten wurden ALLE Filmsets abgerissen, auch das Auenland. Es
durften (und wurden auch nicht) keine Hinweisschilder aufgestellt und sonstige
Vermarktungen betrieben werden. Man kann heute in Mordor, Helms Klamm oder
Gondor stehen ohne es zu merken. Nur wenn ein Hummeldumm Bus eines
Spezialreiseveranstalters auf einmal aufschlägt und seine Insassen ausspuckt,
merkt man, dass der Ort irgendwie besonders sein muss.
Erst als die zweite Trilogie der Hobbits gedreht wurde und
man wieder beim Schaffarmer aufschlug, war dieser diesmal clever und sagte: „Klar
dürft Ihr hier drehen. Aber diesmal baut Ihr die Kulissen so, dass sie
dauerhaft halten und sie bleiben nach Abschluss der Dreharbeiten stehen“. So
ist das Auenland bis heute die einzige existierende Filmkulisse aus den Peter
Jackson Filmen. (Es sind übrigends nur Aussenkulissen. Von innen sind alle
Häuser leer).
Und so wurde aus Matamata „Hobbiton“. Und ein gigantischer
Tourismusbetrieb ist entstanden. Man kommt nur mit geführten Touren auf das
Gelände. Für diese wird der gepfefferte Preis von 79 NZD fällig. Trotzdem
startet den ganzen Tag über alle 10 Minuten (!!!!!) ein vollbesetzter Tourbus
auf das Gelände. Auf diesem befinden sich 44 Hobbithäuser umgeben von einer
beeindruckenden Gartenanlage, die von unzähligen Gärtnern gepflegt wird. Was
sofort auffällt ist, dass viele Hobbithäuser wirklich sehr klein sind. Da
passen zum Teil nicht mal Kinder rein. Da kommt wieder der Filmtrick zur
Anwendung. Man hat die Häuser auf 40% skaliert, damit Gandalf größer wirkt…………
Nächster Trick.: Der Baum auf Frodos Haus (eine Eiche) war so wie im Buch
beschrieben nicht zu bekommen. Also wurde er als einzige Pflanze auf dem Set
künstlich gebaut. Bauzeit zwei Jahre. Im Film kommt er nicht mal 15 Sekunden
ins Bild. Apropos Drehzeit: Herr der Ringe etwa 3 Monate. Hobbit Trilogie 12
Tage. Ich würde sagen, der Schaffarmer hat alles richtig gemacht.
Nun ging es zum finalen Ziel: Auckland. Es war schon
unwirklich. Nach 4 Wochen fahren in Neuseeland empfing mich die Stadt mit einem
Verkehrsstau ! Und nicht nur einem. Willkommen zurück in der modernen
Zivilisation ! Aber doch noch heile im B&B angekommen.
Am nächsten Tag hatte ich keine Lust auf Citysightseeing.
Ich fuhr nochmal an den Strand an der Westküste und schaute den Surfern bei ihren
Vorführungen zu. Lohnenswert ! Mittags machte ich dann noch einen Abstecher zum
Flughafen und blieb dort bis kurz vor Sonnenuntergang. Richtige Entscheidung. Denn
über der Stadt türmte sich ein ordentlicher Regen- und Gewitterturm auf, der
erst mit Sonnenuntergang kleiner wurde. Am Flughafen schien die Sonne . Beim Bezahlen des
Dinners am Abend dann bemerkt, dass ich meinen Zimmerschlüssel verloren hatte.
Und das am letzten Tag des Urlaubs ! Naja,auch das wird geklärt. Morgen mittag
dann erste Etappe der Rückreise, Ziel: Singapur.
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